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Ein Blick zurück auf unser Programm 2009 Hotel zu den zwei Welten

Sportjournalist und Frauenheld Julien hat es in ein nicht ganz irdisches Hotel verschlagen. Dort trifft er auf den Präsidenten eines Konzerns, einen seltsamen irdischen Magier, eine philiosophische Putzfrau und die fröhliche junge Laura. Grundverschiedene Menschen, die im Hotel zu den zwei Welten zwischen Leben und Tod schweben und zu einer eingeschworenen Gemeinschaft werden. Sie debattieren über die Liebe zum Leben, die Lust an der Lüge und die Last des Lächelns – und am Ende weiß keiner, wohin der Fahrstuhl des Lebens fährt. Eine Melange aus Traum und Realität, Leben und Tod, Komödie und Tragödie. Ich werde oft gefragt, wie ich auf das Hotel zu den zwei Welten gekommen bin, und auf den Aufzug. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, auch wenn ich mir noch so sehr den Kopf zerbreche. Woher kommen die Ideen? Warum drängen sie sich einem auf? Ich bin niemals selbst im Koma gelegen, wie die Figuren meines Stücks. Aber ich habe nahe Verwandte und Freunde gesehen, die sich zu diesem geheimnisvollen Ort aufmachten; einige sind wieder zurückgekehrt, andere nicht. Was mir an denen auffällt, die wieder aus dem Koma erwacht sind, ist ihre Freude, die Freude, die sie ausstrahlen, ihr guter Appetit. Was für Genießer und Frohnaturen sie doch seitdem geworden sind! Sie selbst geben lachend zurück, dass sie vorher das Leben nur sehr schlecht ausgekostet hätten. Die Wandlung regte mich zum Nachdenken an. Knapp dem Tode zu entkommen, zu erkennen, dass sich unser Leben wesentlich vor dem Hintergrund unserer Sterblichkeit abspielt, diese Erfahrung, die man für äußerst beunruhigend halten könnte, hat ihnen die Augen geöffnet: Leben ist nicht selbstverständlich, es ist ein seltsames Geschenk, das man, bekommt man es zum zweiten Mal, besser zu schätzen weiß. Einzig die, die dem Tod entronnen sind, können Dankbarkeit empfinden. Ist das Glück vielleicht mit dem Nachdenken über den Tod verbunden? Sich dem Geheimnis zu überlassen, darum geht es in diesem Stück! (Éric-Emmanuel Schmidt)

Besetzung

Regie Hannes Beckert, Regieassistenz und Soufflage Gabi Karius, Musikzusammenstellung Markus Wild-Schauber, Maske Karl-Heinz Kellermann, Elke Kuhn, Kostüme Christel Wild, Garderobe Leonie Nold, Bühne Adrian Walz, Bühnentechnik Adrian Walz, Johannes Tüg, Lukas Tüg, Lukas Späth, Ton- und Lichttechnik Wolfgang Höfele, Lothar Höfele, Steffen Sachsenmaier, Konstantin Adam, Sebastian Huber

PERSONEN

Julien Portal Markus Wild-Schauber, Magier Radschapur Siegfried Kühn, Doktor S… Ulrike Karius, Präsident Delbec Kurt Tüg, Laura Jennifer Walther, Marie Bernadette Kölmel, Junger Mann in Weiß Julian Baumstark, Alexander Mergl, Junge Frau in Weiß Tina Fortenbacher, Stephanie Kuhn

Pressestimmen

Ein Dasein zwischen Leben und Tod

Auch eine technische Panne kurz vor Schluss konnte nicht von einer gelungenen Premiere bei den Volksschauspielen in Ötigheim am Freitag Abend ablenken. Auf der kleinen Bühne agierten die acht Schauspieler bei Eric-Emmanuel Schmitts Hotel zu den zwei Welten auch dann sicher und professionell, als der Aufzug, der im Mittelpunkt des gut zweistündigen Stücks steht, seinen Dienst versagte und während des Stücks notdürftig repariert werden musste. Der Aufzug nämlich verbindet das „Hotel zu den zwei Welten“ mit der irdischen Welt „dort oben“. Über diese machen sich die verschiedenen, von Regisseur Hannes Beckert glänzend besetzten Charakteren ihre jeweils so eigenen Gedanken. Sie alle liegen auf der irdischen Welt im Koma, sei es nach einem Unfall oder durch eigenen Verschulden. Während auf der Erde jeder seine eigenen Privilegien genießt, sind in der Zwischenstation „Hotel zu den zwei Welten“ alle Menschen gleich. Das macht besonders Präsident Delbec (Kurt Tüg) zu schaffen, der sich in einer Welt ohne Geld und ohne Macht sichtlich unwohl fühlt. Da zählt das teure (Lions-)Jacket eben nichts mehr, und er steht auf der selben Ebene wie Marie (Bernadette Kölmel) , die ihr irdisches Leben mit dem Reinigen von Fliesen, Töpfen und Kleidern gemacht hat. Dauergast im „Hotel“ ist Magier Radschapur, glänzend verkörpert von Siegfried Kühn. Auch er ist auf der Erde ins Koma gefallen und muss nun, frei von jeden Schmerzen, abwarten, ob es den Ärzten gelingt, sein Leben zu retten. Verbindendes Element im Hotel ist Doktor S. (Ulrike Karius), stets begleitend von einem jungen Mann (Julian Baumstark) und einer jungen Frau (Tina Fortenbacher) in Weiß, der die Gäste begleitet und ihnen auch sagt, wann es Zeit ist, in den Aufzug zu gehen, der sie dann entweder zurück auf die Erde oder nach oben ins Jenseits befördert. Ihn lernt auch der Sportjournalist Julien Portal (Markus Wild-Schauber) kennen, als er das Hotel das erste Mal betritt. Julien Portal ist auf der Suche nach sich selbst, der Zuschauer kann ihn bei seinem verzweifelten Kampf auf der Suche nach seinem eigenen Ich begleiten. Diese erfährt eine Wendung, als Laura (Carolin Friedrich) ins Hotel eincheckt. Während sie auf der Erde an einem Herzfehler leidet und sich nur mit einem Rollstuhl fortbewegen kann, ist es ihr im „Hotel zu den zwei Welten“ möglich, sich jederzeit schmerzfrei zu bewegen. Laura verliebt sich in Julien Portal und gewinnt schließlich auch das Herz des Magiers Radschapur, der ihr eben dieses zur Verfügung stellt. Seine Fahrt mit dem Aufzug nach oben ist damit gebucht und gleichzeitig Lauras Fahrt zurück auf die Erde gesichert. Am Ende muss auch ihr Freund Julien Portal, wie alle anderen Charaktere mit Ausnahme des Hotel-Personals Dr. S… und der Dame und dem Herren in Weiß in den Aufzug steigen. Sein Schicksal bleibt aber offen, so dass der Zuschauer durchaus nachdenklich entlassen wird. Kräftiger Applaus am Ende war der Dank des Premierenpublikums für die Akteure um Regisseur Hannes Beckert.