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Bühnenführungen und offene Probe am Pfingstwochenende

Während des Pfingstturniers des Reitervereins Ötigheim am Pfingstwochenende werden
auch die Volksschauspiele Ötigheim ihre Tore öffnen: Am Sonntag, 19. Mai 2024 gibt es für
alle Interessierten die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen von Deutschlands größter
Freilichtbühne zu werfen. Ab 10 Uhr werden jeweils zur vollen Stunde Bühnenführungen auf
dem weitläufigen Naturbühnengelände angeboten. Treffpunkt ist der Bühneneingang am
Tellplatzweg. Auch der VSÖ-Jugendbeirat ist an diesem Tag aktiv: Für alle kleinen Gäste
gibt es ein Kinderschminken. Am Pfingstmontag, 20. Mai 2024 sind Interessierte zur offenen
Probe eingeladen: Um 14.30 Uhr und um 15.30 Uhr gibt es die Möglichkeit, Regisseur
Stefan Haufe bei der Probenarbeit zu „Don Camillo und Peppone“ über die Schulter zu
schauen. Eine Anmeldung ist jeweils nicht erforderlich, das Angebot ist kostenfrei.

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Ein Blick zurück auf unser Programm 2008 Charleys Tante

Ein Stück für die Lachmuskeln gibt es auf der kleinen Bühne 2008 zu sehen: In einer Inszenierung von Peter Selbach kommt Brandon Thomas‘ turbulentes Lustspiel Charleys Tante auf die Bretter des Ötigheimer Zimmertheaters. Als Fancourt Baker und falsche Tante überzeugt Alexander Mergl. Handlung Jack und Charley, zwei Studenten aus Oxford, stammes aus guten Familien, haben einen Diener, dafür aber nie Geld. Dazu sind sie unsterblich verliebt in Anny und Kitty. Fehlt nur noch die Gelegenheit, sich mit den beiden Angebeteten zu treffen und sich ihnen zu erklären. Die Zeit drängt, denn schon am nächsten Tag sollen die beiden jungen Damen nach Schottland abreisen. Da trifft es sich gut, dass Charleys reiche Tante aus Brasilien, Donna Lucia d’Alvadorez, ihren Besuch angekündigt hat. Grund genug, die Mädchen neugierig zu machen und zu einem Frühstück einzuladen. Leider verzögert sich die Ankunft des exotischen Gastes. Um die beiden jungen Damen nicht zu enttäuschen, überreden Jack und Charley ihren Freund Fancourt Baker, Frauenkleider anzulegen und in die Rolle der Tante zu schlüpfen. Wie nicht anders zu erwarten, löst die Verkleidung eine Kette von Irritationen und Komplikationen aus. Zunächst macht es Jack und Charley eifersüchtig, dass Anny und Kitty gar zu vertraut mit der vermeindlichen Tante umgehen – sehr zu deren Vergnügen, wie man sich denken kann. Unangemeldet kommen zudem Jacks Vater, Sir Francis Chesney, sowie der Onkel und Vormund der beiden Mädchen, Henry Spettige ins Spiel, die der sagenhaft reichen Verwandten mit Heiratsanträgen auf den Leib rücken. Als sich dann auch noch Donna Lucia, die echte Tante, in Begleitung ihrer Gesellschafterin Ella einstellt und sogar die Polizei in Gestalt eines Constablers auf dem Plan erscheint, geht die Confusion in die letzte, alles entscheidene Runde.

Besetzung

Fancourt Baker Alexander Mergl, Jack Chesney David Kühn, Michael Nold, Charley Wykeham Johannes Tüg, David Weingärtner, Anny Verdun Stephanie Kuhn, Kitty Spettigue Tina Fortenbacher, Sir Francis Chesney Paul Kühn, Henry Spettigue Werner Bouché, Lucia d’Alvadorez Romina Becker, Tanja Paha, Ella Forester Gerlinde Stupfel, Brassett Günter Vogt, Constabler Felix Behringer, Thomas Hamhaber

Inszenierung Peter Selbach, Bühne Adrian Walz, Fridolin Müller, Kostüme Ulrike Heck-Petri, Regieassistenz Thomas Hamhaber, Maske Karl-Heinz Kellermann, Elke Kuhn, Licht- und Tontechnik Konstantin Adam, Wolfgang Höfele, Lothar Höfele, Steffen Sachsenmaier, Souffleur Felix Behringer, Garderobe Leonie Nold

Pressestimmen

JUNGE GARDE BESTAND BEWÄHRUNGSPROBE MIT BRAVOUR

(…) Männer in Frauenklamotten sind in, Travestie funktioniert immer. Auch auf der ‚kleinen bühne‘ gabs jede Menge zu lachen. Am Freitagabend brachte Regisseur Peter Selbach den 1892 von dem Engländer Brandon Thomas verfassten Schwank der Schwänke mit vielen unbeschriebenen Blättern auf die Ötigheimer Bretter. ‚Charleys Tante‘ war zu Besuch, in der Fassung von Arthur Newfield. Für seine flotte, jugendlich-frische Erstinszenierung ernteten Selbach und sein Ensemble vor auserkauftem Haus lang anhaltenden Beifall. Hier wurde nicht einfach ein altes Stück aufgeführt, sondern auf fröhliche Weise mit einem dramatischen Oldtimer gespielt. Selbach hatte gut daran, die köstliche Posse nicht nur von bewährten Kräften spielen zu lassen, sondern auch dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Die junge Garde bestand im Verein mit den alten Hasen die Bewährungsprobe mit Bravour. Die tragenden Rollen auf dem Tellplatz können jetzt kommen. (…) Mit Lust und schauspielerischem Können geht das gesamte Ensemble zu Werke und unterhält zwei Stunden lang aufs Beste. Mit heiterem Gestus gestalten die Akteure die Charaktere der verschrobenen Figuren. In der Titelrolle glänzte Alexander Mergl als echt scharfe falsche Tante. Im pinkfarbenen Fummel und mit schwarzem Hütchen auf dem Kopf strapaziert er die Lachmuskeln der Besucher aufs Äußerste. Einfach herrlich, wenn sich seine Kopfstimme im Eifer des Gefechts überschlägt, er unbeholfen über die Bühne stakst, sich von den süßen Mädchen umschmeicheln läßt oder vor den beiden liebestollen Galanen flüchtet. Als junge Herren aus gutem Hause und mit notorisch leerem Geldbeutel überzeugen David Kühn und David Weingärtner: Die beiden Studenten Jack und Charley sind über beide Ohren verliebt. Die von ihnen angebeteten Mädchen Anny (Stephanie Kuhn) und Kitty (Tina Fortenbacher) entzücken als kokette, liebreizende Freundinnen, die notfalls auch mal auf gesellschaftliche Konventionen pfeifen. Besonders in sich haben es auch die mit bewährten Kräften besetzten Nebenrollen. Immer wieder Zwischenapplaus für Paul Kühn. Als Jacks Vater, Sir Francis Chesney, hat er die Lacher auf seiner Seite. Ein Kriegsveteran, die senile Zackigkeit in Person. Wunderbar auch WErner Bouché. Als Henry Spettigue gibt er den zornig grölenden Vormund der Mädchen.(…)

TURBULENTES, AMÜSANTES VERWIRRSPIEL

(…) Turbulent ging es auf der Kleinen Bühne bei der Premiere des Lustspiels ‚Charleys Tante‘ zu. Vor ausverkauftem Haus gelang es dem Ensemble unter der Leitung von Regisseur Peter Selbach, sich in die Erfolgsgeschichte des Boulevard-Klassikers von Brandon Thomas und Arthur Newfield mit schauspielerischem Esprit einzureihen. Liebhaber klassischer Schauspielinszenierungen kamen voll auf ihre Kosten. Denn sowohl das aristokratisch anmutende Speisezimmer als Ort des Geschehens als auch die elegant gekleideten Akteure verströmten ganz die Atmosphäre des untergangenen britischen Empire. Auch wenn vereinzelte Spinnweben als Illustration des studentischen Milieus in das Bühnenbild integriert waren, kam die Inszenierung keineswegs verstaubt daher. Im Zwiegespräch mit dem Publikum eröffnete der liebenswerte daueralkoholisierte Butler Brassett (Günter Vogt) das verrückte Verwechslungsspiel um eine falsche Tante , die sich urplötzlich an mehreren Fronten gegen vehemente Verehrer und intrigierende Sympathisanten behaupten muss. Es war ein Augenschmaus mitzuerleben, wie Vogt mit kleinen Gesten das wilde Geschehen kongenial kommentierte. Denn wenn Alexander Mergl als fiktive Tante im Scheinwerferlicht in Szene setzte, blieb selbst das Auge des alkoholisierten Butlers alles andere als trocken. (…) Was sich in der Schlussszene zwischen der falschen Tante und ihrem realen Gegenpart abspielte, glich einer Achterbahnfahrt mit ungewissem Ausgang. Ohne zuviel über das Ende zu verraten, kann man jedoch feststellen, dass Tanja Paha als echte Tante Lucia d’Alvadorez in ihrem Abendkleid im Stil der zwanziger Jahre die Bühne mit mondänem Flair erfüllte. Unverzichtbar zur Vollkommenheit des theatralischen Chaos trug auch Gerlinde Stupfel als schreckhafte Gesellschafterin Ella Forester bei, deren zugeknöpfte Garderobe durchaus mit ihrem prüden Verhalten korrespondierte. Als schließlich gar ein Ordnungshüter (Thomas Hamhaber) in das rasante Bühnengeschehen eingreifen musste, gab es beim Publikum kein Halten mehr. Mit viel Applaus würdigten die Zuschauer die hervorragende Leistung des Ensembles. (…)