Badisches Tagblatt, 30. Oktober 2014

Zeitlose Komödie um Geld und Macht

Mit einer Premiere starten die Ötigheimer Volksschauspiele in der kommenden Woche in ihre Wintersaison. Der Jugendclub2 unter der Leitung von Frank Landua hat die Komödie Die Wirtin von Peter Turrini einstudiert. Die Proben befinden sich in der heißen Phase.

Die Besucher erwartet bei insgesamt zwölf Aufführungen ein für das rund 80 Plätze fassende Zimmertheater schon fast opulentes Bühnenbild, das in den Werkstätten der Volksschauspiele entstanden ist. Michael Lerner, Dagobert Dasinger und Lukas Späth zeichnen dafür verantwortlich und sorgen mit großen Aufbauten, eigens geschweißten Stühlen und Tischen sowie einer ausgefeilten Lichttechnik dafür, dass die Besucher Die Wirtin mit allen Sinnen genießen können. Passend dazu hat sich Regisseur Frank Landua bunte Kostüme ausgedacht, die von Ulrike Heck-Petri angefertigt wurden. Auch in der Maske gibt es dieses Mal richtig viel zu tun: Karl-Heinz Kellermann sorgt für Perücken und reichlich Farbe in den Gesichtern der jungen Schauspieler. Rund zwei Jahre lang haben sie sich wöchentlich getroffen und mit Spracherziehung und Schauspielstudium auf ihre Rollen vorbereitet. Die Proben für Die Wirtin haben im Frühjahr begonnen, wurden jedoch von der Saison auf der Freilichtbühne unterbrochen. Die heiße Phase hat deshalb dieses Mal nur rund acht Wochen gedauert. Das war eine intensive und spannende Zeit, berichtet Frank Landua und lobt sein Team: Alle haben sich richtig reingehängt und einen tollen Einsatz gezeigt.

Die Wirtin spielt eigentlich im Jahr 1740 in Florenz. Landua hat bei seiner Inszenierung aber absichtlich auf eine bestimmte Zeitepoche verzichtet. Hier wird das zeitlose Thema um Macht und Geld behandelt, berichtet er und freut sich, dass vier der insgesamt sieben Rollen doppelt besetzt werden konnten. Dabei stimmt die Mischung aus erfahrenen Jungschauspielern, die auch schon auf der Freilichtbühne eigene Rollen übernommen haben, und solchen, die zum ersten Mal im Scheinwerferlicht stehen werden.

Melanie Wild spielt die attraktive und lebenstüchtige Wirtin Mirandolina, die ein kleines und gut gehendes Gasthaus führt. Unverheiratet und emanzipiert arbeitet sie selbstbewusst in einem Männergewerbe. Da finden sich schnell die ersten Gäste, die ihr nachstellen. So wie der steinreiche Graf von Forlinpopoli, der glaubt er könne sich für Geld alles kaufen. Oder der verarmte Marchese von Albafiorita, der versucht durch seinen stolzen Titel und wertlose Protektion die Aufmerksamkeit der Wirtin auf sich zu lenken. Auch Kellner Fabrizio ist seiner Chefin sehr zugetan. Es entspinnt sich eine unterhaltsame Geschichte, in der auch die beiden Schauspielerinnen Ortensia und Dejanira, als Baronin und Gräfin getarnt, für allerhand Heiterkeit sorgen werden.

Aufgrund der großen Kartennachfrage ist Die Wirtin bis Mitte Dezember gleich zwölfmal auf der kleinen Bühne der Volksschauspiele Ötigheim zu sehen. Nach der Premiere am Freitag, 7. November, wird freitags am 14., 21. und 28. November sowie am 5. und 12. Dezember gespielt. Samstags ist „Die Wirtin“ am 8., 22. und 29. November sowie am 6. und 13. Dezember zu sehen. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Internet oder telefonisch unter (07222) 968790. (Stefan Friedrich)

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