Badisches Tagblatt, 3. April 2017

Wechsel bei den Volksschauspielen

Selten war eine Jahreshauptversammlung der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) so gut besucht wie am Freitag. Die Resonanz im bis auf das letzte Fleckchen ausgefüllte Geschwister-Scholl-Haus galt der Neubesetzung der Ressorts innerhalb des Vorstandsgremiums. Etliche alte Hasen räumten das Feld für die jüngere Generation.

In dreijährigem Turnus wählen die VSÖ mit derzeit 1 580 Mitgliedern (davon 549 Aktive) ihren Gesamtvorstand. Zu Verantwortungsträgern bestimmten die Wahlberechtigten nun Stephanie Kuhn, David Kühn, Gerda Kühn, Simone Schindele, Johannes Tüg (für die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit), Daniel Neu, Michael Patzelt, Thomas Piek, Lukas Tüg, Carolin Wegner (Organisation von Festen und Veranstaltungen), Jennifer Hofmann, Tobias Kleinhans, Steffen Sachsenmaier, Patrick Speck und Rudi Wild (Spielbetrieb). In ihren Ämtern bestätigt wurden neben Sabine Speck (Spielervorstand) die Finanzprüfer Jürgen Nagel und Kurt Tüg. Deren Stellvertreter sind Michael Happold und Hubert Kühn.

Nicht zur Wahl stand die Intendanz, bei den VSÖ künstlerischer Ausschuss genannt (KA). Es obliegt allein dem Gesamtvorstand, Kandidaten für diese verantwortungsvolle Aufgabe zu benennen und zu verpflichten. Erste Schritte dafür will man in der konstituierenden Sitzung der neuen Verwaltung gehen. Wie berichtet, war die fünfköpfige Intendanz im Oktober geschlossen zurückgetreten. Bis Mai soll der neue KA feststehen.

Auf dessen arbeitsintensive Zeit blickte der ehemalige KA-Vorsitzende Fritz Müller zurück: Keiner von uns hat sich für diese Aufgabe beworben; wir wurden gefragt und haben aus Verbundenheit zum Verein zugesagt. Müller beschrieb die Erfahrungen und Qualifikationen der einzelnen Ressortmitglieder, denn: Man hat vorstandsseitig unsere fachliche Kompetenz angezweifelt. Der KA sollte laut Müller zu einem reinen Beratungsgremium degradiert werden. Hintergrund des Zoffs war die Regievergabe für die Operette Der Vogelhändler, die man 2018 spielt. Der KA hatte Stefan Haufe (Schwarzwaldmädel, Die Passion, Kiss me, Kate) im Sinn. Hinter unserem Rücken eingefädelt worden sei indes die Rückholung von Manfred Straube (Im Weißen Rössl, Anatevka, Jesus Christ Superstar), mit dem es 2014 wegen der geplanten Aufführungslänge von Die Passion zum Bruch gekommen war. Zudem bemängelte Müller die Votumsregelung innerhalb des Vorstands, bei der der KA stets in der Minderheit sei und Wünsche nicht durchsetzen könne. Die VSÖ sind konzeptionell an einem spannenden Punkt, sagte Müller und mahnte: Wer den Erfolg nur verwaltet, hat auf längere Sicht die Stagnation programmiert. Man müsse sensibel und dynamisch an den Stellschrauben drehen. Mit der aktuellen Verwaltungsstruktur indes habe man eine falsche Weichenstellung gewählt.

Froh über das„gute Team der VSÖ zeigte sich unterdessen Maximilian Tüg, der von seinen ersten Monaten als geschäftsführender Vorstand berichtete, in denen er sich der Einarbeitung und Findung von Kommunikationsrhythmen widmete. Für den Theatersommer 2018 lägen Regisseur Manfred Straube und der musikalische Leiter Ulrich Wagner mit den Planungen des gesanglichen Großprojekts Der Vogelhändler voll im Zeitplan. Die Sommerabende will man mit der Wiederaufnahme des Erfolgsstücks Der Name der Rose bestreiten. Auf der Kleinen Bühne steht im Theaterwinter 2017/2018 Othello darf nicht platzen von Ken Ludwig auf dem Spielplan. Zudem präsentieren Kinderchor und Ballett im November in der Mehrzweckhalle ein Gemeinschaftsprojekt.

Eingangs der Versammlung hatte VSÖ-Vorsitzender Pfarrer Erich Penka allen Ausschussmitgliedern für eine sorgfältige Vereinsarbeit gedankt. Als Schlusspunkt folgte zu weit vorgerückter Stunde die Verabschiedung verdienter Ressortmitglieder mit Präsenten: Reinhard Danner, Bernadette Kölmel, Reinhard Kölmel, Fritz Müller, Dr. Peter Selbach (künstlerischer Ausschuss), Hannah Hecker, Robert Walz, Ulrich Wojciechowski (Öffentlichkeitsarbeit), Sadek Achache, Martin Janzer, Patricia Krebs, Helga Schottmüller, Siegbert Stolzer (Organisation von Festen und Veranstaltungen) und Sabine Stößer (Spielbetrieb). (Manuela Behrendt)

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