Badische Neueste Nachrichten, 23. Dezember 2014

Wahrlich ein Vorbild für uns alle

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen im Namen der Volksschauspiele und der Gemeinde Ötigheim für Ihr herausragendes und beispielhaftes Engagement. Sie sind wahrlich ein Vorbild für uns alle, sagte Bürgermeister Frank Kiefer, seines Zeichens auch zweiter Vorsitzender des Volksschauspielvereins, bei der Verabschiedung des Gründers und langjährigen Leiters des VSÖ-Jugendorchesters, Alfons Rieger. Schon sehr früh begonnen habe Riegers musikalischer Werdegang bei seinen geliebten Volksschauspielen, berichtete Kiefer in seiner Laudatio, dass der heute 82-jährige Ötigheimer im Alter von 16 Jahren seinen ersten Geigenunterricht beim damaligen stellvertretenden musikalischen Leiter, Walter Winter, genommen habe.
Folgerichtig habe Rieger bereits 1949 erstmals als Violinist beim Sinfonieorchester Speyer mitgewirkt, das seinerzeit bei der Passion auf dem Tellplatz den Part des Volksschauspielorchesters übernommen hatte, bezeichnete es Kiefer als Glücksfall für die Volksschauspiele bis heute, dass Rieger sein Können an die Jugend weitergeben wollte. Neben dem Unterricht am Badischen Konservatorium in Karlsruhe ab 1951 begann der an diesem Nachmittag mit zahlreichen Präsenten Geehrte im Jahr 1954 junge Geiger auszubilden. Seine musikalische Klasse stellte Rieger laut Kiefer von 1953 bis 1994 beim Kammerorchester Rastatt unter Beweis. Wobei er sage und schreibe 20 Jahre lang Konzertmeister gewesen sei. Als nebenberuflicher Musiklehrer in der Musikschule Rastatt habe Rieger von 1971 bis 1985 vielen Kindern und Jugendlichen die Liebe zur Musik vermittelt. Er sei Mitbegründer des 1969 ins Leben gerufenen Kammerorchesters Ötigheim, das er bis zu dessen Wiederbegründung als VSÖ-Orchester ehrenamtlich leitete.
Als Riegers großes Verdienst, gleichzeitig der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte, bezeichnete Kiefer die hauptsächlich von ihm initiierten Festlichen Konzerte. Ab 1982 waren Sie der Hauptverantwortliche, der langjährige Motor und quasi in Personalunion das Mädchen für alles – vom Notenschreiber und Kopierer über den Stuhlaufsteller und Vereinsorganisator bis hin zum Dirigenten, sagte Kiefer und meinte, dass das Jahr 1982 in Riegers Leben wohl ein ganz besonderes gewesen sein müsse. Schließlich habe er so ganz nebenbei auch noch das Jugendorchester gegründet, das zu einer wichtigen Nachwuchsschmiede für das Hauptorchester, zu einem Aushängeschild der musikalischen Jugendarbeit bei den Volksschauspielen und zu einem beeindruckenden Vorzeigebeispiel in der Region geworden ist, würdigte Kiefer die Leistung eines Mannes, der den Volksschauspielen freilich nicht verloren geht.
Rieger bleibt dem Hauptorchester als Musiker erhalte. Auch künftig nimmt er den Nachwuchs in der Region unter seine Fittiche und steht den Kollegen als Berater zur Verfügung. Das Jugendorchester weiß Rieger bei Tanja Maria Wagner darüber hinaus in guten Händen. Ich fühle mich sehr geehrt, Ihre Nachfolge antreten zu dürfen, betonte ihrerseits Tanja Wagner. (Ralf Joachim Kraft)

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