Badisches Tagblatt, 30. März 2015

Volksschauspiele ziehen Bilanz und blicken auf Saison 2015

Auf ein sehr, sehr erfreuliches Geschäftsjahr mit einem Gesamtergebnis von 422.320 Euro trotz rückläufiger Zuschauerzahlen blickten die Volksschauspiele Ötigheim bei ihrer Jahreshauptversammlung im Geschwister-Scholl-Haus.

Geschäftsstellenleiter Marc Moll errechnete bei 71 700 Zuschauern auf dem Tellplatz für den Theatersommer 2014 eine Auslastung von 70 Prozent. Bei den Eigenproduktionen hatte die Operette Schwarzwaldmädel mit 85 Prozent Auslastung die Nase vorn. Auf 83 Prozent brachten es die festlichen Konzerte, das Kinderstück Heidi erreichte in der Wiederholungsspielzeit 69 Prozent. Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben enttäuschte mit 60 Prozent.

Die Kleine Bühne verzeichnete 2330 Gäste, was einer Auslastung von 88 Prozent entspricht. Als Hit des Jugendclubs erwies sich Die Wirtin mit durchweg ausverkauften Vorstellungen. Den Bau des Mehrzweckgebäudes habe man wirtschaftlich punktgenau abgeschlossen. Für die Sommerspielzeit mit dem Hauptstück Die Passion, zu dessen Premiere Weihbischof Michael Gerber den Eröffnungsgottesdienst hält, sind 60.000 Eintrittskarten verkauft. Freie Plätze für das Kinderstück Die kleine Hexe sind bereits rar. Amadeus zeichnet sich als erneutes Waterloo für die VSÖ ab. Man dürfe nicht immer mit Rekordjahren rechnen, mahnte Werner Sachsenmaier, geschäftsführender Vorstand. Die Ausarbeitung des Spielplans sei die schwierigste Daueraufgabe des Vereins. Allein das Publikum bestimme über den Erfolg. Im Rückblick auf ein stürmisches Jahr erläuterte Sachsenmaier die Großbaustelle Mehrzweckgebäude. Ein Haus der Mitwirkenden, das vielen dient und praktikabel ist, solle der Bau sein, doch lasse das Gelände nicht alle Wünsche zu. Kein Problem sah er im geplanten Kasinovordach. Eine Einsparung von 100.000 Euro winkt durch Bau und Betrieb der Flüssiggasheizungsanlage für die Tellplatzgebäude durch Erdgas Südwest. Die VSÖ kaufen lediglich die Heizeinheiten.

Bühnenbildanpassungen sowie Erneuerungen am Mittelbau, dem der Zahn der Zeit zugesetzt hat, verursachen in der Spielzeit höhere Kosten als bisher. Wegen Pilzbefalls musste die Linde beim Tellhaus gefällt werden; ein neuer Baum wurde gepflanzt. Kosteneinsparungen im Getränkeeinkauf regelt ein fünfjähriger Exklusivvertrag mit der Brauerei Rothaus.

Pfarrer Erich Penka, Vorsitzender des Schauspielvereins, lobte das gute Zusammenwirken aller Beteiligten auf und hinter der Bühne und in den Ausschüssen. Aufführungen mit Herz und Leidenschaft sowie die freundliche Begrüßung unserer Gäste sah Kassenprüfer Kurt Tüg als Erfolgsrezept der VSÖ. Der Verein zählt laut Rudi Wild (Spielbetrieb) aktuell 1.500 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren, davon 600 Aktive. Der Auswärtigenanteil beträgt 33 Prozent. 30 Prozent der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche.

Fritz Müller berichtete für den neu zusammengestellten künstlerischen Ausschuss über die nervenaufreibende Arbeit, die man erst im August aufnehmen konnte. Zoff gab es mit Manfred Straube bezüglich dessen Konzeption für Die Passion sowie mit Jugendclubleiter Frank Landua.

Nach Auflösung der Zusammenarbeit mit Straube und Landua standen die Zeichen auf Neustart (wir berichteten). Auf dem Spielplan stehen für 2016 Kiss Me, Kate und Les Miserables. Für 2017 ist Luther geplant. Auf der Kleinen Bühne spielen die Jugendlichen Der Schüler Gerber. Als Kinderstück steht Max und die Käsebande an.

Bürgermeister a. D. Werner Happold zeigte sich beeindruckt von den Berichten: Jeder trägt an seinem Platz zum hervorragenden Erfolg der VSÖ bei.

zurück zum Pressespiegel