Badisches Tagblatt, 31. Mai 2017

Volksschauspiele haben viel vor

Die Volksschauspiele Ötigheim sind eine Marke für ganz Baden-Württemberg, sagte der baden-württembergische Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf (CDU) am Montag auf dem Tellplatz. Dort machte er sich erstmals ein Bild von den VSÖ und deren Besonderheit für das Telldorf.

Dass Bürger aus dem Ort sowie dem Umland im 111. Jahr ehrenamtlich auf und hinter der Bühne stehen, sich der Verein eng mit der kirchlichen und politischen Gemeinde sowie anderen lokalen Gruppen verzahnt, ließ den Minister nicht unbeeindruckt. Ich habe viel gehört über Ihr bürgerschaftliches Engagement, Ihren großen Gemeinsinn und Ihre gelebte Bürgerkultur, sagte er der Ötigheimer Entourage, bestehend aus der VSÖ-Vorstandsriege, Gemeinderäten sowie Vorstandsmitgliedern der Josef-Saier-Stiftung.

Hinter Wolfs Besuch stand die Absicht der Kommune, als Tagestourismusgemeinde in Stuttgart Anerkennung zu finden und somit Zugang zu touristischen Fördertöpfen zu erhalten. Immerhin zieht Deutschlands größte Freilichtbühne in den Sommermonaten bis zu 100 000 Gäste an. Die überregionale Strahlkraft der Naturbühne bezeichnet das Ötigheimer Gemeindeentwicklungskonzept zudem als Leuchtturmcharakter. Hotels und Gastronomie im Umland profitieren laut Bürgermeister Frank Kiefer durch den Ötigheimer Tagestourismus.

Im Stuttgarter Kabinett amtiert Wolf als Minister der Justiz und für Europa. Seinem Zuständigkeitsbereich angegliedert ist das Tourismus-Ressort. Kiefer erklärte im Vorfeld der Ministervisite gegenüber dem BT: Er ist der direkte Verantwortliche für die meisten Förderanträge, die wir anhand des unter Mitarbeit unserer Bürger erarbeiteten Gemeindeentwicklungskonzepts stellen werden, denn VSÖ und Gemeinde sind angewiesen auf Unterstützung; wir sind stolz und sehr froh, den Entscheider heute bei uns zu haben.

Konkret geht es bei den VSÖ um Gelder für Sanierungen an Gebäuden und der Tragluftüberdachung des Zuschauerraums sowie die Aufstockung des jährlichen Landeszuschusses für das Amateurtheater. Die Gemeinde erhofft sich Mittel für die Erstellung eines Tourismus- und Marketingkonzepts, die Einrichtung eines Erlebnis- und Themenwegs rund um Ötigheim, die Schaffung zusätzlicher Parkplätze für Tagestouristen, die Sanierung des Gästeparkplatzes der VSÖ sowie die Aufwertung des Bahnhofs. Weiter sind geplant: Beschilderungskonzept, Wohnmobilstellplätze, Stromtankstelle, Tourismusinfo mit integrierter Toilettenanlage. Vieles hängt heute davon ab, wie Sie sich mir präsentierten; aber ich glaube, wir sind gerade auf einem guten Weg, sagte Wolf zu Beginn seines Rundgangs. Pfarrer Erich Penka, Vorsitzender der VSÖ, übernahm die Tourleitung hinter den Kulissen und durch die Katakomben. Die Führung ging mitten durch die Proben von Regisseur Fritz Müller und Chorleiterin Maria Bagger mit dem Kinderchor für Dschungelbuch – Das Musical. Im Tellplatz-Casino lieferte Bürgermeister Kiefer Informationen über VSÖ und Kommune. Landrat Jürgen Bäuerle stellte die Josef-Saier-Stiftung vor, die er als Präsident führt. Angeregt hatte Wolfs Besuch die Landtagsabgeordnete Sylvia Felder. Sie bekleidet in der Saier-Stiftung seit Herbst das Amt der stellvertretenden Präsidentin.

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