Badisches Tagblatt, 20. September 2018

Trauer um Horst Herrmann

Die Geschichte der Volksschauspiele ist aufs Engste mit seinem Namen verbunden: Horst Herrmann. Das Urgestein des Tellplatzes ist jetzt im Alter von 90 Jahren gestorben. Am 9. Dezember 1927 wurde er in Freiburg geboren, schon die Volksschule besuchte er aber im Telldorf. 1947 absolvierte er das Abitur am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium in Rastatt. Im Hauptberuf war Herrmann Lehrer in Illingen und Baden-Baden, viele Jahre lang füllte er das Amt des Schulleiters aus, erst an der Grundschule Geroldsau, dann an der Grund- und Hauptschule Baden-Oos. Doch in seiner Freizeit galt seine Liebe dem Chorgesang und der Schauspielerei. Das Publikum der Freilichtbühne kannte ihn aus vielen Hauptrollen, unter anderem als Tell, als Geßler und als Götz von Berlichingen, um nur einige zu nennen. Auch als Regisseur hatte sich Horst Herrmann einen Namen gemacht. Sowohl auf der Kleinen Bühne als auch auf dem Tellplatz selbst inszenierte er viele bekannte Stücke, darunter Ben Hur, Quo Vadis und Das weiße Rössel. Obwohl Herrmann Ötigheim stets eng verbunden war, lebte er fünf Jahrzehnte in Baden-Baden. Er engagierte sich als Dirigent verschiedener Gesangvereine und Chöre in der Kurstadt, in Gaggenau und natürlich in Ötigheim; bis ins vergangene Jahr noch beim Seniorenchor des Mittelbadischen Sängerkreises. Herrmann war Träger der Landesehrennadel, der Josef-Saier-Medaille, der Medaillen der Gemeinde Ötigheim und der Stadt Baden-Baden sowie des Bundesverdienstkreuzes.

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