Badisches Tagblatt, 30. November 2017

Ticket ist Eintritts- und Fahrkarte zugleich

Gute Nachrichten für die Tellplatz-Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen: Die Eintrittskarten für die Freilichtbühne gelten ab der kommenden Saison auch als Fahrkarte im gesamten Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV). Dies wurde gestern im Rahmen einer Pressekonferenz mitgeteilt.

„Das Ticket gilt in jedem Verkehrsmittel des KVV am Veranstaltungstag für eine Hinfahrt nach Ötigheim und eine Rückfahrt, die bis zum Folgetag um sechs Uhr stattfinden kann“, sagte KVV-Prokurist Benjamin Bock. Landrat Jürgen Bäuerle, der Vorsitzender der Josef-Saier-Stiftung ist, lobte das neue Angebot: „Wir hoffen wie jedes Jahr auf viel Zuspruch vom Publikum – und da müssen natürlich auch die Gegebenheiten passen.“ Die Kooperation mit dem KVV sei ein lange gehegter Wunsch gewesen – sowohl bei den Ötigheimern als auch bei den Volksschauspielen und den Gästen. Eine Besucherbefragung im vergangenen Sommer habe dies wieder einmal bestätigt, stellte der Ötigheimer Bürgermeister Frank Kiefer fest. Nach der Ankunft am Bahnhof müssen die Besucher noch etwa zehn bis 15 Minuten zu Fuß gehen, bis sie dann den Tellplatz erreichen. „Wir werden uns bemühen, diesen Weg so attraktiv und informativ wie möglich zu gestalten“, meinte Kiefer.

Auch das Programm für die 112. Spielzeit der Freilichtbühne wurde im Rahmen der Pressekonferenz vorgestellt – immerhin beginnt der Kartenvorverkauf für den Theatersommer 2018 auf der Webseite der Volksschauspiele bereits am kommenden Dienstag, 5. Dezember. Telefonisch können Karten ab dem 9. Januar bestellt werden.

Eine echte Premiere wird am 16. Juni gefeiert: Carl Zellers Operette Der Vogelhändler wird zum ersten Mal in Ötigheim gespielt, ist aber schon lange im Gespräch: Seit Jahren überlegen wir, dieses Stück hier aufzuführen. Diese Bühne schreit förmlich danach, meinte der musikalische Leiter der Volksschauspiele, Ulrich Wagner. Die Vorzüge von Deutschlands größter Freilichtbühne ließen sich mit dem Vogelhändler bestens präsentieren, sagte auch der künstlerische Leiter Paul Hug. Regie wird Manfred Straube führen, der auf dem Tellplatz bereits My fair Lady, Jesus Christ Superstar oder Anatevka inszeniert hat. Gezögert habe man bislang vor allem aus einem Grund: Der Vogelhändler habe eine wahnsinnig umfangreiche Chorpartie wie keine andere Operette, so Wagner. Das Stück stelle somit eine große Herausforderung für die Chöre der Volksschauspiele dar, die bereits im vergangenen Sommer mit den Proben begonnen haben. Verstärkung bekommen sie von den Sängern des Frauenchors Belle Amie und dem Männergesangverein Ötigheim. Auch vom Extrachor des Badischen Staatstheaters kommen Sänger hinzu. Eine der Hauptrollen, die des General Weps‘, habe man mit Sängern aus den Reihen der Volksschauspiele besetzen können, der Rest der Hauptrollen werde mit sechs jungen Sängern von den Staatstheatern Karlsruhe und Stuttgart sowie der Staatsoper Frankfurt besetzt.

Bekannter als Der Vogelhändler dürfte den Ötigheimern Der Name der Rose sein, wurde das Stück nach dem Roman von Umberto Eco doch bereits 2013 dort aufgeführt. Regie führt wieder Rebekka Stanzel, die den Mittelalter-Krimi bereits vor vier Jahren inszenierte. Ihre Umsetzung sei damals begeistert von Publikum aufgenommen worden, man hoffe nun wieder auf einen ähnlichen Erfolg, so Hug. Auch das Kinderstück ist bekannt: Dschungelbuch – das Musical kommt 2018 in der zweiten Saison zur Aufführung.

Einen Blick über den Ärmelkanal wagt man bei den Festlichen Konzerten. Diese stehen unter dem Motto Last Night of the Proms. Wir haben ein Programm zusammengestellt, das viel mit Großbritannien zu tun hat. Sei es, weil die Stücke dort spielen, weil sie Großbritannien zum Thema haben oder sich auf literarische Werke beziehen, die dort verfasst wurden, so Ulrich Wagner, der hofft, in Zeiten des Brexits ein Zeichen der kulturellen Verbundenheit zu setzen. Gastspiele gibt es 2018 von Orso und Marshall & Alexander. Die Große Schlager-Hitparade unter anderem mit Ireen Sheer, Kristina Bach, Bata Ilic oder Andy Borg dürfte ebenfalls viele Gäste anlocken. (Yvonne Hauptmann)

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