Badisches Tagblatt, 14. November 2017

Tanzgruppen ins Rampenlicht gerückt

Den Theaterwinter im Telldorf eröffneten die Volksschauspiele Ötigheim am Sonntag in der Mehrzweckhalle mit dem Karneval der Tiere und Lieder. Vor ausverkauftem Haus wärmten Kinder- und Jugendballett sowie Kinderchor und Vokalensemble des Amateurtheaters die Herzen der Zuschauer mit einem prachtvollen, vortrefflichen Programm.

Das hauseigene Ballett der VSÖ gehört als exquisiter Sahnetupfer auf dem Tellplatz zu fast allen Großproduktionen, adelt als attraktiver Hingucker die festlichen Konzerte. Während der Theaterverein seinem Jugendorchester und Kinderchor regelmäßig eigene Plattformen zum Glänzen vor Publikum zur Verfügung stellte, blieben die Tanzgruppen eine Randerscheinung. Diesem Manko setzten die Volksschauspiele nun ein spektakuläres Ende. In einer erfrischenden Choreografie und Inszenierung der Ballettmeister Andrei Golescu und Julia Krug traten im ersten Teil des Nachmittags 83 Akteure im Alter von vier bis 15 Jahren ins Rampenlicht, um für ihre variationsreichen Darbietungen des klassischen Ballettstils stürmischen Applaus und begeisterte Bravorufe zu ernten.

Der Karneval der Tiere ist eine musikalische Suite des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. Instrumente imitieren dabei eine Vielzahl von Tierrufen. In toller Maske von Karl-Heinz Kellermann, Brigitte Reh und Hatay Yalcin sowie zauberhaften Kostümen von Sibylle Schulz und Christel Wild, darunter Anleihen aus dem Fundus von Dschungelbuch – Das Musical, präsentierten sich unter der Moderation von Alexander Grünbacher königlich-niedliche Löwenkinder, wilde Hühner, eine betagte Schildkröte (ausdrucksstark langsam: Sabrina Mihajlov), bunte Schmetterlinge, eine Herde süßer Elefantenbabys, exotische Fische, bezaubernde Vögel, Fossilien in Schwarzlicht und grazile Schwäne (präzise und anmutig: Joelina Jahns, Leonie Sutter, Lea Yücel). Von den ersten rhythmischen Schritten in einer Gruppe der Kleinen bis zum edlen Spitzentanz zeigten die Kinder ein technisch ausgefeiltes Programm.

Im zweiten Teil standen unter der Moderation von Sven Engel und Tobias Kleinhans Vokalensemble und Kinderchor des Amateurtheaters im Fokus. Begleitet wurden die 40 Sänger im Alter von acht bis 18 Jahren von einer vierköpfigen Band: Bernard Bagger (Klavier), Florian Hug (E-Gitarre), Michael Nold (Bass) und Johannes Tüg (Schlagzeug).

Das respektable Niveau der Chöre, die vom Publikum für ihr Können frenetisch gefeiert wurden, zeigte sich bereits mit den ersten drei Titeln: The Hanging Tree aus Die Tribute von Panem: Mockingjay, Nothing Else Matters (Metallica) sowie Heijamano (Bert Appermont). Herausragend waren ebenso White Winter Hymnal (Pentatonix), Do-Re-Mi aus dem Musical The Sound of Music und einem Medley aus Die Schöne und das Biest sowie Arielle. Brillieren durften die Solisten Sarah Appel, Anna Bagger, Lucia Battaglia, Jannick Köppel, Annabell Paparoni, Anne Peter, Helen Peters, Lea-Marie Schmidt und Lucy Schindele.

Die Arrangements für Chor und Band stammten von Maria Bagger, die für die musikalische Gesamtleitung verantwortlich zeichnete, und Bernard Bagger. Die Organisation lag in den Händen von Rudi Wild. (Manuela Behrendt)

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