Badische Neueste Nachrichten, 26. März 2015

Stimmen bei allen Familienstücken den richtigen Ton an

Übung macht den Meister. Das gilt auch für den Kinderchor der Volksschauspiele Ötigheim, der als fester Bestandteil der Inszenierungen auf der Freilichtbühne und der kleinen Bühne seit Jahren große und kleine Zuhörer begeistert. Mittlerweile singen rund 70 Sängerinnen und Sänger im Alter von fünf bis 17 Jahren in den fünf Chorgruppen, wie die Leiterin der Kinderchöre, die Musikpädagogin Maria Bagger, bei einem Probenbesuch in der kleinen Bühne verrät.
25 Kinder und Jugendliche des Konzertchores üben gerade dreistimmigen Gesang. Nein, Ihr seid mir etwas zu schwer. Das muss in allen Stimmen leichter klingen, singt lieber ein bisschen leiser und hört genau hin, erklärt sie den jungen Sängern, als diese gerade ihr You’re gonna miss me when I’m gone aus Anna Kendricks Cup-Song schmettern und es noch nicht ganz so klingt, wie es klingen sollte. Jessie J’s Price Tag hört sich schon ziemlich gut an. Ebenso Olly Murs’ Just the way you are oder Nothing else matters von Metallica. Mit diesen Songs will der Kinderchor am 6. Mai um 18 Uhr im Tellplatz-Casino die Besucher erfreuen.
Denn dann heißt es: Zehn Jahre Kinderchor unter Baggers Leitung, auch wenn sie den Chor schon seit 2004 führt (siehe Stichwort). Seine ersten Auftritte freilich absolvierte der Chor 2005 beim Kinderstück Der Zauberer von Oz. Seither sei er, wie Bagger berichtet, fast immer bei den Kinder- und Familienvorstellungen dabei gewesen – ob bei Schneewittchen, Peter Pan oder Heidi. Und in diesem Jahr stehe Otfried Preußlers Die kleine Hexe unter der Regie von Matthias Götz auf dem Programm. Auch für diese Inszenierung wird schon fleißig geprobt. Im Kinderstück wird immer der ganze Kinderchor beschäftigt, auch die Kleinsten sind immer dabei gewesen, erzählt Bagger – und fügt hinzu, dass die größeren Kinder aus dem Konzertchor oft bei den Hauptstücken mitwirkten. Auch beim Festlichen Konzert sei der Kinderchor fast immer dabei. In der kleinen Bühne habe er mit Weihnachten fällt aus (2010/11) zusammen mit dem Jugendorchester) und mit Der kleine Tag (2012 zusammen mit dem Kinderballett und dem Jugendorchester) auch schon zwei eigene Produktionen auf die Bühne gebracht. Und nach den Sommerferien 2015 beginnen die Vorbereitungen für das Kindermusical ,Max und die Käsebande’, das im März 2016 in der Kleinen Bühne zu erleben sein wird. 2014 habe der Chor beim Nachwuchskonzert Die Blaue Stunde mitgewirkt und auch sonst viele kleinere Auftritte, oft auch eigene Weihnachts- und Frühlingskonzerte für die Eltern, mit Erfolg bestritten. Es gibt neben einem Vorchor Mädchen und Vorchor Jungen (fünf bis sieben Jahre) den Nachwuchschor (sieben bis zehn Jahre), den Konzertchor (zehn bis 17 Jahre) und das Vokalensemble (13 bis 17 Jahre).
Den Gruppen zugeteilt werden die Kinder nach den Kriterien Alter, Stimme, Musikalität, Konzentrationsfähigkeit und Sozialverhalten, wie die Chorleiterin berichtet. Im Vorchor werden die Jüngsten ans gemeinsame Singen herangeführt. Im Nachwuchschor üben die Kinder das ein- und zweistimmige Singen und das Singen nach Noten, während die Chorsänger des Konzertchores zwei- und dreistimmig singen, das Vokalensemble auch vierstimmig. 13 Kinder aus dem Konzertchor nehmen zusätzlich Gesangsunterricht, erzählt Bagger, die in allen Chorgruppen großen Wert auf den richtigen und gesunden Umgang mit der Stimme und im Konzertchor auf das saubere mehrstimmige Singen und einen schönen Chorklang legt. Grundsätzlich empfiehlt sie allen Eltern, die sich mit dem Gedanken tragen, ihre Kinder in den Kinderchor zu schicken, dies möglichst früh zu tun und auch zu Hause viel mit ihnen zu singen, ja selbst schon den Babies vorzusingen. Geprobt wird übrigens jede Woche. Und wenn Aufführungen anstehen, gibt’s auch zusätzliche Proben, so die Chorleiterin, der regelmäßiger Probenbesuch sehr am Herzen liegt. (Ralf Joachim Kraft)

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