Badisches Tagblatt, 24. März 2018

Spezialeffekte wie bei den Ehrlich-Brothers

Die deutlich verjüngte, neue Verwaltung ging nach dem letzten Jahrestreffen auf allen Ebenen gleich in die Vollen, resümierte Pfarrer Erich Penka in seinem Rückblick bei der Jahreshauptversammlung der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) am Donnerstag im Geschwister-Scholl-Haus.

Kennern der Veranstaltung sei versichert, dass der traditionsschwangere Satz und rote Faden des Abends: und so wünsche ich der Versammlung weiterhin einen guten Verlauf den Generationenwechsel im stetig wachsenden und derzeit 1 584 Mitglieder starken Theaterverein überlebte.

Maximilian Tüg, geschäftsführender Vorstand, ließ die Höhepunkte eines bewegten, arbeitsreichen und erfolgreichen Jahrs 2017 auf dem Tellplatz und der Kleinen Bühne, wo insgesamt 619 Aktive wirken, vom SWR-Film Das Wunder von Ötigheim im Januar bis zum Karneval der Tiere und Lieder im November Revue passieren.

Im Freilichtfoyer pflanzte man anlässlich des Reformationsjahrs einen Luther-Baum. Auf dem Tellplatz und der Kleinen Bühne installierte man eine neue, elektronische Schließanlage. Mit einer runderneuerten Tonanlage bestückt man derzeit die Freilichtbühne. Dafür hoffe man auf Landeszuschüsse. Die Unterstützung hierbei durch die Abgeordneten Sylvia Felder, Thomas Hentschel und Ernst Kopp nehmen wir nicht als Selbstverständlichkeit wahr, betonte Tüg.

Pfarrer Penka freute sich besonders über die hohe Auslastung des Hauptstücks Luther (89 Prozent), denn: Ausgesprochen religiöse Stücke werden trotz des Auftrags unseres Gründervaters immer riskanter. Als Besonderheit in den Annalen der VSÖ betrachtete man die Besuche der Minister Theresia Bauer und Guido Wolf auf dem Tellplatz.

Neu bei den VSÖ ist ein Innovationspreis. Gestiftet hatte ihn der im Juni verstorbene Peter Selbach. In Kürze wird der Innovationspreis im Rahmen einer Feierstunde erstmals verliehen.

Geschäftsstellenleiter Marc Moll präsentierte das finanzielle Ergebnis. Bei Gesamteinnahmen von 2,2 Millionen Euro verblieben nach Abzug aller Ausgaben rund 117500 Euro zum 31. Dezember. Diese Summe investierte man in die bereits beschriebenen Schließanlagen sowie die Erneuerung der Tonanlage auf dem Tellplatz.

Moll informierte zudem über den aktuellen Stand der Ticketverkäufe. Gut 67000 Eintrittskarten sind weg. Die Operette Der Vogelhändler ist mit 76 Prozent ausgelastet, Der Name der Rose liegt bei 51 Prozent, das Kinderstück Dschungelbuch – Das Musical bei 70 Prozent sowie die festlichen Konzerte bei 78 Prozent.

Auf dem Tellplatzspielplan für 2019 steht als Hauptstück Münchhausen unter der Regie von Johanna Schall, einer Enkelin von Helene Weigel und Bertold Brecht. Die Geschichte des Lügenbarons gibt alles her, was die VSÖ bieten können, sagte Paul Hug namens der Intendanz des Theatervereins. Hinsichtlich der erforderlichen Spezialeffekte sei man bereits in Kontakt mit dem Cheftechniker des Magier-Duos Ehrlich Brothers.

Die Räuber von Friedrich Schiller bevölkern abends die Freilichtbühne; Regie führt Peter Lüdi. Die Kids dürfen sich auf Der gestiefelte Kater der Gebrüder Grimm in einer Bearbeitung von Herbert Broeren (Regie: Torsten Krug) freuen. Auf der Kleinen Bühne gibt Sebastian Kreutz mit einer neuen Auflage von Stückwerk Einblick in seine Arbeit mit der Jugend. Außerdem inszeniert er die Komödie Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde (João Bethencourt).

Im Jahr 2020 jährt sich die Ötigheimer Erstaufführung von „Wilhelm Tell“ zum 110. Mal. Was liegt näher, als den Schweizer Nationalhelden unter der Regie von Rebekka Stanzel wieder auf die Bühne zu holen, die nach ihm benannt ist. Abends verzaubert Die Pfingstorgel. Angedacht ist dabei, die Gäste zu animieren, Trachten als Garderobe für die den Vorstellungsbesuch zu wählen. Die schönsten Trachten sollen prämiert werden. (Manuela Behrendt)

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