Badische Neueste Nachrichten, 3. April 2019

Sanierung kostet Millionen

Auf ein überaus erfolgreiches, aber auch sehr probenintensives und anstrengendes Spieljahr 2018 haben die Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) zurückgeblickt. Maximilian Tüg, Geschäftsführender Vorstand des aktuell 1 550 Mitglieder zählenden Volksschauspielvereins, sprach von einem schweißtreibenden Kraftakt.
Diskutiert wurde beim Ausblick auf die Spielzeit 2020 unter anderem über die mutige Entscheidung, im nächsten Jahr auf dem Tellplatz keine drei, sondern nur zwei Stücke zu spielen und in der Kleinen Bühne nur ein Hauptstück pro Saison aufzuführen. Ins Feld führten der VSÖ-Vorsitzende, Pfarrer Erich Penka, und der Vorsitzende des Künstlerischen Ausschusses, Paul Hug, einen extrem hohen Probenaufwand. Ein weiteres wichtiges Thema war das Sanierungs- und Entwicklungskonzept, das für den Tellplatz und die Kleine Bühne erarbeitet werden soll.

In den Erhalt und die Modernisierung der Anlage müssen die VSÖ kräftig investieren. Diese Ausgaben in Millionenhöhe sind aber nicht alleine zu stemmen, so Maximilian Tüg. Zur Unterstützung sollen neben privaten Förderern und Unterstützern aus der Wirtschaft auch das Land, der Landkreis und die Gemeinde eingebunden werden. Laut Geschäftsstellenleiter Marc Moll besuchten 86 500 Zuschauer den Tellplatz (2017: 82 189) und 1 905 das Zimmertheater (2017: 1 914). Zur Betriebsabrechnung teilte er mit, dass die Barmittel abgenommen hätten. Das im Jahresergebnis ausgewiesene Minus von 200 000 Euro bleibe aber deutlich unter dem Planminus, erklärte Kurt Tüg, der zusammen mit Michael Happold die Finanzen prüfte.

Maximilian Tüg berichtete von der Beschaffung einer neuen Tonanlage, den Bau einer Kunstfelslandschaft und den Abschied vom musikalischen Leiter Ulrich Wagner und der Leiterin des Jugendorchesters, Tanja Maria Wagner. Neuer musikalischer Leiter wird der Kirchenmusiker und Kapellmeister Markus Bieringer aus Ettlingen. Das Jugendorchester wird seit Herbst von dem Rastatter Kilian Ziegler geleitet.

In diesem Jahr stehen Münchhausen, Die Räuber,  Der gestiefelte Kater, die Festlichen Konzerte unter der Leitung von Karl Albert Geyer und diverse Gastspiele auf dem Programm. 2020 wird mit Schillers Drama Wilhelm Tell der 110. Geburtstag des Ötigheimer Traditionsstückes gefeiert und Der Zauberer von Oz auf der Naturbühne zu erleben sein. Das Volksstück Die Pfingstorgel wird gestrichen und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Beklagt wurde in der Sitzung indes ein Mangel an Reitern und Pferden. (Ralf Joachim Kraft)

zurück zum Pressespiegel