Bdische Neueste Nachrichten, 29. August 2017

Dschungelbuch zog Besucher magisch an

Tosender Applaus erklang von den voll besetzten Rängen, als auf der Freilichtbühne der sinnbildlich letzte Vorhang fiel. Die Saison ist vorüber. Zeit für Geschäftsstellenleiter Marc Moll erste Bilanz zu ziehen. (Siehe Kultur.) Rund 600 Aktive im Alter von wenigen Wochen bis über 90 Jahre hielten die schauspielerische Ehre des Ortes hoch. Denn rund zwei Drittel der Beteiligten vor und hinter der Bühne sind Ötigheimer, erklärte Rudi Wild, der für den Spielbetrieb zuständig ist. Ganz so wie es Tradition ist, feierte er mit den anderen Beteiligten am Wochenende das Ende der Saison. Zuvor war ein letztes Mal Luther aufgeführt worden, eine Inszenierung von Rebekka Stanzel, die sich zum echten Kassenschlager entwickelt hat. 34 307 Zuschauer zählten die elf Aufführungen und brachten es damit auf eine Auslastung von 88,7 Prozent. Dagegen nimmt sich die Auslastung der ersten beiden Abende mit 67,01 und 71,5 Prozent fast mager aus. Doch von da an ging es sprunghaft nach oben zum fast dauerausverkauften Haus.

Fünf Mal wurde der Sommernachtstraum unter Regie von Thomas Höhne gezeigt. Ein Werk, das insgesamt 11 003 Personen anzog, was einer Auslastung von 62,59 Prozent entspricht. Der ganz große Renner war jedoch das Musical Dschungelbuch, das an vier Abenden 13 233 Besucher unterhielt und damit eine Auslastung von 94,09 Prozent bedeutet. Ergebnisse, welche auch die Gastspiele nicht zu toppen vermochten, auch wenn The Queen Night mit 3 065 Gästen und damit 93 Prozent sehr gut besucht war. Gleich an zweiter Stelle auf der Beliebtheitsskala landeten Marshall und Alexander, die an drei Abenden jeweils bei 76 Prozent lagen. Mit 64,71, 57,35 beziehungsweise 42,37 Prozent folgten Die große Schlager Star Gala, ORSO – Rock Symphony und One Night of ABBA gefolgt vom weit abgeschlagenen ORSO – Verdi Requiem bei dem gerade einmal 512 Gäste (14,67 Prozent) zu verzeichnen waren. Eine sehr gute Quote brachte das festliche Konzertwochenende im Juli mit 94,43 beziehungsweise 96,06 Prozent.

Blickt man auf die Gesamtergebnisse, so bedeutet das ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr, wie Marc Moll errechnet hat. Den diesjährigen Besucherzahlen in Höhe von 82 148 stehen 74 500 im letzten Jahr gegenüber, was einer Auslastungssteigerung von 71 auf 78,13 Prozent in der jetzt zu Ende gegangenen Saison entspricht.

Eine kleine Besonderheit gab es zum Abschluss obendrein. Denn unter die Konzertbesucher von Marc Marshall und Jay Alexander mischte sich Carmen Nebel. Die Fernsehmoderatorin trug sich denn im Anschluss auch ins Gästebuch des Hauses ein. Das war gewissermaßen ein als Lob zu wertendes Zeichen vom Profi an die engagierten Laien aus Ötigheim. Denn die hatten eine tolle Saison gespielt. Rudi Wild ist im Rückblick dankbar, dass das Wetter fast ausnahmslos auf der Seite der Akteure war, die bekanntlich unter freiem Himmel spielen. Doch absagen weil es regnet – das geht gar nicht, finden die Ötigheimer. So mussten Oberon Eric van der Zwaag und seine Mitstreiter bei strömendem Regen durch den Sommernachtstraum führen. Klar sei das hart, verrät Rudi Wild. Doch da müsse man durch, berichtet er von fast unsichtbaren Regencapes, die man den im Gras statisch ruhenden Elfen übers Kostüm ziehen habe können. Doch alle anderen mussten tapfer bleiben. Nass spielen ist besser zu ertragen, als ein nasses Kostüm anziehen zu müssen, um dann auf die Bühne zu gehen. So habe man die Pause genutzt, um mit einer Wäschschleuder und einem unter Hochdruck laufenden Trockner die Kostüme einigermaßen tragbar zu machen. Am nächsten Tag war von diesen Güssen indessen nichts mehr zu bemerken. Der Himmel war wieder blau und die Kostüme trocken. Wer das im kommenden Jahr hautnah miterleben will, der habe übrigens ausnahmsweise schon jetzt die Gelegenheit sich als Mitwirkender für den Vogelhändler einzuschreiben. (Christiane Krause-Dimmock)

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