Badisches Tagblatt, 31. März 2014

Ovationen für den Frühlingstraum

Der Frühling ist vielseitig und deshalb auch ein beliebtes Sujet für Künstler. Unter dem Motto Frühlingstraum haben nun die Jugendensembles der Volksschauspiele Ötigheim unter der Gesamtleitung von Ulrich Wagner das vollbesetzte Geschwister-Scholl-Haus mitgenommen auf einen Spaziergang durch musikalische Epochen, verschiedene Länder und Genres.

Die ersten Schritte führten an Antonio Vivaldis Der Frühling aus Die vier Jahreszeiten vorbei. Dem Jugendorchester unter Leitung von Alfons Rieger gelang es, bereits durch einen schwungvollen Auftakt das Publikum in Frühlingsstimmung zu versetzen. Das Wechselspiel der Soloviolinen erinnerte an das Vogelgezwitscher, das zur Frühlingszeit im Wald zu hören ist.

Bariton Julian Baumstark präsentierte mit Frühlingstraum von Franz Schubert ein Werk, das die Sehnsucht nach dem Frühling zum Thema macht. Nicht nur durch den sauberen und energischen Gesang, sondern auch durch ausdrucksstarke Mimik versetze Baumstark das Publikum zunächst in einen verträumten Zustand, um es dann harsch zu wecken.

Frech, fröhlich und verspielt präsentierte sich der Kinderchor unter Leitung von Maria Bagger. Mit Sound the Trumpet (Henry Purcell) und dem Volkslied The Bird’s Courting Song sorgte der Chor für internationales Flair. Dieser Verspieltheit schloss sich Sopranistin Melanie Thilenius (Kinderchor) an. Mit In Deiner Welt aus Arielle, die Meerjungfrau von Alan Menken bewies sie neben ihrem musikalischen Talent auch einen Hang zur Schauspielerei auf der vom blauen Scheinwerferlicht zur Unterwasserwelt verzauberten Bühne.

Gemeinsam präsentierten sich Kinderchor und Jugendorchester in einem sorgfältig aufeinander eingestimmten Miteinander mit Mozarts Komm lieber Mai und dem Vois sur ton chemin aus Die Kinder des Monsieur Mathieu. Sopranistin Judith Herz ließ sich in Felix Mendelssohn-Bartholdys Frühlingslied auf die schönen Melodien des Komponisten ein. Einen Höhepunkt bot das Jugendballett unter Leitung von Andrei Golescu und Julia Krug mit dem Entrée der guten Feen aus Tschaikowskys Dornröschen. Jede Fee stellte ein eigenes Merkmal vor. So bewegte sich Johanna Schlotter als Kraft energisch über die Bühne, während Celine Wiedemer mit eleganteren Schritten die Schönheit repräsentierte und Alina Steg mit Variation der Prinzessin Aurora ihr Repertoire an Schritten entfaltete.

Den Abschluss machten der Junge Chor und der Kinderchor mit We are the world von Michael Jackson.

Mit stehenden Ovationen belohnte das Publikum die Künstler für diesen besonderen Frühlingsspaziergang.

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