Badisches Tagblatt, 18. August 2017

ORSO rockt die Volksschauspiele

Die stehenden Ovationen der mehr als 2000 Zuhörer bei den Ötigheimer Volksschauspielen waren die gebührende Würdigung dessen, was die fast 200-köpfige Orchestra & Choral Society (ORSO) sowie sechs Solisten unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Roese am Mittwochabend über drei Stunden lang geboten hatten. Es war, ein Tag nach dem begeisternden Klassik-Abend mit Verdis Requiem (wir berichteten), eine mitreißende Rock-Symphony-Night.

Leidenschaftliche Präsentation, Spielfreude und Lebendigkeit prägten die Arrangements meist bekannter Rock- und Poptitel mit Rock-meets-Classic-Effekt, locker moderiert wurde der Abend von Harry Heib.

Am Anfang stand zunächst Klassik pur, eine musikalische Sequenz aus Pini di Roma, bei der Roese schon die ganze Kraft des aufgebotenen Klangkörpers präsentierte. Don’t stop me now von Queen mit Brigitte Oelke, Sascha Krebs und David Michael Johnson – alle seit Jahren erfahrene Musical-Darsteller – eröffnete den rockigen Reigen. So wie später im Finale mit der umwerfenden The Queen Symphony gelang die Hommage an Freddy Mercury.

Eine Garantin für mitreißende Soulmusik ist bei ORSO Brenda Boykin aus den USA. Bei George Gershwins „Sommertimes“ ging sie harmonisch in einen musikalischen Dialog mit der Engelsstimme von Susanne Müller. Diese konnte anschließend auch bei „Waiting for the night“ mit Partner Gunnar Schiereich überzeugen, begleitet von einem sphärische Klangbilder erzeugenden Chor. Zweimal brachte sich Mennana Ennaoui ins Programm ein: Die von Wolfgang Roese bearbeitete Version des Beatles-Titel Help und Baby Love von den Supremes waren musikalische Punktlandungen. Bei Smoke on the water von Deep Purple demonstrierte der Orchesterleiter, wie der Titel in neuem Gewand packender denn je sein kann. Umjubelt wurden Layla von Eric Clapton, mit spanischen Akzenten versehen und rhythmischen Sequenzen gespickt, und die Montage zu Smooth Criminal nach Michael Jackson, bei der Roese auch unter Beweis stellte, dass er ein begnadeter Pianist ist.

Der Bogen wurde von Kashmir von Led Zeppelin, über One aus Chorus Line bis zu David Bowies Space Oddity weiter gespannt – und dabei alles so serviert, dass das Publikum schon jetzt auf den 7. August 2018 wartet. Dann ORSO kommt wieder nach Ötigheim, und zwar mit einer Galanacht der Filmmusik. (Rainer Wollenschneider)

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