Badische Neueste Nachrichten, 22. Juli 2013

Ötigheim grüßt Paris

Aus Anlass der fünfzigjährigen Deutsch-Französischen Zusammenarbeit stellten die Volksschauspiele ihr diesjähriges Festliches Konzert unter das Motto Paris, Paris. Es bot dem neuen musikalischen Leiter der Volksschauspiele die Chance, sich mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm zu präsentieren und Ulrich Wagner, bestens bekannt als Chordirektor des Badischen Staatstheaters, deckte mit seiner Werkauswahl ein breites Spektrum musikalischer Genres ab.

Mit Georges Bizets Prélude aus der ersten L’Arlésienne-Suite stellte sich gut präperiert das erweiterte Kammerorchester der Volksschauspiele vor, gefolgt vom Kinderchor aus Bizets Oper Carmen. Als Gast vom Badischen Staatstheater sang Armin Kolarczyk das Gebet des Valentin Charles Gounods Faust. Während er seine Arie in vorbildlichem Französisch sang, trug der Konzertchor der Volksschauspiele den Faust-Walzer nach alter Väter Sitte in Deutsch vor. Eine schöne Rarität hatte Ulrich Wagner mit der Chasse royale aus Berlioz‘ Les Troyens ausgewählt, die nicht nur dem Orchester die Möglichkeit gab mit schönen Klangfarben zu brillieren, sondern auch den Tanzgruppen erste Auftrittsmöglichkeiten bot.

Mit La Traviata und La Bohème wandte man sich den in Paris spielenden Opern Verdis und Puccinis zu. Neben dem Traviata-Vorspiel und Germonts Arie Di provenza il mar (Armin Kolarczyk) fiel in diesem Block vor allem die vom Düsseldorfer Opernstudio kommende Aisha Tümmler mit dem Walzer der Musette auf.
Eine prächtige, von den Tanzgruppen schön bebilderte Suite aus George Gershwins An American in Paris entließ das Publikum in die Pause. Die Sopranistin Hanna Schmidt (I dreamed a dream und On my own) und der Junge Chor der Volksschauspiele (At the end of the day und Do you hear the people sing) nahmen sich engagiert Schoenbergs Les Misérables an, ehe die Choreografen Andrei Golescu und Julia Krug fünf Tänze aus Delibes‘ Coppelia präsentierten, die gewiss zum Besten gehörten, was das Ötigheimer Ballett in den letzten Jahren zeigte. Zwei Auszüge aus Hoffmanns Erzählungen führten zu dem  Pariser Komponisten schlechthin, dem Kölner Jacques Offenbach. Bevor jedoch sein mitreißender Cancan aus Orpheus aus der Unterwelt und das für das Finale obligatorische Feuerwerk den Abend abschlossen, durften noch der wieder sehr charmant moderierende Reinhard Danner und der Junge Chor ind Franz Léhars Die lustige Witwe die Pariser Grisetten besingen. (Manfred Kraft)

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