Badische Neueste Nachrichten, 30. April 2013

Nachwuchskonzert der Volksschauspiele Ötigheim

Nach einer Probenarbeit von zwei Monaten hat sich der Nachwuchs des Jugendorchesters der Volksschauspiele Ötigheim am Samstagabend im Gemeindehaus Alte Schule mit einem gelungenen Nachwuchskonzert der Öffentlichkeit präsentiert. Rund 100 Besucher ließen sich bei freiem Eintritt verzaubern von einem bunten Programm, in dem auch Platz für wunderbare Soloeinlagen war. Dieses Konzert ist bei uns schon seit einigen Jahren ein schöner Brauch. Die Jungmusiker erhalten Gelegenheit, ihren Leistungsstand zu zeigen und sich zu messen – obwohl sie bereits bei vielen Produktionen mitgewirkt und ihren Leistungsstand schon mehr als genug unter Beweis gestellt haben, erklärte der geschäftsführende Vorstand der Volksschauspiele, Werner Sachsenmaier, bei der Begrüßung. Ferner wies er darauf hin, dass die Volksschauspiele im nächsten Jahr zum 50-jährigen Bestehen der kleinen Bühne wieder eine Blaue Stunde mit dem Jugendorchester und dem Kinderchor in den Spielplan aufnehmen.

Eröffnet wurde das von Sibylle Schäfer moderierte Nachwuchskonzert von den Jüngsten – dem Vorensemble. Vier kleine Violinistinnen und ein kleiner Violinist im Alter von acht bis zehn Jahren legten sich unter der Leitung von Caroline Rieger mächtig ins Zeug. Begleitet von Silvia Bott am Klavier, spielten die von Alfons Rieger und seiner Tochter betreuten Kinder, von denen einige schon in Produktionen der kleinen Bühne mitgewirkt haben, zwei Stücke: zuerst mit dem Polly Wolly Doodle eine Melodie aus den USA, die in der gesungenen Fassung von Kinderstar Shirley Temple Bekanntheit erlangte, dann die französische Melodie J’ai du bon Tabac. Bei beiden Stücken merkte man den Kindern an, dass sie sich auf den Konzertabend bestens vorbereitet hatten. Lampenfieber zeigten sie kaum, obwohl einige von ihnen zum ersten Mal auf einer Bühne standen. Trotz ihres jugendlichen Alters von 14 bis 18 Jahren fast schon als alte Hasen bezeichnen könnte man die Mitglieder des Jugendorchesters, die auch 2013 in großen Produktionen der Volksschauspiele wie der Operette Schwarzwaldmädel oder den Festlichen Konzerten zu erleben sein werden. Leicht verstärkt durch Caroline Rieger und Sibylle Schäfer an der Bratsche, Beate Hoffmann am Cello und dem musikalischen Leiter Ulrich Wagner am Klavier, legten die sechs Geigerinnen und die beiden Geiger eine große Spielfreude und Musikalität an den Tag. Nach dem schmissigen Auftakt mit Christoph Willibald Glucks Marsch aus der Oper Alceste begeisterte der Klangkörper mit Antonin Dvoraks zauberhafter Humoreske, bevor er mit drei Sätzen aus Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik Glanz und Pracht des Hochbarock entfaltete. Mit Philibert de Lavignes Allegro aus der Sonate La Persan entführten die Instrumentalisten ins Paris der Barockzeit, reisten dann nach Südamerika, wo sie mit temperamentvoller Rhythmik und hinreißendem Streicherklang das Traditional Adios Muchachos erklingen ließen. Noch kurz ein Abstecher nach Liverpool zu den „Fab Four“ mit dem gefühlvoll interpretierten Welthit Yesterday aus der Feder von John Lennon und Paul Mc Cartney – und von dort zurück nach Österreich mit einem Kontrastprogramm im Dreivierteltakt, dem Walzer Künstlerleben von Johann Strauß. Furore als Solistin machte mit klarer, ausdrucksstarker Stimme die erst 16-jährige Ötigheimerin Sivia Bott, die am Klavier zuerst Laura Jansens Lied Wicked World, dann an der Gitarre ganz gefühlvoll ihre wunderschöne Eigenkomposition All oft the time sang und einen Riesenapplaus dafür erntete. Kurzum: Den Volksschauspielen braucht es bei so vielen jungen Talenten vor der Zukunft nicht Bange sein. Erst nach einer Zugabe des Jugendorchesters – der berühmten „Annen-Polka“ von Johann Strauß – durften die 13 jungen Musiker nach Haus. (Ralf Joachim Kraft)

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