Badisches Tagblatt, 22. Mai 2018

Mitfiebern mit Mogli und seinen Freunden

Auf dem Tellplatz geht Dschungelbuch – Das Musical im Juli in die zweite Runde. Die Geschichte von Mogli und seinen Urwaldfreunden bescherte den Volksschauspielen Ötigheim (VSÖ) im vorigen Sommer vier ausverkaufte Vorstellungen. Auch die Wiederaufnahme ist hinsichtlich der Zuschauerzahlen auf einem rekordverdächtigen Weg.

Eine so hohe Nachfrage im zweiten Jahr sei selten, freut uns aber sehr, bestätigt Regisseur Fritz Müller. Getoppt wurde diese Resonanz nur von Ronja Räubertochter (2010). Auch damals hieß der Regisseur Fritz Müller. Maria Bagger, Leiterin des Kinderchors, kennt das Geheimnis des Dschungelbuch-Erfolgs: Es ist ein ganz tolles Musical, schwärmt sie. Rund 60 junge Sänger wirken unter ihrem Dirigat mit, darunter zehn Neuzugänge. In regulären Chorproben machte Bagger die Neuen fit. Auch zu Hause übten die Kinder fleißig. Der Eifer liege an den Liedern: Die sind mitreißend und einfach super, sagt Bagger. Ballettmeisterin Julia Krug bringt ein Ensemble von fast 40 Tänzern in das Singspiel ein. In Sondertrainingsstunden lernten ihre drei Neuzugänge die Choreografie. Die Kinder der Vorjahresbesetzung hatten noch alles in Erinnerung, zeigen sich Bagger und Krug begeistert.

Müller ist sehr zufrieden, dass der späte Probenstart bestens gelang. Spät dran war man, da einige Rollenträger in der Fastnachtskampagne eingebunden waren und im Februar die Arbeit für Der Name der Rose begann. Dort spielt der Dschungelbuch-Regisseur die Hauptrolle des William von Baskerville. Ein paar von uns tanzen auf mehreren Hochzeiten, was es schwierig mache, Probentermine zu koordinieren. Müller sagt ohne Umschweife, dass die Doppelbelastung von Regie und Rollenspiel anstrengend sei. Dennoch komme der Spaß am großen Ganzen keinesfalls zu kurz.

Der Regisseur lobt seine Darsteller für deren Textsicherheit nach der Winterpause. Dies führe zu einer geringeren Probenfrequenz. Die Wiederaufnahme ist wesentlich entspannter, sagt er. Auf die leichte Schulter nehme man die Arbeit keinesfalls, denn erneut wolle man Qualität abliefern. Vor der ersten Aufführung läuft es wie vor einer Premiere, komplett mit Durchläufen und Hauptproben. Müller verweist dabei auf sein Leitungsteam. Bagger und Krug sieht er als sehr kompetente Kolleginnen, die gute Arbeit leisten. Viel Vertrauen setzt er in die langjährige und erfahrene Spielerin Bernadette Kölmel, die ihm als Regieassistentin zur Seite steht.

Auf die zweite Urwald-Saison freut sich ebenfalls Colin Kraft. Der 15-Jährige spielt Mogli. Wie fühlt es sich an, von fast 4 000 Zuschauern pro Aufführung bejubelt zu werden? Wenn ich spiele, bin ich so in der Rolle, dass ich wenig von der Reaktion des Publikums mitkriege, aber meine Mutter sagte mir, dass alle Kinder mit Mogli mitfiebern, wenn er gegen Shir Khan kämpft; das gibt Rückhalt. Über das hohe Zuschauerinteresse an der Wiederaufnahme sagt Colin: Das zeigt, dass wir unsere Sache gut gemacht haben. Müller fiel übrigens auf, dass viele Erwachsene ohne Kinder das Musical sahen. Da bewahrten sich wohl etliche ehemalige Kids ihr inneres Kindsein und bewiesen damit, dass Dschungelbuch – Das Musical eine gelungene Alltagsauszeit für alle Generationen darstellt. (Manuela Behrendt)

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