Badisches Tagblatt, 10. Januar 2014

Hochkomisches Stück hat lauter Hauptrollen

Große Ehre für den Ötigheimer Regisseur Hannes Beckert: Nachdem er im Jahr 2006 bereits den Wilhelm Tell zum 100-jährigen Bestehen der Freilichtbühne inszenieren durfte, haben ihm die Volksschauspiele nun auch die Regiearbeit für Die Hammelkomödie übertragen, mit deren Premiere am Freitag, 17. Januar, die Kleine Bühne ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

Für Hannes Beckert ist das groteske und hochkomische Werk von Gert Hofmann die siebte Regiearbeit, die er für die Volksschauspiele übernimmt. Neben dem Jubiläums-Tell im Jahr 2006 durfte er auch Ben Hur (2001) und Lumpazivagabundus (2012) auf Deutschlands größter Freilichtbühne inszenieren. Zudem standen mit Andorra (1998), dem Kleinen Kolumbus (2004) und dem Hotel zu den zwei Welten (2009) weitere Arbeiten auf der kleinen Bühne an.

Aber nicht nur als Regisseur, sondern vor allem auch als Schauspieler ist Hannes Beckert vielen in der Region bekannt. Zahlreiche Rollen hat er sowohl auf dem Tellplatz als auch bei der Kleinen Bühne übernommen. An die Anfänge des Theaterspielens kann er sich noch gut erinnern: In der der Spielgruppe der katholischen Liebfrauenpfarrei in der Karlsruher Südstadt habe ich mir die ersten Sporen als Schauspieler verdient, berichtet er rückblickend und fügt hinzu: Im Übrigen genau in der Pfarrei, in der der bekannte Ötigheimer Pfarrer und Gründer der Volksschauspiele, Josef Saier, seine letzte Kaplanstelle hatte, bevor er nach Ötigheim kam.

In Karlsruhe kam es auch zu einem ersten Kontakt mit dem Gründer der kleinen Bühne, Willi Panter. Er war Anfang der 1960er Jahre Zuschauer im von uns gespielten Stück ,Diener zweier Herren‘ und fragte mich, ob ich nicht auch in Ötigheim mitwirken möchte, berichtet Hannes Beckert, der insgesamt 17-mal unter der Regie von Willi Panter wirkte: Zwölfmal auf der kleinen Bühne und fünfmal auf dem Tellplatz, erzählt der 65-Jährige. So auch bei der bisher letzten Inszenierung der Hammelkomödie in Ötigheim im Jahr 1977. Ein Stück, das sehr vom Dialog lebt und bei dem die Pointen im Detail versteckt sind, berichtet Hannes Beckert und freut sich, dass er mit Lissi Hatz, Max und Kurt Tüg sowie Roman Gallion vier sehr erfahrene Schauspieler für das Stück gewinnen konnte. Hinzu gesellt sich Siegfried Kühn, ein Urgestein der Kleinen Bühne, der ebenso wie bei der letzten Inszenierung der Hammelkomödie auch dieses Mal wieder den Richter geben wird. In diesem Stück ist jede Rolle eine Hauptrolle, weiß Hannes Beckert und zeigt sich mit den Probearbeiten sehr zufrieden.

Nach der Sommersaison auf dem Tellplatz und den anschließenden Theaterferien wurden die ersten Probearbeiten Mitte September aufgenommen. Die heiße Phase hat erst im November begonnen. Nachdem das Stück des Jugendclubs ,Die Welle‘ kurz vor Weihnachten vorbei war, konnten wir auch mit dem Bühnenbild beginnen, berichtet Hannes Beckert und fügt hinzu, dass er die Kulisse bewusst variabel gestaltet hat: Der Vorhang wird zwischen den einzelnen Bildern nicht zugezogen, die Zuschauer können das komplette Geschehen also immer mitverfolgen, sagt der Regisseur, der seinen Inszenierung dem Gründer der kleinen Bühne, Willi Panter, widmet: Er hat mit seiner Arbeit bei jungen wie älteren Spielern dazu beigetragen, erfolgreich zu sein. Noch heute haben wir ihm in Ötigheim viel zu verdanken, sagt Beckert und hofft, dass wir uns mit dieser Inszenierung seiner würdig erweisen.

Nach der Premiere am Freitag, 17. Januar, ist Die Hammelkomödie“ bis Mitte März noch zehn weitere Male auf der Kleinen Bühne der Volksschauspiele in Ötigheim zu sehen. Wie das Büro der Volksschauspiele mitteilt, sind alle Vorstellungen ausverkauft.

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