Badisches Tagblatt, 13. November 2020

Neue Kleinformate bereichern die Saison

Es wird im Jahr 2021 in Ötigheim Theater gespielt; wir werden diese Krise kreativ meistern und positiv unsere kulturelle Zukunft gestalten, sagt Geschäftsführer Maximilian Tüg im BT-Telefoninterview zur Situation der Volksschauspiele (VSÖ) inmitten der Corona-Pandemie.

Dass man aus finanzieller Sicht aus dem Tal heraus schreitet, ist für Tüg eine umsetzbare Vision. Es gebe sichtbares Licht am Horizont. Anträge auf Finanzhilfen laufen, Mittelzusagen kommen in die Gänge, die Spendenbereitschaft von Fans und Gönnern sei ein weiterer wichtiger Baustein im großen VSÖ-Hoffnungsgefüge.

Statt sorgenvoller Blicke auf eine ungewisse Zukunft stehe beim Vorstandsteam das Planen auf Sicht im Mittelpunkt. Für den Theaterwinter der kleinen bühne war Regisseur Peter Lüdi seit Oktober am Proben. Dann hat uns der Lockdown light die Arbeit verhagelt, informiert Tüg. (…)

Auf werbende Druckerzeugnisse verzichtete man aus wirtschaftlichen Gründen für den Fall, dass Corona nochmals in die Planungen eingreifen würde und man Programmhefte und Werbeplakate ungenutzt vernichten müsste. (…) Die VSÖ-Vorstandsspitze zieht aus der Pandemie einen Lerneffekt: Diese besondere Zeit fordert von uns Flexibilität und Kreativität, um unseren Gästen Live-Entertainment zu bieten und als Vereinsgemeinschaft ein starkes, großes Team zu bleiben, das seinem kulturellen Hobby mit gewohntem Engagement nachgeht.

Im neuen Jahr startet in Ötigheim der Theaterwinter. Nicht auf der kleinen bühne, denn die Belüftungsmöglichkeiten sind nicht ideal. Stattdessen weicht man auf das Tellplatz-Casino aus. Zehn bis zwölf spannende Vorstellungen mit viel Witz und Raffinesse für jeweils maximal 25 Zuschauer innerhalb eines ausgefeilten Hygiene- und Lüftungskonzepts sind ab Ende Januar geplant. Wann genau? Darüber informieren wir ganz klassisch in den Zeitungen und auf unserer Homepage, sobald wir nach dem Lockdown die Termine festmachen können. Wenn ab Dezember Proben wieder erlaubt sind, werde man die Vorbereitungen für die Wintersaison in sportlichem Tempo weiterführen.

Ist es zu früh, nach dem Freilichtsommer zu fragen? Absolut, denn hier sind wir noch eifrig am Kalkulieren, müssen aber wegen der Vorplanungen bis spätestens Anfang Februar alles in trockenen Tüchern haben, erklärt der geschäftsführende Vorstand.

Und dann schüttelt er doch noch eine interessante Info aus dem Ärmel. Um finanziell aufzuholen, seien für den Sommer zusätzliche Alternativangebote angedacht. Wir haben unterschiedliche kleinformatige Produktionen im Sinn, quasi Dinge, die es so noch nie zuvor auf der Naturbühne gab, bei denen sich aber alle Tellplätzler einbringen können, die mitmachen wollen, macht er Appetit auf einen außergewöhnlichen Theatersommer 2021, in dem es für die Zuschauer erweiterte kulturelle Vielfalt zum Konsumieren geben soll. (Manuela Behrendt)

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