Badische Neueste Nachrichten, 15. Juli 2020

Keine Kohle von der katholischen Kirche

Bund, Land, Landkreis, Josef-Saier-Stiftung (JSS) und die Gemeinde Ötigheim haben nach Aussage des Geschäftsführenden Vorstands der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ), Maximilian Tüg, wirtschaftliche Unterstützung in Aussicht gestellt. Die katholische Kirche gehörte noch nicht zum Kreis der Unterstützer – und sie wird vorerst auch nicht dazugehören. Das hat Bistumssprecher Michael Hertl am Dienstag auf BNN-Anfrage bestätigt.
Durch die Corona-Pandemie brechen der Erzdiözese auch die bereits eingeplanten Einnahmen ein. Daher hat sie sich einer Haushaltssperre unterworfen, berichtet Hertl, dass die Erzdiözese daher keine Möglichkeit einer direkten finanziellen Unterstützung habe – weder der Volksschauspiele noch anderer nicht kirchlicher Einrichtungen. (…) Bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung wollte Ralph Ganz (CDU) wissen, ob sich schon die Kirche gemeldet hat. Er bezog sich dabei auf einen Förderantrag, den Pfarrer Erich Penka, erster VSÖ-Vorsitzender, im Mai beim Erzbischof und beim Generalvikar gestellt hatte. Auf Ganz’ Frage antwortete Bürgermeister Frank Kiefer, zugleich zweiter VSÖ-Vorsitzender, dass man hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung durch die Erzdiözese noch immer auf Rückmeldung warte und daher noch einmal nachfassen wolle. Am Donnerstag, 9. Juli, startete die Gemeinde Ötigheim mit der Josef-Saier-Stiftung nach Auskunft des Geschäftsführenden Vorstands Maximilian Tüg den zweiten Versuch. Sie schickten einen Brief. (…)
Bislang erhielten die Volksschauspiele 30.000 Euro Soforthilfe vom Land. Die Josef-Saier-Stiftung schießt voraussichtlich 20.000 Euro zu. „Bezüglich weiterer Förderung durch das Land warten wir noch auf Rückmeldung“, so Tüg. „Wir können seit Juli auch Bundesmittel beantragen.“ Man hoffe auf Klarheit bis Ende August. (Ralf Joachim Kraft)

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