Badische Neueste Nachrichten, 18. Februar 2017

Jede Idee wird Ernst genommen

Er sieht sich selbst als Koordinator zwischen den verschiedenen Sparten und Gruppierungen, zwischen den Hauptamtlichen und den ehrenamtlichen Tätigen, die alle zur großen Familie der Ötigheimer Volksschauspiele (VSÖ) gehören. Seit dem 1. November 2016 ist Maximilian Tüg geschäftsführender Vorstand der VSÖ und hat damals die Nachfolge von Werner Sachsenmaier angetreten. Damit wurde ein erster Schritt in Richtung Generationenwechsel bei den Führungsaufgaben gegangen. Weitere werden, so Maximilian Tüg, bei der Mitgliederversammlung am 31. März dieses Jahres folgen.
Ich hatte überhaupt keine Probleme, Mitglieder für die Mitarbeit im Vorstand oder den zahlreichen Ausschüssen zu gewinnen, zieht er ein positives Fazit über eine seiner wichtigen Aufgaben in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit. 30 Jahre ist Maximilian Tüg jung, aber er hat schon ziemlich viel Erfahrung in der Vorstandsarbeit gesammelt. Bereits 2003, mit nur 16 Jahren, wurde er Mitglied im Jugendbeirat, später dessen Vorsitzender. Im Vorstand der VSÖ hatte er bereits drei Jahre mitgearbeitet und Erfahrungen gesammelt, als die Frage an ihn herangetragen wurde, ob er sich vorstellen könne, den geschäftsführenden Vorsitz über den 1 600 Mitglieder starken Verein zu übernehmen. Er konnte es sich vorstellen, fand sich gut eingearbeitet von seinem Vorgänger und hat die Entscheidung nicht bereut. Es ist viel Arbeit und sie füllt mich voll aus, aber ich mache das gerne und mit Leidenschaft, so Tüg.
Die Aufgabe mit der Priorität eins wird nach der Wahl des neuen Vorstandes die Benennung eines neuen Vorsitzenden des künstlerischen Ausschusses und danach die Wahl der übrigen Mitglieder sein. Nach dem geschlossenen Rücktritt dieses künstlerischen Ausschusses im vergangenen Herbst blieb diese Position vakant. Ich wollte dem neuen Vorstand nichts vorwegnehmen, so Tüg. Zufrieden ist er mit der Arbeit der beiden Jugendreferenten, die ebenfalls im vergangenen Jahr installiert wurden. Sie leben sich immer besser in ihre Aufgaben ein.
Für seine Arbeit sieht er es als unabdingbar an, dass er jederzeit über alles im Verein im Bilde ist, was läuft oder eben nicht. Er lobt den guten Kontakt zu Marc Moll, dem Geschäftsstellenleiter, und zu Michael Lerner, dem Technischen Leiter. Dafür nutzt er die modernen Kommunikationsmöglichkeiten, da kann man sich kurzschließen, braucht nicht immer vor Ort zu sein. Wichtig ist ihm, dass jeder der Verantwortlichen mit seinen Ideen ernst genommen wird und diese verwirklichen kann.
Als Vermittler sieht er sich auch zwischen den verschiedenen Generationen, die sich für die VSÖ engagieren. Für viele spielt heute das Thema Selbstverwirklichung eine Rolle für ihr Engagement, früher war das nicht so, sind seine Erfahrungen. Als gebürtigem und überzeugtem Ötigheimer liegen ihm die Volksschauspiele nicht nur am Herzen, sondern auch im Blut. Schon als Junge stand er auf der Bühne. Eine seiner liebsten Rollen war die des Pontius Pilatus in Jesus Christ Superstar. Und er erinnert sich an Ben Hur: Den habe ich als kleiner Junge verschlungen, und später, als ich als Soldat auf der Bühne stand, war es ein ebenso grandioses Erlebnis. Ben Hur möchte er mal wieder auf die Bühne bringen, was aber gar nicht so einfach ist: Wir bräuchten vier sichere Gespannfahrer, die sind heute nicht leicht zu bekommen. Auch in dieser Spielzeit, für die die Proben, die Arbeiten in der Schneiderei und bei der Bühnentechnik bereits auf Hochtouren laufen, steht er wieder auf der Bühne: Maximilian Tüg spielt die Rolle des Bären Balu im neu-inszenierten Kinderstück Dschungelbuch – das Musical. Martina Holbein

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