Badische Neueste Nachrichten, 4. April 2016

Werner Sachsenmaier hört als Geschäftsführender Vorstand auf

Die Volksschauspiele zukunftsfähig machen, das ist die Aufgabe für die kommenden Jahre. Wie das geschehen soll, dazu hatte der Vorstand während einer Klausurtagung im Oktober vergangenen Jahres Ideen gesammelt. Gesellschaftliche Veränderungen, die sich in den Zuschauerzahlen zeigen aber auch im Engagement der Spielerinnen und Spieler, und anstehende personelle Veränderungen im Vorstand hatten dieses Brainstorming unter fachkundiger Leitung einer externen Beraterin notwendig gemacht.
Nach der Spielzeit 2016, also im September wird Werner Sachsenmaier als geschäftsführender Vorstand seinen Posten abgeben. Maximilian Tüg hat bereits seine Bereitschaft erklärt, in dessen Fußstapfen zu treten. Da er aber voll berufstätig ist, wird wohl ein Teil der Aufgaben, die Werner Sachsenmaier bisher erledigte, von den Hauptamtlichen in der Geschäftsstelle übernommen werden. Welche darunter fallen und wie das geschehen soll, werde in den nächsten Monaten konzeptionell erarbeitet, so Marc Moll, Leiter der Geschäftsstelle. Das bedeute eine andere Gewichtung der Arbeit der Geschäftsstelle, diese werde mehr Verantwortung übernehmen müssen, der Betrieb Volksschauspiele werde professioneller aufgestellt. Auch Robert Walz, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit, und Sadek Achache, der für die Vereinsorganisation federführend zuständig ist, stellen bei den turnusgemäßen Neuwahlen 2017 ihre Ämter zur Verfügung. Der Nachwuchs soll hier eine Chance bekommen, um den es bei den Volksschauspielen gut bestellt ist, so gut, dass die Position eines Jugendreferenten zusätzlich zum Jugendbeirat mit Sven Engel an der Spitze geschaffen wurde. Wichtig ist dem Vorstand auch, dass die Mitglieder in den Umwandlungsprozess mitgenommen werden, dass sich die Kommunikation zwischen Verantwortungsträgern und der Vereinsspitze intensiviert.
Dieses Anliegen liegt sowohl Pfarrer Erich Penka als Vorsitzendem wie auch Bürgermeister Frank Kiefer als dessen Stellvertreter am Herzen. Eine Mitgliederbefragung soll dabei helfen, herauszufinden, was sich die Mitglieder wünschen. Und es soll nach mehr als 14 Jahren wieder eine Zuschauerbefragung geben, um die Ergebnisse in die Programmplanung einfließen zu lassen. Denn im vergangenen Jahr war die Besucherzahl zwar um 3 000 höher als 2014, aber es gab mit Amadeus einen Ausreißer nach unten. Nicht nachvollziehbar, so die Verantwortlichen, denn die Inszenierung war künstlerisch hochstehend und wurde von denen, die sie sahen, begeistert aufgenommen.
Ihren Jahresbericht gaben Sabine Speck als Spielervorstand, Rudi Wild als Vorsitzender des Ausschusses Spielbetrieb, Fritz Müller vom künstlerischen Ausschuss, Robert Walz seitens der Öffentlichkeitsarbeit, Sadek Achache als Vorsitzender der Vereinsorganisation und Sven Engel als Vertreter der Jugend ab. Werner Sachsenmaier berichtete, dass 70 Bäume im vergangenen Winter gefällt werden mussten, neue wurden bereits gepflanzt. Und es wurden sämtliche Restschulden in Höhe von 347 812 Euro getilgt, so dass das Barvermögen sich aktuell auf 121 037 Euro beläuft, die Volksschauspiele aber komplett schuldenfrei sind. Und das, obwohl das Tellplatz-Casino gebaut wurde und sogar eine Überdachung des Vorplatzes bekam und die anderen Gebäude mit Zuschüssen vom Land energetisch saniert wurden. Er lud die Anwesenden der Jahreshauptversammlung – im Geschwister-Scholl-Haus musste angebaut werden – zum Theaterfest am Sonntag, 29. Mai anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Volksschauspiele Ötigheim ein, das in einem bunten Programm den Blick ins Innenleben der VSÖ öffnet. Eine gute Nachricht hatte sich Bürgermeister Kiefer bis zum Schluss aufgehoben: In Verhandlungen mit der Deutschen Bahn hat er erreicht, dass die Sperrung B 3/B 36 wegen der Baustelle Rastatter Tunnel erst nach der Spielzeit 2016 beginnt. (Martina Holbein)

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