Badische Neueste Nachrichten, 18. April 2018

Auch für Erwachsene sind Freunde wichtig

13 500 Besucher erlebten im Theatersommer 2017 Rudyard Kiplings berühmtes Dschungelbuch. Mit einer Horde wild tanzender Affen, einer hypnotisierenden Schlange und einer marschierenden Elefantenkompanie erweckten die Darsteller der Volksschauspiele Ötigheim das beliebte Märchen zu neuem Leben. Aufgrund der großen Nachfrage und des Erfolges, steht das Stück auch in diesem Jahr wieder auf dem Spielplan. Ab Samstag, 7. Juli, heißt es dann wieder Musical-Abenteuer für die ganze Familie. Der Kartenvorverkauf hat aber schon jetzt begonnen und die Schauspieler um Regisseur Fritz Müller proben fleißig ihre Texte. Einer von ihnen ist der 15-jährige Colin Kraft. Er übernimmt mit Menschenkind Mogli eine der Hauptrollen. Mit unserer Mitarbeiterin Meike Paul sprach der Schüler nun über die Lebensdevise Probier’s mal mit Gemütlichkeit, sein Winterhobby Curling und den Traum, einmal Harry Potter zu spielen!

Das Dschungelbuch kam im letzten Jahr so gut an, dass es in diesem Jahr erneut auf dem Spielplan steht. Wie ist das für Euch Darsteller – macht das stolz?
Colin: Na klar! Das hätten wir nicht erwartet. Selbstverständlich macht es stolz. Das bedeutet ja, das wir unsere Sache gut gemacht haben. Und genau das war ja auch unser Ziel.

Die Geschichte um Balu den Bären und seinen Menschenfreund Mogli kennen viele ja von Kindheitstagen an. Was hat Dich an der Geschichte fasziniert?
Colin: Na als kleiner Junge fand ich es cool, dass die Tiere sprechen können. Es geht um Freundschaften. Um Kumpels, die gemeinsam durch dick und dünn gehen und füreinander einstehen. Es geht aber auch um Freunde, die gemeinsam das Leben genießen und chillen. Die Mischung macht’s.
War es für Dich schwierig, in die Rolle des Mogli hineinzufinden?
Colin: Eigentlich gar nicht. Ich hatte vorher nur Statisten- und Nebenrollen. Dachte mir dann, gehste zum Casting, probierste mal aus. Es hat geklappt. Und da mir die Story echt gut gefällt, war das überhaupt nicht schwierig für mich. Ein Wahnsinnsgefühl.
Wie klappt das mit Theaterproben neben der Schule? Fällt Dir das Text-Auswendiglernen schwer?
Colin: Um ehrlich zu sein, klappt das echt gut. Wir hatten ein halbes Jahr Zeit zum Lernen. Es war ja auch meine erste, richtige Sprechrolle. Trotzdem konnte ich die Parts meiner Kollegen ziemlich schnell mitsprechen. Das jetzt alles wiederaufzufrischen, ist kein Problem. Im Gegenteil: Es macht mir Spaß. Na, und zum Proben treffen wir uns regelmäßig. Vorm Auftritt natürlich häufiger.
Könntest du Dir vorstellen, später einmal Musical-Darsteller oder Schauspieler zu werden? Oder vielleicht Sänger?
Colin: Das klingt schon spannend. Aber in dieser Branche muss man auch das Glück haben, davon Leben zu können. Ich glaube Talent reicht da nicht aus. Momentan interessiere ich mich sehr für Technik. Ich denke, ich werde erst einmal herausfinden, was ich in diesem Bereich machen möchte und mich da reindenken. Na, und wenn es später doch mal anders kommen sollte – dann habe ich wenigstens ein Backup.
Das heißt, Chemie und Physik zählen zu Deinen Lieblingsfächern?
Colin: Ich interessiere mich für viele Dinge: Kunst, Sport, Englisch. Die Technik. Ich singe auf der Bühne und mag das Schauspiel. Also kann man auch Musik und Deutsch dazuzählen.
Gibt es eine Rolle, die Du unbedingt mal spielen willst?
Colin: Ich bin ein großer Harry-Potter-Fan. Den Zauber-Schüler würd’ ich echt gern mal verkörpern. Sollte Harry Potter aufgeführt werden, dann bewerbe ich mich gerne.
Und hast Du einen Lieblings-Harry-Potter-Band?
Colin: Quatsch. Die sind alle gut. Der Wahnsinn. Die Bücher brillant, die Filme unterhaltsam. Eine Aufführung wäre großartig.
Was sagst Du – warum begeistert das Dschungelbuch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene?
Colin: Das Thema Freundschaft ist doch nicht nur was für die Kleinen. Freundschaft gehört zum Leben dazu. Im Idealfall knüpft man einige schon in der Kindheit. Aber auch als Erwachsener kann ich das Balu-Mogli-Leben doch mögen. Dazu kommt diese tolle Botschaft: „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit!“ Alles ein bisschen leichter nehmen. Ich denke, das können sich viele Menschen vornehmen.
Was machst Du eigentlich, wenn Du nicht beim Theater bist?
Colin: Mein Jahr gliedert sich in zwei Hälften. Ich spiele in der zweiten Juniorenmannschaft beim Baden Hills Golf und Curling Club. Das ist zeitlich perfekt, weil die Curlingsaison von Oktober bis März dauert und dann Sommerpause ist. Dann kann ich mich aufs Schauspiel konzentrieren. Ich habe also ein Winter- und ein Sommerhobby.
Und hast Du auch musikalische Vorbilder?
Colin: An Musik mag ich eigentlich Rap und Pop. Ich höre gerne Drake oder Ed Sheeran. Da bin ich Mainstream.
Was wünschst Du Dir für die bevorstehende Freichlichtbühnen-Saison?
Colin: Viele Besucher, keine Textpatzer, schönes Wetter und Applaus.
Und wenn es doch regnet? Dann bist Du nicht nur ein Schönwetter-Darsteller oder?
Colin: Quatsch. Wir inszenieren bei jedem Wetter. Also, so, dass es nicht gefährlich wird, natürlich. Wenn es regnet, dann regnet es eben. Es gibt Schlimmeres als Wasser.
Warum sollte man sich das Dschungelbuch in Ötigheim auf keinen Fall entgehen lassen?
Colin: Na, wegen mir natürlich. (lacht) Spaß! Wir sind ‘ne tolle Truppe. Wir haben Spaß an dem, was wir da tun und ich glaube, das merkt man uns auch an. Es gibt tolle Lieder, die einen mitreißen können – wenn man sich drauf einlässt. Na, und außerdem versprechen wir einfach ein tolles, unterhaltsames Theatererlebnis.

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