Pforzheimer Zeitung, 26. Februar 2021

Hoffnung nach der Leere

Still und leise hat sich – zumindest in der Außenwirkung – bereits Mitte Dezember 2020 der gebürtige Pforzheimer Marc Moll nach mehr als zwölf Jahren als Geschäftsstellenleiter verabschiedet. Auf eigenen Wunsch, wie es heißt. Für eine Stellungnahme war der Betriebswirt, der zuletzt von Eisingen nach Ölbronn zog, nicht zu erreichen. Im Präsidium des Blasmusik-Kreisverbands Pforzheim-Enzkreis ist Moll nun als Geschäftsführer gelistet. Der vor über 100 Jahren gegründete Verein strukturiert um und teilt Molls Position gewissermaßen auf. Die Verantwortung für die kaufmännische Geschäftsführung übernimmt im Ehrenamt der geschäftsführende Vorstand des Theatervereins Maximilian Tüg. (…)

Für uns Berufstätige wird es zunehmend schwer, alles ehrenamtlich nebenher zu steuern. Daher haben wir uns für unseren Kernbereich einen Theaterfachmann geholt, sagt Tüg. Von 1. April an wird Stefan Haufe (58) Künstlerischer Betriebsdirektor. Geboren in Oberhausen, wirkte der Choreograf und Regisseur zuletzt als Künstlerischer Leiter der Rosenberg Festspiele in Kronach/Oberfranken. (…)

Wie steht es um die Finanzen in Zeiten der Pandemie?

Schlecht. Die hauptamtlich Beschäftigten sind daher bis Ende Februar in Kurzarbeit, dann startet die Produktion der neuen Saison. Bislang fehlen der Bühne etwa 750.000 Euro. Und es könnte noch mehr werden, befürchtet Tüg. Obgleich er dankbar sei für die große Spendenbereitschaft: Bislang sind gut 60.000 Euro zusammengekommen. Zunächst sei man davon ausgegangen, man könne die ausgefallene Saison 2020 eins zu eins auf dieses Jahr übertragen, erklärt Tüg. Doch die Vorsorgemaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben die Volksschauspiele dazu gezwungen, das Programm anzupassen. Gerade unser Paradestück ‚Wilhelm Tell‘ lebt von großen Massenszenen, Reiterei, Tanz und Chören auf der Bühne. Das wird nicht machbar sein, sagt Tüg. Nun würde nur mit 30 bis 50 Mitwirkenden geplant statt Hunderten. Ein abgespecktes Ensemble mache es einfacher, im Umfeld der großen Bühne mit Abstand zu agieren. Insgesamt sei er trotz vieler Fragezeichen vorsichtig optimistisch, was die Durchführung der Saison angeht.

Wie sieht das Alternativprogramm für dieses Jahr aus?

Geplant werden 34 Vorstellungen – mit Curt Goetz‘ bereits 2006 aufgeführter Komödie Das Haus in Montevideo (Premiere: am 12. Juni), dem Musical Der kleine Horrorladen und dem Kinderstück Max und Moritz nach Wilhelm Busch. Ob Peter Kraus, Annett Louisan, Gregor Meyle oder Glasperlenspiel – sie werden tatsächlich auf 2021 übertragen. (…) (Michael Müller)

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