Galerie Ortenau, 24. Juni 2014

Ein Hauch Bayern in Baden

Ein Hauch Bayern in Baden! Bei angenehm warmen Temperaturen fand am 21. Juni die Premiere der bayerischen Komödie Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben auf Deutschlands größter Freilichtbühne statt. Trotz des gleichzeitig stattfindenden WM-Spiels zwischen Deutschland und Ghana waren die Ränge der Volksschauspiele überraschend gut gefüllt.

Das Stück ist schnell zusammengefasst. Ein 72-jähriger Büchsenmacher vom Tegernsee namens Kaspar Brandner muss sterben. Zumindest behauptet das der Tod – beziehungsweise der schwarz gekleidete Boanlkramer, der ihm einen Besuch abstattet und ihn zu holen beabsichtigt. Seines Lebens noch lange nicht überdrüssig, gelingt es dem Helden bei einem Kartenspiel, mit Überredungskunst und reichlich Kirschwasser weitere 18 Lebensjahre zu erspielen. Die neugewonnene Zeit verläuft jedoch nicht ohne gewisse tragische Einschnitte im Leben des Brandern Kaspars. Auch im Himmel ist man vom Unvermögen des Boanlkramers wenig begeistert. So wird ihm vom Portner Petrus aufgetragen, sein Werk nun endlich zu vollenden und den Brandner Kaspar doch früher aus dem Leben scheiden zu lassen. Da dieser aber auch weiterhin nicht bereit, ist das Zeitliche zu segnen, entschließt sich der Boanlkramer zu einer List.

Wunderbare Bühnenbilder, tolle Requisiten und Kostüme sowie die durch die hervorragende Akustik schön zur Geltung kommende musikalische Umrahmung passten herrlich in die sehr gelungene Komposition des Stücks. Die riesige, beinahe unüberschaubare Bühne wurde in ihrer Gesamtheit auch durch die effektreich in Szene gesetzten Pferde und Tanzeilagen sehr gut genutzt. Auch für die Zeit vor und nach der zweistündigen Aufführung sowie in der halbstündigen Pause ist im weitreichenden Areal hinter den Rängen alles Notwendige für das leibliche Wohl vorhanden. Zusammen mit den unkomplizierten und in ausreichender Zahl vorhandenen Parkmöglichkeiten ist die Freilichtbühne Ötigheim vor allem in Verbindung mit einer Aufführung des Brandner Kaspar empfehlenswert und auf jeden Fall einen Besuch wert. Insbesondere Kenner und Liebhaber der bayerischen Mundart kommen auf ihre Kosten. Daher: Unbedingt ansehen! (Marita Lang)

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