Badisches Tagblatt, 31. Oktober 2016

Haben Ideen Josef Saiers weiterentwickelt

Vor 85 geladenen Gästen bereiteten die Volksschauspiele Ötigheim am Freitagabend im Tellplatz-Casino ihrem geschäftsführenden Vorstand Werner Sachsenmaier ein ehrenvolles Abschiedsfest ohne Pathos. Seit 61 Jahren ist Sachsenmaier bei den Volksschauspielen aktiv, bleibt den Schauspielamateuren auch weiterhin als Chorsänger, Rollenträger und Archivverwalter treu. Mit seiner Frau Elisabeth, die nach den Worten von Landrat Jürgen Bäuerle ebenfalls volle Kanne auf dem Tellplatz daheim war und den verdienten Ruhestand antritt, will Sachsenmaier künftig die Welt entdecken.

Ein überreichter Reisegutschein in einer Box voller Südseeblumenkränze ließ Spekulationen über das Urlaubsziel offen. Als Erinnerung an seine jahrzehntelange Führungsposition gab es eine Kapitänsmütze und vom Verband Deutscher Freilichtbühnen eine Ehrennadel. Landrat Bäuerle überreichte als Anerkennung für Ihr Lebenswerk hier in Ötigheim die Josef-Saier-Medaille in Gold, ein seltenes Stück, das die Josef-Saier-Stiftung nur an Personen verleiht, die sich in außerordentlich hohem Maß und mit großem persönlichen, uneigennützigen Einsatz um die Volksschauspiele Ötigheim verdient machten. Nach Landrat Camill Wurz (1983), Minister a.D. Erwin Vetter (2008) und Architekt Emil Heid (2011) ist Sachsenmaier der vierte Empfänger dieser außergewöhnlichen Ehrung. Seinen Nachfolger Maximilian Tüg beschenkte Sachsenmaier mit einer Augenlupe für guten Durchblick, einem Kompass für den richtigen Weg sowie einer Flasche Magenbitter gegen den nicht ausbleibenden Ärger.

Die musikalische Einfassung des Abends übernahm instrumental unter der Leitung von Matthias Hammerschmitt ein Streicherensemble des Volksschauspiel-Orchesters. Vokal brillierten die Gesangssolisten Saskia Stößer und Julian Baumstark aus dem jungen Chor als Repräsentanten für die beispiellose Jugendarbeit des Vereins. Kurz vor Beginn ihres Konzerts in Magdeburg nahmen sich Marc Marshall und Jay Alexander Zeit für eine Liveschaltung nach Ötigheim, um Sachsenmaier mit gesungenen Grüßen und Dankesworten zu überraschen. Die Reden des Abends waren kurz und gehaltvoll und ließen das beeindruckende Schaffen Sachsenmaiers für die Volksschauspiele Revue passieren.

Erich Penka, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Südhardt-Rhein und Vorsitzender der Volksschauspiele: Es ist eine Ehre, heute dem Ehepaar Sachsenmaier in besonderer Weise ?danke? sagen zu dürfen. Sie, Herr Sachsenmaier, sind einer der Felsen in der Brandung der Volksschauspiele; mit sehr viel Herzblut und großem Engagement haben Sie die Leitung ausgeübt. Sie haben uns mit Ihrem großen Erfahrungsschatz gestützt, geführt und auch gebremst, um die Volksschauspiele vorwärts zu bringen.

Frank Kiefer, Bürgermeister von Ötigheim und zweiter Vorsitzender der Volksschauspiele: Die Etjer Dorfgemeinschaft hat Ihnen viel zu verdanken. Es gibt kein Thema im Ort, über das Sie nicht referieren können. Für Sie stand immer das Wohl von Ötigheim im Vordergrund. Durch Ihr unbändiges Wirken, Ihren Fleiß, Ihr großes Gedächtnis, Ihre Liebe und Leidenschaft zu den Volksschauspielen haben Sie sich um die Gemeinde Ötigheim und ihrer Vereine verdient gemacht.

Jürgen Bäuerle, Landrat und Präsident der Josef-Saier-Stiftung: Werner Sachsenmaier ist ein Mensch, der sehr wohl unterscheiden kann, was wünschenswert und was machbar ist, wie man attraktiv bleiben und dem Vermächtnis von Josef Saier gerecht werden kann. Er hat alles mit Augenmaß vorangetrieben und sich mit den Volksschauspielen identifiziert. Nichts war ihm zu viel.

Maximilian Tüg, neuer geschäftsführender Vorstand der Volksschauspiele: Mit Respekt und ohne Angst gehe ich dank Dir an meine neuen Aufgaben.

Wolfgang Schiffelholz, Präsident des Verbands deutscher Freilichtbühnen: Werner Sachsenmaier war in seinem ehrenamtlichen Vollzeitjob fast täglich für die Volksschauspiele aktiv; darüber hinaus bringt er als Beisitzer im Verband deutscher Freilichtbühnen ruhig, besonnen und zielgerichtet sein Fachwissen ein. Er steht für den mustergültigen Geist eines funktionierenden Vereins.

Lars Sörös-Helfert, Schatzmeister des Landesverbands der Amateurtheater: Ich habe Dich als kompetenten, fairen Freund und Partner kennengelernt. Ich kann Ihnen sagen, Herr Tüg, die Messlatte in Sachen Verbandsarbeit weit über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus hängt sehr, sehr hoch.

Werner Sachsenmaier: Danke für die vielen Worte der Wertschätzung. Ich nehme die Ehrungen sehr gern an, aber für alle von uns, die wir für die Erfolge der Volksschauspiele mitgearbeitet haben. Allein kann und konnte ich nichts. Ich brauchte immer ein gutes Team, um mich zu beraten. Wir haben die Ideen von Josef Saier nicht verraten, sondern kontinuierlich weiterentwickelt. Macht bitte keinen Betrieb aus dem lebendigen Verein! Max Tüg wünsche ich eine stets glückliche Hand, Nerven wie Drahtseile und loyale Mitarbeiter; mit meiner Hilfe kann er immer rechnen, wenn er sie abruft.

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