Badische Neueste Nachrichten, 18. August 2017

Grandios und mitreißend

Jetzt gab es bei den Volksschauspielen Ötigheim auch die bewährte Rock Symphony Night. Bei gutem Besuch und besten äußeren Bedingungen bot das ORSO Rock Symphony Orchestra seinen Zuhörern eine Reise durch die Rock-, Pop- und Musicalgeschichte und präsentierte eine Reihe deutscher Musicalstars.

Mit I pini della Via Appia, dem vierten Satz aus Ottorino Respighis Tondichtung I Pini di Roma, schlug der Opener nicht nur den Bogen zum Vorabend, sondern weckte bei den eher auf Pop fixierten Zuhörern vielleicht auch den Wunsch mal einen Blick auf ein anderes Genre der Musik zu werfen. Die großen Hits der Gruppe Queen bilden seit Jahren einen Fixpunkt im Repertoire des Ensembles und mit Brigitte Oelke, Sascha Krebs und David Michael Johnson standen drei Sänger zur Verfügung, die zur Erstaufführungscast des Musicals We Will Rock You zählten. Sie begeisterten jedoch auch mit Titeln wie Steve Balsamos For Always (David Michael Johnson), David Bowies Space Oddity (Sascha Krebs) oder Steven Tylers Dream On (Oelke und Krebs).

Mit einer prachtvollen Version von Als hätten wir uns nie Good-bye gesagt aus Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“ führte Brigitte Oelke auch den Reigen der Musicalsongs an. Der unvergängliche „Impossible Dream“ aus Mitch Leighs „Man of La Mancha“ (Gunnar Schierreich) und Summertime aus George Gershwins „Porgy & Bess“ (Susanne Müller und Brenda Boykin) gefielen ebenfalls. Mit ihrer grandiosen Soul-Stimme war Brenda Boykin sowieso der absolute Liebling des Publikums. Ihr Highlight: Led Zeppelins Kashmir, das sie zusammen mit Sascha Krebs rockte. Erstmals zu hören war Mennana Ennaoui, die mit Lennon/McCartneys Help und mit Mother’s Finests Baby Love nachhaltig auf sich aufmerksam machte und die man gerne wiederhören würde. Doch die eigentlichen Höhepunkte waren die von Wolfgang Roese exzellent arrangierten und dirigierten Instrumentalstücke, die allenfalls vom Chor begleitet wurden. Marvin Hamlischs One aus A Chorus Line, Eric Claptons Layla und Deep Purples Smoke On The water wurden gekrönt durch eine mitreißende Version von Michael Jacksons „Smooth Criminal“, die geradezu sinfonische Ausmaße annahm.

Als einziger Wermutstropfen erwies sich der moderierende Harry Heib. Über den Stil und die übermittelten Informationen kann man geteilter Meinung sein, nicht jedoch über gestotterte Sätze und verschluckte Endsilben, dies darf einem gelernten Schauspieler nicht passieren. Doch das Publikum zeigte sich hell begeistert und schien auch mit dem Moderator zufrieden. (Manfred Kraft)

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