Galerie Ortenau, 20. Juli 2013

Festliches Konzert entführt nach Paris

Ein Hauch Großstadtflair kehrte am 19. Juli in das beschauliche Ötigheim ein. Unter dem Motto Paris, Paris! wurde auf Deutschlands größter Freilichtbühne eine musikalische Reise in die Stadt der Liebe angetreten, die mit einem großen Knall und vielen bleibenden Eindrücken endete.

Das Programm, das im Voraus unter anderem im Internet einsehbar war, hatte es in sich: Georges Bizet, Hector Berlioz, Guiseppe Verdi, Giacomo Puccini, George Gershwin, Léo Delibes; nur um ein paar Namen zu nennen. Der neue musikalische Leiter Ulrich Wagner hatte eine beachtliche Auswahl getroffen, die auch hohe Erwartungen setzte. Umso gespannter war ich daher auf das Konzert. Der Abend begann kurz nach 20 Uhr – nachdem sich die Sitzreihen gefüllt und das Orchester Platz genommen hatte, um das Eingangsstück L’Arlesienne-Suite Nr.1 von Bizet zu spielen. Anschließend wurde das Publikum von dem Moderator Reinhard Danner begrüßt, der durch den weiteren Abend führte. Er verlor nicht nur einige Worte zu der seit 50 Jahren bestehenden deutsch-französischen Freundschaft, die die Programmauswahl ursprünglich inspiriert hatte, sondern gab auch einige wichtige Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Musikstücken. Es folgte ein Stück, das von einem Kinderchor begleitet wurde. Anschließend sang der Solist Armin Kolarczyk mit dem Erwachsenenchor zu der Musik von Charles Gounod. Der darauffolgende Auszug aus der Oper Les Troyens von Hector Berlioz wurde schließlich von den jungen Balletttänzerinnen untermalt. Die gebotene Vielfalt war fantastisch. Dazwischen meldete sich ab und an wieder der Moderator zu Wort, um auf unterhaltsame Art und Weise auf musikalische Entstehungsgeschichten oder auf das Pariser Zeitgeschehen zu verweisen.

Nachdem die Sopranistin Aisha Tümmler die Arie der Musette aus Puccinis La Bohème zum Besten gab und damit das Publikum begeisterte, bot das Orchester vor der anschließenden 30-minütigen Pause einen ausführlichen Querschnitt der Filmmusik zu Ein Amerikaner in Paris. Die Stadt der Mode, der Party und des Leichtsinns, wie Danner zuvor Paris beschrieb, wurde nicht nur durch die Musik zum Leben erweckt. Auf der großen Bühne hinter dem Orchester fand, vor der Kulisse der Kathedrale von Notre Dame, eine Modenschau mit anschließender After-Show-Party im Stile der goldenen 1920er-Jahre statt.

Auch nach der Pause wurde wieder zur Musik mitgesungen und getanzt. Besonderes Highlight war diesmal die Arie der Olympia aus Jacques Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen. Darin brillierte erneut die Sopranistin Tümmler, diesmal als lebensgroße, mechanische Puppe Olympia. Obwohl diese Darbietung kaum überboten werden konnte, wurde das Publikum ein weiteres Mal in begeistertes Staunen versetzt. Ein plötzlicher Knall folgte dem nächsten und ein Feuerwerk begann den Nachthimmel zu erleuchten, während das letzte Stück, der berühmte Cancan aus Offenbachs Operette Orpheus aus der Unterwelt, dargeboten wurde. Belohnt wurde dieses besondere Finale sowie die großartige Darbietung des Orchesters, der Tänzer und der Sänger mit minutenlangem Klatschen und mehreren Bravo-Rufen. Es war ein gelungenes Ende eines fulminanten Konzertabends, das kurz vor 23 Uhr eingeläutet wurde. Besonders hervorzuheben war nicht nur die fabelhaft getroffene Auswahl der Stücke, sondern auch der hohe Unterhaltungswert, der die Stunden im Nu vergehen ließ. (Margarita Lang)

zurück zum Pressespiegel