Badisches Tagblatt, 27. November 2018

Etwas ganz grandioses

Die Begrüßung zum jährlichen und traditionell umfangreichen Ehrungsreigen im Rahmen des Kameradschaftsabends der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) gestalteten die Moderatoren Sven Engel und Tobias Kleinhans am Samstag in der Mehrzweckhalle gesanglich mit einem pfiffigen Servus, grüezi und hallo, in welches sie textlich gleich die Namen der Ehrengäste mit einbauten.

Die Josef-Saier-Medaille für überdurchschnittlich fleißiges Engagement zugunsten der VSÖ überreichte Landrat Jürgen Bäuerle (Präsident der Josef-Saier-Stiftung) als höchste Anerkennung an Hannes Beckert und Gustav Schäfer. Beckert ist seit 54 Jahren überaus rührig im Schauspielverein, spielte mehr als 100 Rollen, führte Regie in namhaften Produktionen im Freilichttheater und auf der Kleinen Bühne. Als den Part aus seinem Repertoire, der ihn bis heute tief berührt, nannte Beckert in seinen Dankesworten den Judas in der Passion und gab mit einem Zitat aus der Gethsemane-Szene einen kleinen, aber feinen Blick auf diese Rolle.Schäfer ist seit 1981 in der Reiterei unverzichtbar, ist versiert im Lenken von Streitwagen, Kutschen und anderen Gefährten, rekrutierte für die VSÖ etliche tierische Darsteller und besorgte aus dem Schwarzwald die Postkutsche, mit der die Christel in der Operette Der Vogelhändler im Sommer ihr großes Entree zelebrierte.Für langjährigen aktiven und treuen Einsatz ehrten der Verband Deutscher Freilichtbühnen (VDF), der Landesverband der Amateurtheater, die Josef-Saier-Stiftung sowie die Gemeinde Ötigheim Erika Späth (75Jahre), Maria Kühn und Rosemarie Kühn (70 Jahre), Paul Maier und Rudi Wild (60 Jahre), Isolde Gerstner, Carmen Hunkler, Olaf Nold und Andrea Stolzer (50 Jahre) sowie Matthias Götz (40 Jahre). Deren Engagement sei laut Rainer Kurze, Präsidiumsmitglied im Landesverband, aller Achtung wert und etwas ganz, ganz Grandioses. Vor dem Hintergrund der anstehenden Sanierungsarbeiten auf dem Tellplatz betonte Kurze, es sei eindeutig das Land gefragt, um das kulturelle Erbe finanziell zu unterstützen. Den Aktiven rief er zu: Sie sind das größte Kapital des Vereins. Die VSÖ nannte er Paradebeispiele für bürgerschaftliches Engagement. Bäuerle dankte den VSÖ mit Blick auf das zu Ende gehende Jahr für eine tolle Leistung mit hervorragender Resonanz in der Sommer- sowie der Winterspielsaison. Auch der stellvertretende Bürgermeister Ralph Ganz attestierte dem Theaterverein ein hervorragendes Jahr 2018. Das Rahmenprogramm des Kameradschaftsabends lag bei Christina Heck und Julian Baumstark. Sie sangen mit hervorragender stimmlicher Qualität Arien aus Gräfin Mariza, Die Fledermaus, Der Bettelstudent und Der Kongress tanzt. Einen Rückblick in Bild und Ton auf das Vereinsjahr hatte Stephanie Kuhn parat. Darüber hinaus ehrte der Theaterverein beim Kameradschaftsabend zahlreiche langjährige Mitglieder. Einzigartig bei den VSÖ sind die mitunter sehr langen Zugehörigkeitsjahre, die dadurch zustande kommen, dass manche Aktiven bereits im Säuglingsalter zum Verein stoßen und im Arm der Eltern somit schon als Darsteller aktiv sind. Daher ist zu verstehen, dass unter anderem eine Zehnjährige bereits für zehn Jahre Vereinstreue gewürdigt wurde. 70 Jahre sind Gerhard Franz Brucker, Gerda Karius, Rolf Krebs, Herbert Sachsenmaier und Edeltraud Wiedemer mit dabei, seit 60 Jahren sind Rolf Nold und Jochen Wiedemer dem Verein treu. Anerkennung für ein halbes Jahrhundert Verbundenheit zu den VSÖ erhielten Monika Bodmann, Beate Fahrner, Albrecht Feuchtner, Bernd Hammer, Winfried Kuhn und Holger Speck. Mitglieder seit 40 Jahren sind Elke Kölmel, Otfried Kühnle, Janet Kunz, Karlheinz Speckert, Georg Steibl und Evelyn Unbescheiden. Für 25 Jahre Mitgliedschaft würdigten die Volksschauspiele Bernd Hagemann, Karl Jung, Rainer Kambeitz, Helga Kassel, Pia Keller, Inge Kiefer, Björn Lommatzsch, Christina Nold, Ursula Reuter, Ingrid Roggan, Petra Roth, Joana Spindel, Manuel Spindel, Johannes Steibl, Hans von Rotberg und Cynthia White. Seit zehn Jahren dabei sind: Rufina Beckert, Leonie Engber, Winni Engber, Jana Fritzler, Juliane Fritzler, Linda Herz, Thomas Herz, Leonie Jungmann, Medea Kelterer, Sergej Meisner, Marc Moll, Kurt Pallmer, Johanna Pehlivan, Anne Peter, Rosemarie Rothenberger, Simone Schindele, Helga Schottmüller, Chase Tolbert, Simon Waldner, Tobias Zeitvogel und Fiona Zittel. (Manuela Behrendt)

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