Badische Neueste Nachrichten, 24. Juni 2019

Sogar eine Nachfahre des Barons ist zu Gast

Der kräftige Regenguss, der viele Besucher der Premiere bei den Volksschauspielen in Ötigheim am Samstagabend bei der Anfahrt überrascht hatte, war spätestens eineinhalb Stunden später vergessen. Da ist in Ötigheim gerade Pause und die Besucher zeigen sich begeistert vom bis dahin Gesehenen. Vor allem die Kostüme faszinieren mich sehr, freut sich unter anderem der Vorsitzende der Volksschauspiele, Erich Penka. (Siehe auch Kultur.)

Aber auch viele andere sind vom ersten Teil von Münchhausen begeistert. So wie Annegret Michels aus Karlsruhe, die seit vielen Jahren nach Ötigheim kommt. „Mir haben die Volksszenen besonders gut gefallen. Die sind hier immer besondere imposant“, sagte sie und spricht von Münchhausens Reise durch die Welt, die ihn unter anderem nach Russland führt.

Das war ja ein reines Kostümspektakel, freut sich Heidrun Göpfert. Auch sie ist begeistert und lobt die Arbeit von Regisseurin Johanna Schall. Der ehemalige Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle ist nach gut drei Stunden ebenfalls sehr angetan: Im zweiten Teil bei hereinbrechender Dunkelheit haben die tollen Lichteffekte noch einmal für eine besondere Stimmung gesorgt, sagt er, nachdem die Akteure vom Publikum mit stehendem Applaus verabschiedet wurden. Da waren Baron Münchhausen, gespielt von Sebastian Kreutz, und sein treuer Begleiter Christian Kuchenreutter (Paul Hug) gerade von einer besonders weiten Reise auf den Mond zurückgekehrt. In solch weit entferne Sphären wurden wir hier bisher nicht entführt, berichtet Ingrid Kowal und freut sich über einen tollen Abend in Ötigheim.

Den hatte nach eigenem Bekunden auch Baron Dario von Münchhausen, ein Nachfahre aus direkter Linie zum berühmten Baron, dessen Geschichten die Besucher soeben drei Stunden begeistert hatten. Für mich war es die erste Freilichtaufführung des Stoffes, berichtet Baron Dario von Münchhausen im BNN-Gespräch und freut sich, nach der Vorstellung auf Darsteller Sebastian Kreutz zu treffen. Besonders angetan gibt sich der Ehrengast von den zahlreichen wilden Ritten über die Bühne und den verschiedenen Volkszenen samt Tanz- und Gesangseinlagen. Auch die Darstellung des Ritts auf der Kanone haben dem Baron ebenso wie vielen anderen Besuchern gut gefallen. Das war super gelöst, sagt Hans Bergert und lobt zudem die zahlreichen weiteren Spezialeffekte, die die Volksschauspie in ihr diesjähriges Hauptstück mit eingebaut haben. Da sprühen die Funken und da gibt es den ein oder anderen Knall. Immer bestens passend zum Geschehen und perfekt mit den verschiedenen Licht- und Toneffekten abgestimmt.

Unter den Zuschauern am Samstagabend weilte auch der neue musikalische Leiter der Volksschauspiele, Markus Bieringer. Er kommt aus Ettlingen und wird in der kommenden Saison nicht nur bei Wilhelm Tell mitwirken, sondern auch die festlichen Konzerte dirigieren. Unter freiem Himmel zu agieren ist für mich ein ganz besonderer Reiz. Auch das tolle Ambiente und die besondere Akustik haben mich gereizt, diese tolle Aufgabe zu übernehmen, berichtet Markus Bieringer im BNN-Gespräch und freut sich auf die im September beginnenden Probearbeiten.

Viel positive Resonanz bekommen die Akteure derweil von den Premierenbesuchern des Münchhausen. Es war wirklich ein schönes Erlebnis, berichtet unter anderem Heike Walter und bedauert, dass nur rund 2 000 Zuschauer am Samstagabend gekommen waren und viele Stuhlreihen leer blieben.

Wer die Premiere verpasst hat, hat noch bis zum 1. September Zeit, eine der zahlreichen Münchhausen-Vorstellungen in Ötigheim zu besuchen. Dabei werden die Besucher in insgesamt 15 Bildern nicht nur auf den Mond, sondern auch nach Sankt Petersburg, auf die Krim, nach Konstantinopel und auf den wilden Ozean entführt.

Eben eine Reise um die Welt, die nicht nur spannend, sondern vor allem abwechslungsreich und kurzweilig ist, fasst Harald Unser das Geschehen nach gut drei Stunden Freiluftschauspiel zusammen. (Stephan Friedrich)

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