Badische Neueste Nachrichten, 6. Juli 2017

Bolero in der Tapas-Bar

Seit über einem halben Jahr trainieren rund 40 Frauen und Männer in Ötigheim für ein spezielles Projekt, das sie am 21. und 22. Juli bei den festlichen Konzerten auf Deutschlands größter Freilichtbühne aufführen wollen. Maurice Ravels wohl bekanntestes Werk Bolero steht im Mittelpunkt dieser besonderen Tanzdarbietung.

Die Tänzerinnen und Tänzer kommen aus verschiedenen Ballettgruppen der Volksschauspiele, berichtet Julia Krug und fügt hinzu, dass einige nach einer längeren Pause extra für dieses bisher einmalige Tanzprojekt wieder mit eingestiegen sind. Das freut mich natürlich ganz besonders, lacht die Tanztrainerin, für die vor allem die Länge des Tanzes und die verschiedenen Schritte, die sie sich gemeinsam mit dem Ötigheimer Ballettmeister Andrei Golsecu ausgedacht hat, eine Herausforderung sind. Erzählt wird eine Geschichte, die in einer spanischen Tapas-Bar spielt. Verschiedene Menschen begegnen sich: Mal geplant, mal eher zufällig. So sind in einigen Teilen der Aufführung alle 40 Akteure auf einmal aktiv, mal tanzen verschiedene kleinere Gruppen. Unsere Grundidee war, dass sich auf der Bühne eine Geschichte entwickelt, die der Zuschauer mitverfolgen kann und die passend zur Musik in mehrere kleine Kapitel eingeteilt ist, erzählt Julia Krug.

Für das Festliche Konzert, das vom Orchester der Volksschauspiele unter der Leitung von Ulrich Wagner aufgeführt wird, werden Zusatzbühnen gebaut. Wir haben also viel Platz, den wir an diesen beiden Abenden bespielen können, berichtet Julia Krug. Da auf der Freilichtbühne Aufführungen für das Hauptstück Luther sowie Proben für das Kinderstück Dschungelbuch und den Sommernachtstraum laufen, proben die Tänzer meist im kleinen Ballettsaal. Erst eine Woche vor dem Konzert haben wir die Möglichkeit alles auf der großen Bühne umzusetzen, berichtet Julia Krug und fügt hinzu: Das wird eine besondere Herausforderung. Denn auch wenn die Choreografie fast komplett steht, werden immer wieder Details verändert.

So vielleicht auch beim ersten gemeinsamen Training auf dem Tellplatz, wenn der Bolero seinen Feinschliff erhält. Insgesamt wird es dann zwei Proben mit dem Live-Orchester geben. Dass die Musik vom Orchester der Volksschauspiele live gespielt wird und nicht vom Band kommt, ist etwas Außergewöhnliches und gibt unserer Aufführung eine ganz besondere Note, freut sich Julia Krug gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern im Alter zwischen 18 und 40 Jahren.

Traditionell bereichern die verschiedenen Ballettgruppen der Volksschauspiele das festliche Konzert mit gleich mehreren Aufführungen. So sind verschiedene Gruppen beim Walzer Rosen aus dem Süden dabei. Selbst die Jüngsten ab acht Jahren dürfen mitmachen. Für Einige wird es der erste Auftritt auf der großen Ötigheimer Bühne sein: Das ist dann natürlich besonders spannend, freut sich Julia Krug und berichtet, dass zur klassischen Ballettmusik aus Rossinis Wilhelm Tell ebenso getanzt wird wie zum Bolero, der als Abschluss und Höhepunkt der beiden festlichen Konzerte auf dem Programm steht. Die Proben hierfür laufen auf Hochtouren und bei bester Stimmung, wie Julia Krug versichert: Alle haben große Lust an diesem tollen und bisher einmaligen Projekt mitzuarbeiten, unterstreicht sie die große Motivation der Männer und Frauen. Gerade das Mitwirken der Männer sei eine tolle Sache, so Julia Krug, die bis zu den Aufführungen am Freitag, 21. und Samstag, 22. Juli nun vor der besonderen Herausforderung steht, verschiedene Gruppen mit einem unterschiedlichen Können zu einem Team zusammenzubringen, das mit dem Bolero nicht nur für einen Höhepunkt der festlichen Konzerte, sondern auch für einen besonderen Moment der diesjährigen Volksschauspielsaison sorgen möchte. (Stephan Friedrich)

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