Badisches Tagblatt, 15. April 2014

Volksschauspiele blicken auf gelungene Saison zurück

Das Wertgefüge bei der öffentlichen Finanzierung von Kultur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben: Markus Wild-Schauber, Vorsitzender des künstlerischen Ausschusses der Volksschauspiele Ötigheim, brachte in seinem Bericht bei der Jahreshauptversammlung des Vereins seine Bedenken zum Ausdruck.

Gleichzeitig zeigte sich der Ausschussvorsitzende aber auch stolz auf das Geleistete: Was uns in Ötigheim in der vergangenen Saison gelungen ist, ist außergewöhnlich, ist einmalig. Deutschlandweit werden wir um unsere Besucherauslastung, unseren Publikumszuspruch beneidet. Auch von der Fachpresse ernteten unsere Produktionen Lob und Anerkennung, so Wild-Schauber.

Dieses Lob zog sich dann auch wie ein roter Faden durch die sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung. So kamen zum Hauptstück Schwarzwaldmädel 41675 Besucher, was einer Auslastung von 98,77 Prozent entspricht. Die sechs Vorstellungen Der Name der Rose zählten 19256 Besucher, und bei Heidi zählte man bei vier Vorstellungen 13844 Besucher.

Geschäftsstellenleiter Marc Moll zog symbolisch den Hut vor den jungen Künstlern, nannte sie gar die Edelsteine des großen Teams.

2,3 Millionen Euro wurden von den Volksschauspielen eingenommen, wobei allein aus den Aufführungen 1,8 Millionen resultierten. 520000 Euro soll das neue Mehrzweckgebäude kosten, das derzeit auf dem Gelände der Volksschauspiele entsteht. Die Kosten für die laufenden Arbeiten an der Bühnenanlage sind mit 133040 Euro benannt. Die Personalkosten sind mit 954846 Euro beziffert.

Am 4. Juni soll die Einweihung des neuen Mehrzweckgebäudes gefeiert werden, für das die Volksschauspiele derzeit noch einen Namen suchen. Sowohl zeitlich wie finanziell liegt dieses große Bauvorhaben, wie Architekt Michael Heid bestätigte, im Plan. Von Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer war zu hören, dass entlang des unteren Tellplatzwegs demnächst 120 Parkplätze ausgewiesen werden sollen. Rudi Wild zeigte für den Ausschuss Spielbetrieb die 31 Veranstaltungen des vergangenen Jahres auf, davon waren vier Neuproduktionen. Wild nannte beeindruckende Zahlen: So singt derzeit der große Chor mit 136 Sängern, der Junge Chor mit 31, der Kinderchor mit 61. Im Ballett sind 61 Elevinnen zusammen. Alfons Rieger wurde als langjähriger Leiter des Jugendorchesters verabschiedet. In der Ton- und Lichttechnik sind 17 junge Männer engagiert dabei, 38 Ordner sorgen für den guten Ablauf auf dem Platz, und in der Kantine sind 26 Personen am Werk – bei 60 Einsatztagen.

Die Volksschauspiele zählen derzeit 1548 Mitglieder, davon waren 2013 insgesamt 598 aktiv. Erfreulich – davon sind ein Drittel unter 18 Jahren alt. Mit positiven Jahresberichten warteten auch Spielervorstand Sabine Speck, Robert Walz (Öffentlichkeitsarbeit), Sadek Achache sowie Johannes Tüg (Jugend) auf.

Die anschließenden Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Spielervorstand: Sabine Speck; Ausschuss Vereinsorganisation: Siegbert Stolzer, Sadek Achache, Patricia Engel , Martin Janzer, Helga Schottmüller; Ausschuss Spielbetrieb: Alexander Grünbacher, Rudi Wild, Sabine Stößer, Jennifer Hofmann , Steffen Sachsenmaier. Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit: Robert Walz, Hannah Hecker, Gerda Kühn, Ulrich Wojciechowski, Sonja Schwörer-Zeitvogel; Finanzprüfer: Kurt Tüg, Jürgen Nagel, Stellvertreter: Hubert Kühn, Michael Happold.

Im Rahmen der Sitzung wurden auch Nathalie Horld, Carmen Hunkler, Oliver Helwig, Stefan Hunkler, Markus Wild, Heinz Lorenz, Jochen Wiedemer und Jürgen Otterbach verabschiedet, die aus den Ausschüssen ausscheiden.

Die Meinungsumfrage, wie das neue Gebäude auf dem Tellplatz denn nun heißen solle, brachte zwar noch kein endgültiges Ergebnis, aber viele Vorschläge hervor: Diese reichten von Theaterforum über Josef-Saier-Haus bis hin zu Tellplatz-Casino, Theatertreff oder Treffpunkt Tellplatz. Weitere Vorschläge nimmt die Geschäftsstelle in der Kirchstraße entgegen.

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