Badisches Tagblatt, 8. Mai 2015

Bestückt mit manch funkelndem Edelstein

Kostbares, musikalisches Gut der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ) gab es am Mittwochabend im Tellplatz-Casino zu bestaunen. Der VSÖ-Kinderchor feierte mit einem tollen, zweistündigen Konzert für die Eltern sein zehnjähriges Bestehen.

Im Herbst 2004 hatte Maria Bagger das singende VSÖ-Kinderteam gegründet (wir berichteten). Und vor zehn Jahren trat es im Musical Der Zauberer von Oz erstmals vor großem Publikum auf. Alle Sänger von damals sind mittlerweile aus der Altersgruppe von fünf bis 17 Jahren herausgewachsen. Im derzeitigen Schmuckkästchen, gefüllt mit singendem Nachwuchs, befinden sich 65 Juwelen, strukturiert in Vor-, Nachwuchs-, Konzertchor und Vokalensemble. Einige Steinchen glitzerten noch zaghaft, ließen aber viel Potenzial erahnen. Etlichen prachtvollen Einzelstücken verhalf die Chorleiterin zu beachtenswerter Brillanz.

In Baggers professionellen Händen sind die Kinder bestens aufgehoben. Singen macht Spaß, ist das Credo der Chorleiterin, deshalb stand dieses Lied von Uli Führe als Gemeinschaftspräsentation aller Chöre am Anfang des Konzerts, welches mit anspruchsvollen Songs aus bekannten Musicals sowie Charthits großartig unterhielt.

Lampenfieber, eine leicht zitternde Stimme in den ersten Takten und kleine Textaussetzer täuschten nicht über das beeindruckende Talent des VSÖ-Kinderchors hinweg. Konzentriert, mit bisweilen abgeklärter Coolness meisterten die Protagonisten ihre Vorträge. Beim einsetzenden Applaus warfen sie mit überglücklichen Gesichtern ihre Anspannung ab, gaben der Freude ob der geglückten Präsentation freien Lauf.

In jeder Arbeit, merkt Euch das, steckt auch ein kleines bisschen Spaß, überschrieb Chorleiterin Bagger den Abend. Dynamisches Künstlerblut steckte in allen Kindern des VSÖ-Chors. Im Ensembleverbund zeigten sie herzhafte Stimmenpower.

Kraftvoll erklang Heijamano (Bert Appermont), Laune machte Ein Löffelchen von Zucker (Mary Poppins). Einige Solisten ließen mit hochwertiger Stimmkunst aufhorchen. Miriam Spence und Helen Peters sangen das Duett Ein Traum wird wahr aus dem Disney-Film Aladdin. Lucy Schindele trat mit Somewhere over the Rainbow in die Fußstapfen von Judy Garland. Laura Rothweiler wagte sich erfolgreich an Footprints in the Sand von Leona Lewis. Hochkarätig interpretierte Anna Bagger den Ed-Sheeran-Song Thinking Out Loud. In diesen Minuten schien die Chorleiterin angespannt, war nicht mehr Dirigentin, sondern nur noch Mutter, die mit geschlossenen Augen mitfiebernd dem erlesenen Gesang der Tochter lauschte.

Die 16-jährige Charleen Schmitz gab ebenfalls ihre Visitenkarte als strahlend aufgehender Stern am Operetten- und Musicalhimmel ab. Soubrettenqualität bewies sie mit Do-Re-Mi aus dem Rodgers-Hammerstein-Klassiker The Sound of Music. Dass sie als Solistin auf eine große Bühne gehört, manifestierte sie schließlich mit dem Song Zum ersten Mal aus der Disney-Animation Die Eiskönigin.

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