Badisches Tagblatt, 26. Mai 2018

Besserer Klang auf allen Plätzen

Wenn sich am 16. Juni symbolisch der Vorhang für den Vogelhändler auf der Ötigheimer Freilichtbühne lichtet, ist davon auszugehen, dass Schauspieler, Sänger und Chöre wieder ihr Bestes geben – und voraussichtlich werden sie dabei in den Publikumsrängen so gut zu hören sein wie nie zuvor. Die Volksschauspiele haben 280000 Euro in eine neue Tonanlage investiert.

Das ist das Herzstück, Steffen Sachsenmaier, Leiter der Tontechnik bei den VSÖ, zeigt die Mischpulte nicht ohne Stolz. Von hier oben kann man den gesamten Ton regeln, sagt er und lässt seinen Blick von der Technikkabine, die ganz oben im Zuschauerraum zu finden ist, über das Bühnenareal schweifen.

96000 Watt Leistung hat die neue, komplett digitale Anlage (zum Vergleich: zuvor waren es etwa 40000 Watt). Die Anschaffung sei dringend notwendig gewesen, die alte Anlage basiere noch auf Analogtechnik und sei 17 Jahre alt gewesen. Es gab keine Ersatzteile mehr für sie. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn sie tatsächlich einmal ausgefallen wäre, sagt Sachsenmaier.

Als Katalysator für die Neuanschaffung habe sicherlich auch das diesjährige Hauptstück Der Vogelhändler gesorgt, die Operette stellt enorme Anforderungen an die Akteure vor und hinter der Bühne (wir berichteten) und ist ein wahres Mammutprojekt. Die neuen, 52 Funkmikrofone (zuvor hatte man 36) werden an den Aufführungstagen des Vogelhändlers alle im Einsatz sein.

Hinter der Bühne sind an jedem Aufführungsabend allein drei bis vier Helfer damit beschäftigt, die Darsteller mit Funkmikros auszustatten. Drei Tonmänner stehen pro Vorstellung oben in der Kabine hinter den Mischpulten.

Zusammen mit einem Ingenieurbüro aus Heidelberg wurde die neue Anlage geplant – bereits im Oktober begannen die Vorarbeiten. Neben den zwei neuen Mischpulten (Kostenpunkt: 20000 Euro pro Stück) wurden auch sämtliche Lautsprecher ausgetauscht. Während die Mischpulte aus Japan kommen, lieferte eine Firma aus Backnang die Lautsprecher. Deutsche Wertarbeit also, scherzt Sachsenmaier.

Der größte Vorteil der neuen Anlage: Wir erreichen damit eine wesentlich größere Schallpegelverteilung als bisher. Das heißt, die Qualität der Tonübertragung hat sich enorm verbessert. Auch auf den Plätzen, wo es zuvor immer mal wieder Beschwerden wegen der Tonqualität gab (vor allem im seitlichen Randbereich des Zuschauerraums gelegen).

In den Proben wurde die neue Anlage bereits ausprobiert: Bislang sind wir sehr zufrieden, sagt der 37-Jährige. Die Bewährungsprobe wird es dann am 16. Juni geben, wenn sich Christel und Adam vor 4000 Zuschauern anschmachten – in bester Tonqualität, versteht sich. (Yvonne Hauptmann)

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