Badische Neueste Nachrichten, 20. Dezember 2016

Nachwuchs beschert besinnliche Momente

Der Hektik der Vorweihnachtszeit entfliehen und sich musikalisch aufs Fest einstimmen lassen. Das konnten rund 300 Zuhörer am vierten Adventssonntag beim bezaubernden Adventskonzert des Kinderchores und des Jugendorchesters der Volksschauspiele Ötigheim in der sehr gut besuchten, wenngleich nicht komplett gefüllten Pfarrkirche St. Michael.

Mit stilistisch ganz unterschiedlichen weihnachtlichen Klängen nahmen die rund 30 Chorsänger unter der Leitung von Maria Bagger und die etwa 20 Instrumentalisten unter der Leitung von Tanja Maria Wagner die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise in den Advent und machten dabei Station in verschiedenen Ländern und Epochen. Die musikalischen Leiterinnen hatten seit Ende der Sommerferien intensiv mit ihren Schützlingen geprobt und ein beeindruckendes Programm zusammengestellt. Selten freilich wurden die Kompositionen im Original gespielt. Wagner hatte sie so arrangiert, dass sie für die einzelnen Instrumente und zu den Fähigkeiten der jungen Spieler passten. Ebenso steuerte Bagger für ihre Sänger eigene Bearbeitungen der Lieder bei. Von Barockmusik über Klassik bis Pop war für so ziemlich jeden Geschmack etwas dabei. Auch traditionelle Weihnachtslieder durften nicht fehlen beim ersten gemeinsamen Adventskonzert (Organisation: Rudi Wild), mit dem der spiel- und sangesfreudige VSÖ-Nachwuchs im Alter von sechs bis 19 Jahren den Zuhörern besinnliche Momente bescherte.

Den Auftakt gestalteten Chor und Orchester mit William James Kirkpatricks Im Stall in der Krippe, bevor Pfarrer Erich Penka, erster Vorsitzender der Volksschauspiele, die Besucher begrüßte. Absoluter Höhepunkt bei jeder Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium Messias ist und bleibt das Halleluja. Die Kinder und Jugendlichen sangen und spielten das weltberühmte Chorwerk in einer charmanten, altersgerechten Version, die dieser schönen Musik eine besondere Note verlieh. Singend verließ der Chor beim Traditional Dona Nobis Pacem den stimmungsvoll illuminierten, mit verschiedenen Farben in immer wieder anderes Licht getauchten Altarraum (Bühnentechnik/Lichttechnik: Michael Lerner/Lukas Späth) und begab sich hinauf zur Empore. Für die Besucher blieben die Sänger trotzdem sichtbar; dafür sorgte eine Videoprojektion auf Großleinwand (Steffen Sachsenmaier und Anna Hug). Nach dem vom Orchester gespielten Kanon von Johann Pachelbel verzauberten die ab jetzt live zugeschalteten Sänger mit Gabriel Faurés Kyrie eleison und dem Benedictus aus der Messe Basse (Solisten: Helen Peters, Lucia Battaglia und Lea-Marie Schmidt), mit Faurés Tantum Ergo und Wolfgang Amadeus Mozarts ergreifendem Laudate Dominum (Solistin: Lucy Schindele). Mit derselben Hingabe ließ der vom Spiel der Orgel (Bernard Bagger) und dem Gesang eines Solistenensembles und eines Vokalensembles begleitete Kinderchor das Weihnachtslied Es ist ein Ros’ entsprungen (Solisten: Sarah Appel und Lucia Battaglia), den eingängigen Christmas-Popsong White Winter Hymnal von den Fleet Foxes/Pentatonix und John Rutters Angels’ Carol erklingen. Das Orchester steuerte Henry Hopkins We Three Kings of Orient Are bei. Zu Karel Svobodas Drei Nüsse für Aschenbrödel verließ der Chor summend die Empore und vereinigte sich mit dem Orchester zum großen Klangkörper. A-cappella schmetterte das Vokalensemble Have Yourself A Merry Little Christmas. Dann setzten Chor und Orchester mit Jan van der Goots famosem Weihnachts-Potpourri Happy White Christmas den Schlusspunkt. Die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Beifall. Die Sänger verabschiedeten sich mit zwei Zugaben: Santa Claus Is Coming To Town und John Lennons und Yoko Onos Friedenssong Happy Xmas (War Is Over). (Ralf Joachim Kraft)

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