Badische Neueste Nachrichten, 3. April 2017

Alle Ausschüsse sind wieder besetzt

Es ging zuletzt so turbulent bei den Volksschauspielen Ötigheim zur Sache, dass bei der jüngsten Jahreshauptversammlung viel zu diskutieren, zu rechtfertigen und neu zu ordnen war. Insbesondere, nachdem der künstlerische Ausschuss unter Fritz Müller vor einigen Monaten schon komplett die Ämter niedergelegt hatte. Dass der Verein und seine Aktivitäten den Mitgliedern am Herzen liegen, spiegelte sich indessen in dem großen Zuspruch wider: 186 Wahlberechtigte hatten sich eingefunden, um die Weichen neu zu stellen.

Akribisch wurden in geheimer Wahl die verschiedenen Ausschüsse gewählt. Selbst für die Stellvertreter der langjährigen Kassenprüfer, die ohne Mitbewerber antraten, wurde schriftlich votiert, so dass sich das Abendprogramm zur echten Kraftprobe entwickelte. Am Ende stand jedoch fest, dass der Ausschuss für Organisation jetzt mit Thomas Piek, Michael Patzelt, Carolin Wegner, Daniel Neu und Lukas Tüg fünf neue Mitglieder haben wird. Die bisherige Gruppe um Sadek Achache als Vorsitzender war geschlossen nicht mehr angetreten.

Auch im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit wurden die Stühle gerückt. Von der ursprünglichen Truppe um den Vorsitzenden Robert Walz hatten sich nur Gerda Kühn und Sonja Schwörer-Zeitvogel nochmals aufstellen lassen. Während Gerda Kühn weiterhin dabei sein wird, kommen Stephanie Kuhn, David Kühn, Simone Schindele und Johannes Tüg neu hinzu. Im Ausschuss für Spielbetrieb hatten ebenfalls zwei Mitglieder ihren Rückzug angekündigt. Neu kommen Tobias Kleinhans und Patrick Speck hinzu und sollen mit Jennifer Hofmann, Steffen Sachsenmaier und Rudi Wild zusammenarbeiten. Der Spielervorstand, den nur eine Person bildet, wird weiterhin von Sabine Speck ausgefüllt. Auch bei den Finanzprüfern Jürgen Nagel und Kurt Tüg gab es keine Veränderungen. Sollten sie ihr Amt nicht ausüben können, beschloss die Versammlung in geheimer Wahl, dass Michael Happold und Herbert Kühn diese Aufgabe übernehmen sollen.

Der künstlerische Ausschuss wird zwar nicht direkt, sondern vom Vorstand gewählt. Dennoch nutzte der bisherige Vorsitzende dieses Gremiums die Gelegenheit, sich zu den Diskrepanzen zu äußern. Der Streit, der sich an der Auswahl eines Regisseurs entfacht hatte, zeigte auf, dass generell über die Regularien und Zuständigkeiten nachgedacht werden solle. Das Votum des Personenkreises, der per se dafür qualifiziert ist, künstlerische Entscheidungen zu treffen, habe in Wahrheit keinerlei Einfluss, wurde bemängelt.

Auch bei den auszugsweise vorgestellten Ergebnissen aus der Mitgliederbefragung habe sich gezeigt, dass viele nicht wirklich gut darüber informiert sind, wie die Struktur und Organisation des Vereins funktioniere. Obendrein könne die Informationsstrategie verbessert werden. Auch gefalle die Parkplatzsituation für Mitwirkende nicht. Die Anlage und das Gelände befanden sehr viele Befragte allerdings als in gutem Zustand. Ebenso lobte die Mehrheit das vereinseigene Mitteilungsblatt.

Dass der Nachwuchs eine ganz wichtige Rolle im Verein spiele, wurde jetzt nochmals unterstrichen durch die Installation der beiden Jugendreferenten Alexander Grünbacher und Julian Baumstark, die genau wie die anderen Ausschüsse über ihre Tätigkeit berichteten.

Marc Moll gab bei dieser Gelegenheit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage und die Auslastung der Aufführungen. Kiss me Kate erwies sich dabei mit durchschnittlich 80,32 Prozent als Kassenschlager, ebenso das festliche Konzert im Sommer, das an beiden Tagen mit rund 85 Prozent ausgelastet war. Der Vorverkauf für die diesjährige Saison sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits besser angelaufen. (Christiane Krause-Dimmock)

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