Badische Neueste Nachrichten, 24. Januar 2020

2020 wird Wilhelm-Tell-Jahr in Ötigheim

Vor 110 Jahren wurde auf Deutschlands größter Freilichtbühne in Ötigheim unter Pfarrer Josef Saier zum ersten Mal Friedrich Schillers Freiheitsdrama Wilhelm Tell gespielt. Für unsere Jubiläumsinszenierung in diesem Jahr benötigen wir viele Mitwirkende, betont Bürgermeister Frank Kiefer, zweiter Vorsitzender der Volksschauspiele Ötigheim (VSÖ).
(…) Für die opulente Neuinszenierung zum Bühnenjubiläum unter der Regie von Frank Strobel (Premiere ist am 20. Juni) seien neben den Rollenträgern, den großen Chören, dem Ballett, der Reiterei und allerlei Tieren vor allen Dingen Mitwirkende in der Statisterie dringend notwendig, denn gerade das Volk mache den Ötigheimer Teil aus, so Kiefer. Ebenfalls benötigt würden noch Ziegen und Kühe für den Almabtrieb.
Die Volksschauspiele sind ein offener Verein. Sie können alle mitspielen. Jeder ist bei uns willkommen, appellierte der VSÖ-Vize am Sonntag an die mehr als 400 Besucher des Neujahrsempfangs der Gemeinde Ötigheim. (…) Die Titelrolle in der Jubiläumsinszenierung im Theatersommer 2020 spielen in Doppelbesetzung die Berufsschauspieler Stefan Roschy und Christian Sunkel. Zum Inhalt: Der rechtschaffene Schweizer Wilhelm Tell, ein einfacher und bescheidener Mann aus dem Volk, lebt weltabgewandt mit seiner Familie in den Alpen, derweil seine Landsleute unter der Gewaltherrschaft Österreichs leiden – allen voran unter dem brutalen Landvogt Gessler, einem Tyrannen im Auftrag der Habsburger. Auf dem Rütli schwört man Einigkeit gegen die Habsburger Tyrannei. Als Tell dem Hut Gesslers nicht die befohlene Ehrerbietung erweist, findet sein persönlicher Friede ein jähes Ende. Der Sadist Gessler zwingt Tell, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Walter zu schießen. Obwohl Tell die Nagelprobe besteht, kommt er in Haft, kann flüchten und nimmt Rache. Getrieben von der Überzeugung, dass sich nur durch den Tod des Tyrannen die bestehenden Verhältnisse ändern lassen, ermordet er Gessler, gibt damit das Zeichen zum Volksaufstand und dem Freiheitskampf somit die entscheidende Wendung. Die Österreicher werden vertrieben, das Land befreit. Am Tag der Premiere wird das über zwei Meter große Tell-Denkmal vor dem Eingangsbereich der Freilichtbühne feierlich enthüllt. Die Kosten in Höhe von 60.000 Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden.

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