Badische Neueste Nachrichten, 30. März 2015

20.000 Zuschauer weniger als im Vorjahr

Auf ein in vielerlei Hinsicht besonderes, fast stürmisches, dank des Zusammenwirkens aller aber auch erfolgreiches Jahr 2014 haben die Volksschauspiele Ötigheim bei ihrer Jahreshauptversammlung im Geschwister-Scholl-Haus zurückgeblickt. Der Verein zählt rund 1 600 Mitglieder, darunter 600 Aktive. Beim Ausblick auf 2015 meinte der geschäftsführende Vorstand Werner Sachsenmaier, dass, bezogen auf die Besucherzahlen, voraussichtlich kein Rekordjahr zu erwarten sei. Aber wir dürfen auch nicht immer mit Rekordjahren rechnen oder meinen, dass sich vergangene Erfolge automatisch wieder einstellen.

Obgleich die Zuschauerzahlen im Vorjahr nicht den Erwartungen entsprachen, sei ein erfreuliches Rechnungsergebnis erzielt worden, betonte Geschäftsführer Marc Moll. Die Finanzprüfer Kurt Tüg und Jürgen Nagel bescheinigten ihm eine einwandfreie Geschäftsführung. Auch der erste Vorsitzende des Volksschauspielvereins, Pfarrer Erich Penka, lobte, dass gut gewirtschaftet worden sei.

Der Theatersommer 2014 lockte 72 000 Zuschauer und damit rund 20 000 Besucher weniger als 2013 in die 29 Aufführungen auf der Naturbühne. Die Gesamtauslastung lag bei 70 Prozent. Das Hauptstück Der Brandner Kaspar blieb bei einer Auslastung von 60,1 Prozent (25 379 Zuschauer) deutlich hinter den Erwartungen zurück. Knapp 2 400 Besucher sahen 2013/2014 die 27 Aufführungen in der Kleinen Bühne. Hier wurde eine Gesamtauslastung von 88,5 Prozent erreicht.
Viel Zeit gebunden hat der im Lauf von sieben Monaten errichtete Neubau des Mehrzweckgebäudes, das heute den Namen Tellplatz-Casino trägt. Dass sich die ganze Arbeit des Vorstandes um diese Großbaustelle drehte und unendlich viele Sitzungen und Besprechungen nötig waren, berichtete Werner Sachsenmaier. Auch teilte er mit, dass der Kostenvoranschlag für das Gebäude unterschritten werden konnte. 100 000 Euro würden zudem durch ein Contracting mit Erdgas Südwest eingespart. Die Firma hat die Heizungsanlage gebaut und betreibt sie auch.

Gleich mehrfach zur Sprache kamen der Rücktritt des Vorsitzenden des künstlerischen Ausschusses, Markus Wild-Schauber, vor einem Jahr und die Bildung eines neuen Teams unter der Leitung von Fritz Müller im Sommer 2014. Auch zwei weitere Dinge beschäftigten den Verein. Zum einen der Entzug des Regieauftrags für das diesjährige Hauptstück Die Passion, das in der Fassung von Manfred Straube für nicht spielbar befunden wurde, wie Fritz Müller erklärte. Der Vertrag mit Straube wurde aufgelöst, Regie führt jetzt Stefan Haufe. Zum anderen war es die Nichtverlängerung des Vertrags mit Jugendclubleiter Frank Landua und die damit verbundene Neuorientierung der Jugendarbeit, die für Unruhe sorgte. Da Landua auf ein anderweitiges Angebot nicht reagiert hat, betrachten wir die Zusammenarbeit als beendet, sagte Müller, der unter anderem auch auf das im September gestartete Theater-Schulungsprojekt mit dem Schauspieler Sebastian Kreutz hinwies. Nachdem Sabine Speck (Spielervorstand), Rudi Wild (Spielbetrieb), Johannes Tüg (Jugendbeirat) und die Vorsitzenden der Ausschüsse Öffentlichkeitsarbeit (Robert Walz) und Vereinsorganisation (Sadek Achache) ihre Berichte vorgetragen hatten, bat der frühere Ötigheimer Bürgermeister Werner Happold um Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde. (Ralf Joachim Kraft)

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