08.04.2014

Weißblauer Theaterklassiker auf Deutschlands größter Freilichtbühne

Auf Deutschlands größter Freilichtbühne wird gerade bayrisch geübt – steht dort doch dieses Jahr Kurt Wilhelms weißblauer Theaterklassiker schlechthin auf dem Spielplan: Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben. Eine himmlische Komödie um Leben und Tod, in der sich der Bayer Kaspar Brandner beim Kartenspiel mit Witz und Kirschgeist 18 weitere Lebensjahre beim Boanlkramer ergaunert. Über 20 Jahre sind vergangen, seit dem die G’schicht vom Brandner Kaspar erstmals auf Deutschlands größter Freilichtbühne zu sehen war.

Einer der das Stück bestens kennt ist Horst Herrmann. Der 86-jährige, einer der ältesten der Ötigheimer Spielerschar und jahrzehntelanges Mitglied des künstlerischen Ausschusses des Theatervereins, hat sich immer wieder dafür eingesetzt, das Repertoire der Freilichtbühne zu erweitern – und stieß dabei Ende der 70ger auf die Geschichte von Brandner Kaspar und Boanlkramer. Herrmann erinnert sich: Kurt Wilhelm schrieb das Schauspiel vom Brandner Kaspar nach einer Novelle seines Urahns Franz von Kobell und hat den Stoff dann auch verfilmt. Dieser Film war dann mehrfach im Bayerischen Fernsehen zu sehen. Da dachte ich, das wär‘ doch was für unsere Bühne. 1980 fuhr eine Abordnung mit dem damaligen Ortspfarrer Karlheinz Speckert an der Spitze nach München, um sich im gerade neu eröffneten Cuvilliés-Theater in der Münchner Residenz den „Brandner Kaspar“ anzuschauen und nach Ötigheim zu holen. Die Delegation hatte Erfolg, Kurt Wilhelm brachte das Stück 1982 auf die Ötigheimer Bühne. Der 2005 verstorbene bayrische Volksschauspieler Toni Berger wurde zudem als Boanlkramer verpflichtet. Der Mann hatte die Rolle schon mehrere hundert Mal gespielt – ein Star, der sich in Ötigheim wie zu Hause fühlte, erzählt Herrmann und ergänzt mit einem Augenzwinkern: Gustl Bayrhammer hätten wir außerdem gerne als heiligen Portner nach Ötigheim geholt. Der konnte aber nicht. So hab ich die Rolle halt selbst gespielt.

Auch die Musik brachten Horst Herrmann und Kurt Wilhelm aus Bayern mit in die Rheinebene. Kurt Wilhelms Bruder Rolf Wilhelm verfasste die Chöre für die Ötigheimer Aufführungen. Horst Herrmann: Wilhelm war ein bekannter Filmmusikkomponist, der sich unter anderem mit den Musiken zur Nachkriegstrilogie ‚o8/15‘, dem ‚Fliegenden Klassenzimmer‘ oder den Loriot-Filmen „‘Ödipussi‘ und ‚Pappa ante Portas‘ einen Namen machte.

1982, 1983 und 1994 füllte Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben die Ötigheimer Ränge, in zwei Spieljahren hieß der Regisseur Horst Herrmann. 2014 nun kommt der „Brandner“ erneut auf die Ötigheimer Bühne, dieses Mal mit Gerhard Franz Brucker am Regiepult: Eine waschechte baydische Inszenierung mit Bier und Weißwürsten, mit Musik und Tanz, mit Jagdhörnern und Trachten. Premiere wird am 21. Juni auf Deutschlands größter Freilichtbühne gefeiert – Karten gibt es unter Telefon (07222) 969790 und auf www.volksschauspiele.de.

 

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