13.06.2017

Die Farbe macht den Affenkönig

Das diesjährige Kinderstück der Volksschauspiele Ötigheim entführt die Besucher in den Dschungel. Mogli, Balu und Baghira, die Schlange Kaa und der Affenkönig King Louie werden allesamt von Ötigheimer Laien gespielt. Das Besondere daran: Bewusst hat man sich gegen typische Tiermasken entschieden. Dies bedeutet vor allem für die Maskenbildner der Volksschauspiele um Karl-Heinz Kellermann eine Menge Arbeit.
Neben sieben Solisten müssen wir auch die rund 100 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen schminken, die beim Kinderstück mitmachen, berichtet Kellermann. Acht Maskenbildner sind vor jeder der insgesamt vier Aufführungen im Juli im Einsatz. Bereits jetzt wurden die ersten Ideen ausprobiert, denn bei der Fotoprobe Ende Mai konnten die Maskenbildner die in den vergangenen Wochen und Monaten entstandene Konzeption zum ersten Mal umsetzen. Die Schminke muss zu den Kostümen und zu den Perücken passen, erzählt Kellermann. Deshalb steht er bereits seit einigen Woche im engen Austausch mit Sibylle Schulze, die für die Dschungelbuch-Kostüme in Ötigheim verantwortlich ist. Wichtig ist den beiden, dass die verschiedenen Tiergruppen auf der Bühne ein einheitliches Bild abgeben. Allein 35 Affen müssen deshalb passend zueinander geschminkt werden. Vor jeder Aufführung werden so innerhalb von rund zwei Stunden aus Schülern, Auszubildenden, Arbeitern, Beamten und Angestellten Affen, Wölfe oder Elefanten. Besonders aufwendig ist die Maske von Affenkönig King Louie, der von Paul Hug gespielt wird. Da er auch im Sommernachtstraum mitspielt und sich dafür einen Bart hat wachsen lassen, müssen wir diesen für seine Rolle im Dschungelbuch wegschminken, erklärt Karl-Heinz Kellermann und bessert schnell noch einmal einen schwarzen Strich im Gesicht des Affenkönigs nach. Pünktlich zu Fotoprobe konnte er sein in den letzten Wochen entstandenen Ideen umsetzten und ist beim Blick in den Spiegel zufrieden: Sieht doch schon sehr gut aus, sagt der Profi, der weiß, dass sich Details in den kommenden Wochen in Absprache mit dem Regisseur oder der Kostümabteilung der Volksschauspiele noch ändern können. In den letzten Jahren ist auch die Arbeit in der Maske immer professioneller geworden, blickt Maskenbildner Kellermann zurück. Seit 1980 ist er bei den Volksschauspielen mit dabei und berichtet, dass das Publikum durch den wachsenden Erfolg auf Deutschlands größter Freilichtbühne heute einen deutlich höheren Anspruch an die Darsteller hat als noch vor einigen Jahrzehnten. Deshalb wird im Maskenraum direkt unter der Hauptbühne auch professionell gearbeitet. Zum Einsatz kommt reine Theaterschminke, denn diese ist besonders hautfreundlich. Mache Darsteller sind oft Freitag, Samstag und Sonntag im Einsatz und haben dazu unter der Woche noch Proben in Maske und Kostüm, weiß Kellermann, der für alle Akteure nach der Aufführung einen guten Rat hat: Am besten immer mit Seife und Wasser abschminken: das klappt super.
Eine große Herausforderung sind für die Maskenbildnerei in diesem Jahr auch die Schlange Kaa und vor allem die großen Elefanten, die mit einem langen Rüssel über die Bühne trotten. Nach der Fotoprobe wird zu mindestens noch die Haupt- und später die Generalprobe mit voller Maske gespielt, ehe am Samstag, 8. Juli, die Premiere auf dem Programm steht. Dann wird auch in der Maske alles gerichtet sein, um mehr als 100 Darsteller binnen weniger Stunden in die Tiere des Dschungels zu verwandelt. Denn nicht nur Karl-Heinz Kellermann weiß, welch wichtigen Anteil die Maskenbildnerei am Gesamterfolg des diesjährigen, bereits ausverkauften, Kindermusicals in Ötigheim hat. (Stephan Friedrich)

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