Hanneles Himmelfahrt

Die kleine bühne hat ein neues Domizil: 1980 wird zum ersten Mal im Zimmertheater mit 85 Plätzen in der Ötigheimer Kirchstraße gespielt. Zu sehen gibt es Gerhard Hauptmanns 1893 uraufgeführte Traumdichtung Hanneles Himmelfahrt in einer Inszenierung von Horst Herrmann. In zahlreichen Rollen sind unter anderem Sabine Nold, Werner Sachsenmaier, Gottfried Nold, Herbert Broeren und Gerlinde Stupfel zu sehen.

Handlung

In einer stürmischen Winternacht tragen der Waldarbeiter Seidel und der Lehrer Gottwald ein durchnässtes, halb bewusstloses Mädchen in die Stube des Armenhauses. Es ist die 14-jährige Hannele Mattern, die vor ihre Mutter verloren hat und sich im eisigen Wasser des Dorfteiches ertränken wollte. Aus ihrem fiebrigen Gestammel erfahren die Anwesenden, dass sie entsetzliche Angst vor ihrem Stiefvater hat, der sie offenbar schlägt. Dem Lehrer, den Hannele schwärmerisch liebt, erzählt sie von ihrer Todessehnsucht und dem Herrn Jesus, der sie ins Wasser gerufen habe. Während die Armenhäusler scheu hereinlugen und eine Diakonisse und ein Arzt sich um das Mädchen bemühen, versinkt Hannele immer wieder in Fieberträumen. Im Traum erscheint ihr die verstorbene Mutter, die sie auf den Tod vorbereitet. In ihren Visionen wird dem Mädchen alle Zuwendung und Wertschätzung zuteil, die ihr im Leben versagt geblieben ist. Ein Schneider legt ihr ein prächtiges Brautkleid für den Einzug in den Himmel an. Die Schulkinder aus ihrer Klasse kommen, um sich bei ihr für Spott und Bosheiten zu entschuldigen. Die Bewohner des Dorfes erscheinen und klagen den Stiefvater als Hanneles Mörder an. Während immer mehr Engel den Raum füllen, nimmt eine Erlösergestalt Hannele an der Hand und lässt sie aufstehen. Die Engel entrücken sie in den Himmel. In der Stube des Armenhauses kann der Arzt nur noch Hanneles Tod feststellen.

zurück zur Chronik der Kleinen Bühne