Glück – Es passiert hier

Amors Pfeil setzt 2009 ein der besondern Art in Gang: Den Entertainment-Abend Glück – Es passiert hier. Performance-Designer Enno-Ilka Uhde wartete mit einer großen Show auf und lockte knapp 4.000 Zuschauer auf die frielichtbühne. Musik, Artistik, Projektion und Pyrotechnik, zu einem großen Gesamtkunstwerk inszeniert, entführten in eine andere Welt und bescherten Augenblicke tiefer Freude. Mit dabei: Renommierte Gesangssolisten, der Junge Chor, die Band, das Orchester und die Tanzgruppen der Volksschauspiele.

Mitwirkende

Gesamtkonzept Enno-Ilka Uhde
Bariton Edward Gauntt
Chanson/Texte Cordula Münchmeyer
Accordeon Matt Clifort
Percussion Nils Tannert
Artistik Golden Power
Kleinkunst Jürgen Höhn
Tanz Theatre du voyages
Tanzgruppen der Volksschauspiele Ötigheim
Chroeografie Andrei Golescu, Julia Krug
Erweitertes Orchester der Volksschauspiele Ötigheim
Bagger-Rüber Band
Junger Chor der Volksschauspiele Ötigheim
Kinderchor der Volksschauspiele Ötigheim

Einstudierung Maria Bagger
Kostümkonzept Sibylle Schulze
Musikalische Leitung Matthias Hammerschmitt
Pyrotechnik Adrian Walz

Pressestimmen

Badisches Tagblatt, 27. Juli 2009
EIN ABSOLUTER GLÜCKSFALL RÜR ÖTIGHEIM

von Nicole C. Merz

Glück – Es passiert hier im Wir Clown Grimaldi streckte am Samstagabend auf der Ötigheimer Freilichtbühne begeistert die Hände in die Luft und umarmte symbolisch Regisseur Enno Ilka Uhdes Gesamtkunstwerk: Die Show Glück.
Im Vorfeld hatte Uhde seine Arbeit als gemalte Musik bezeichnet. Was er damit meinte, erklärte sich während der Show von selbst. Das Programm wollte glücklich machen mit mannigfaltigen Sinneseindrücken. Schöngeistiges in Form von Musik, Poesie, Tanz, Akrobatik, Schauspiel, Pantomime und Malerei verwöhnte Augen und Ohren.
Gänsehautmomente bescherte Deniz Buran von der Istanbuler Oper. Mit ihrem herrlich klaren Sopran meisterte sie die schwierigen Koloraturen aus Mozarts Rachearie der Königin der Nacht ebenso perfekt, wie sie schlichte Passagen der Puccini-Arie O mio babbino caro mit Lieblichkeit verzauberte. Ganz in gold und atemberaubend war das Duo Golden Power aus dem Pariser Unterhaltungstempel Lido. Langsam, aber mit scheinbar unaufhaltsam fließenden Bewegungen, begeisterte es das Publikum. Ein Höhepunkt der Choreographie aus Muskelkraft, Körperspannung und -beherrschung war eine Spiegelung der Körper durch einen Schuler-auf-Schulter-Balanceakt.
Mit vollem Körpereinsatz dabei war auch das Théatre du Voyage, ein Tanzensemble bestehend aus drei Harlekins und einer Schönen, mit wechselnden Kostümen von Abendkleid bis Zigeunerin. Ihr Mix aus klassischem Ballett und überspitzer Mimik, die deutlicher als jedes Wort Gefühle vermittelte, umrahmte die Showacts.
Als die Ötigheimer Chöre den Rocksong Bohemian Rhapsody der Band Queen vortrugen, stellte die Tanzgruppe den Kampf um die Krone dar, Intrigen und Machtstreitigkeiten waren das Thema der Tänzer und so mancher Oper, die als Genre in Bohemian Rhapsody persifliert wurde. Außerdem gestaltete das Théatre du Voyage Songs wie The impossible Dream aus dem Musical Der Mann von La Mancha oder das Lied 60 Minuten Ewigkeit, in denen Edward Gauntt, Kammersänger des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, mit seinem samtig weichen Bariton brillierte. Ausdrucksstark besang er die Macht der Fantasie, die zusammen mit den Zauberkräften der Seele alles erreicht. Das Lied Wunder sind möglich zog sich als roter Faden, durch die Show – Euphorie pur dank Orchester, Chor und emotionalen Solisten.
Melancholisch wurde es, wenn Clown Grimaldo Goethes Faust und Rilkes Panther zitierte oder einen unglücklichen Liebesreigen in dem Chanson Mon Amant de Saint Jean mit rauchiger Altstimme und viel Nachdruck besang. Glück in Form von Lachen und Comedy bot die menschliche Spieluhr Jürgen Höhn in Frack und Zylinder. Mit eckigen Bewegungen tanzte er zum Trinklied La donna e mobile. Orientierungslos zuckte er, als jemand seinen Radiosender verstellte und dabei bei Verkehrsnachrichten, Webejingle und dem Schlager Guten Morgen, liebe Sorgen hängen blieb, die Höhn greulich wiedergab. Spätestens beim Fußballkommentar Rahn sollte schießen! Rahn schießt! Tor! Toor! Tooor! hatte Höhn die Lacher auf seiner Seite.
Über Beweglichkeit auf ganz anderer, aber auch scheinbar elektronischer Weise verfügt Poppin Hood. Der Weltmeister in Electric Boogaloo-Tanz verblüffte mit seiner Choreografie auf eine Remixversion des Songs Le Chorist. Er stammt aus dem Film Die Kinder des Monsieur Mathieu und ließ vor der Tanzeinlage die Ötigheimer Chöre vollendet zur Geltung kommen. Kunstvoll verwoben sich die Stimmen ineinander, lösten sich, traten hervor und verschwanden im Hintergrund, was exakte Einsätze und den einfühlsamen Umgang mit Dynamik erforderte. Ebenfalls sehr souverän agierten die Orchester der Volksschauspiele Ötigheim, denen der musikalische Leiter Matthias Hammerschmitt Werke wie Hogwarts Marsch aus dem Kinoblockbuster Harrry Potter auf den Klangkörper geschneidert hatte. Neben der musikalischen Leitung übernahm Hammerschmitt auch den Platz am Piano, wo er immer wieder ein Thema aus Rossinis La fanicula del Welst anstimmte, bei dem das Publikum heftig mitklatschte. Am Ende der Shoow hatten die Akteure ihr Ziel mehr als erreicht: ein glückliches Publikum.

Badische Neueste Nachrichten, 27. Juni 2009
GLÜCK HIER UND JETZT

von Anna Ringle-Brändli

Es gibt Momente, in denen das Wetter eine entscheidende Rolle spielt. Das Motto Glück – Es passiert hier des bunten Unterhaltungsabends auf Deutschlands größter Freilichtbühne traf zur Freude der Aufführenden auch auf die Wetterverhältnisse zu. Nur ganz kurz kam Regen über die Tänzer, Sänger und Artisten der Volksschauspiele Ötigheim, die dem Nass tapfer trotzten.
Enno-Ilka Uhde, jahrelanger künstlerischer Leiter des Europa-Parks Rust und Regisseur zahlreicher Fernsehproduktionen, wartete mit einer großen Show auf. Nicht nur zahlenmäßig war die Schar von schwarz-weiß bekleideten Harlekinen, federgeschmückten Revuedamen und Artisten mit hohen Zylindern beeindruckend: Eine Komposition aus Gesang, Tanz, Schauspiel und Lesung zu den Themen Glück und Wunder, lockte die Zuschauer in die Welt der Fantasie und Magie. Das Spektakel glich einer glanzvollen Revue der Zwanziger Jahre und erinnerte zugleich an eine romantisch-verträumte Pariser Gaukler- und Artistenwelt. Zudem entfaltete das idyllische Ambiente des Waldes hinter der Bühne seine Wirkung. Eine schnelle Abfolge von kürzeren Vorträgen zeigte einen Querschnitt durch Musik-Genres, Literaturgeschichte und Artistik. Wunder sind möglich beschwor ein Harlekin (Cordula Münchmeyer) im Flüsterton. Sichtbar machte sich das Wundersame dann auf verschiedenen Ebenen. Ein ganz in goldene Farbe getauchter Muskelmann stemmte allein mit dem Kopf seinen Partner, der zugleich im einhändigen Handstand über ihm verharrte, eine beeindruckende Darstellung menschlicher Körperkraft. Tonal verzauberte die Sopranistin Nazli Dneniz Boran mit der Arie Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen als Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte. Sie brillierte auch in höchsten Tonlagen mit einer weichen Stimme. Die Ötigheimer Chöre, Tanzgruppen und das Orchester präsentierte Musikstücke aus Filmen, in denen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie verwischen, wie Harry Potter oder The Da Vinci Code – Sakrileg. Uhde schaffte es, die unterschiedlichsten Genres und Gruppen miteinander zu verknüpfen und zu einem Gesamtkunstwerk zusammenzuführen. So nahm Glück an diesem Abend sichtbare, hörbare und erlebbare Formen an.

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