Schneewittchen

2008 kommt als Wiederaufnahme der Inszenierung von 2007 erneut der Grimmsche Klassiker Schneewittchen und die sieben Zwerge nach der Vorlage von Herbert Broeren auf die Freilichtbühne. Regie führt Matthias Götz. Die sieben Zwerge werden, wie schon in der Erstauflage 1997, von Paul Hug, Paul Maier, Rudi Wild, Werner Sparka, Ulrich Kalkbrenner, Bernd Kessler und Michael Enderle dargestellt.

Handlung

Die böse Königin trachtet ihrer Stieftochter Schneewittchen nach dem Leben, weil der sprechende Spiegel die Prinzessin für schöner hält als die Königin? Von Jäger Kuno in den Wald geführt, kann Schneewittchen flüchten und findet Unterschlupf bei den sieben Zwergen. Die sind zunächst empört, dass ein Mensch sie aufgesucht hat. Die junge Königstochter rührt die lustigen Gesellen mit ihrer traurigen Geschcihte jedoch so sehr, dass sie das hübsche Mädchen bei sich aufnehmen. Doch auch hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen ist Schneewittchen vor den Intrigen der bösen Königin nicht sicher…

Rollenbesetzung

Inszenierung & Spielleitung Matthias Götz
Musikalische Leitung Maria Bagger
Regieassistenz Dominik Diemand
Komposition und Arrangements Matthias Hammerschmitt
Bühnenbild Fridolin Müller
Kostüme Helmi Henßler
Choreographie Andrei Golescu, Julia Stoll
Souffleur Patrick Speck

PERSONEN

Schneewittchen Ulrike Weßbecher
Königin Isabel Beckert, Lissi Hatz
Hofnarr Tassilo Bastian Nold
Zauberspiegel Petra von Rotberg
Zofe Franziska Silke Wagner
Jäger Kuno Gerold Baumstark
Gärtner Günther Vogt
Prinz Adelmut Alexander Mergl
Zwerg Pauli Paul Hug
Zwerg Schnuff Paul Maier
Zwerg Muckel Rudi Wild
Zwerg Bobo Werner Sparka
Zwerg Detti Ulrich Kalkbrenner
Zwerg Schnurz Bernd Kessler
Zwerg Purzel Michael Enderle
Chef der Kulissenschieber Adrian Walz
Thomas Thomas von Rotberg
Larissa Larissa Heuer

Tanzgruppen der Volksschauspiele Ötigheim
Die Kulissenschieber
Kinderchor
Reiterei
Frauen, Männer und Kinder der Spielergemeinschaft der Volksschauspiele Ötigheim

Pressestimmen

Badisches Tagblatt, 9. Juli 2007
WIE AM SCHNÜRCHEN

Das geht wie am Schnürchen: der eine wirft dem anderen die Bürste zu, dann den Lappen und schwupp haben alle Sieben fröhlich ihre Schuhe geputzt. Rasch noch mit der Gießkanne die Hände gewaschen und ab ins Haus. Doch am Tisch ist das Erstaunen groß: Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Es dauert eine Weile, bis die sieben Zwerge das schlafende Mädchen entdecken. Die kleinen Männer mit den bunten Filzhüten haben bei der Premiere im Flug die Herzen der Zuschauer in der Freilichtbühne Ötigheim erobert. Sobald die lustigen Zwerge so triumphal wie Fußballer ins Stadion einmarschierten, skandierte das Publikum und sang den fröhlichen Marsch mit. In epischer Breite entfaltet sich bei den Volksschauspielen Ötigheim das Schneewittchen der Brüder Grimm. Der opulente, kindgerechte Augenschmaus dauert knapp drei Stunden. Über 150 Mitwirkende sorgen für ein gelungenes Spektakel mit vielen Tanzeinlagen. Mal flattern Kinder mit bunt bemalten Schmetterlingsflügeln um die Königstochter, mal treiben kleine Harlekins ihre übsch choreografierten Späße. (…) Die Zuschauer belohnten diese durchaus märchenhafte Aufführung mit anhaltendem Beifall.

Badische Neueste Nachrichten, 9. Juli 2007
VERGIFTETER APFEL UND KAMM KAMEN IN DEN SONDERMÜLL

Am Ende strahlten Regisseur Matthias Götz und die Sonne um die Wette. Gerade waren am Freitagabend sieben Zwerge, ein Schneewittchen und rund 140 weitere Akteure von über 3.500 Besuchern auf der fast ausverkauften Ötigheimer Freilichtbühne mit donnerndem Applaus verabschiedet worden. Damit war nicht nur die Premiere des diesjährigen Kinderstücks Schneewittchen und die sieben Zwerge au Deutschlands größter Freilichtbühne gelungen, sondern auch das Regiedebüt von Matthias Götz, dem die Erleichterung deutlich anzusehen war.
(…) Das das Stück nicht nur von Kindern sondern auch für deren Eltern sehr unterhaltsam war, lag sicher auch an den kreativen Einfällen von Regisseur Matthias Götz. So wurde der vergiftete Kamm und der vergiftete Apfel nicht achtlos weggeworfen sondern landete im Sondermüll. Sicher auch nicht aus der Vorlage der Brüder Grimm stammen die Lieder, die Schneewittchen und die Zwerge singen. So erinnerte Wenn ich einmal reich wäre an das diesjährige Ötigheimer Hauptstück Anatevka, während 54, 74, 90, 2010 viele nochmal an die Fußballweltmeisterschaft im Vorjahr erinnerte. Für die gelungene Aufführung sorgten auch die verschiedenen Tanzgruppen der volksschauspiele unter der Leitung von Andrei Golescu und Julia Stoll, während Helmi Henssler für die Kostüme verantwortlich zeichnete. Besonders kindgerecht ist die Ötigheimer Schneewittchen-Aufführung durch das Einbeziehen des Publikums in das Stück. So durften die Kinder immer dann, wenn auf der Bühne durch die Kulissenschieber des Kinderchores umgebaut wurde kräftig mitschreien. Schieben, schieben hieß es da, damit der Wald, in dem die Zwerge wohnen wieder auftauchen oder verschwinden konnte. Mit einbezogen wurden die Kinder aber auch von den sieben Zwerge, den unumstrittenen Stars des Stücks. Immer wieder forderten sie die Kinder auf, ihnen zu helfen, beispielweise dann, wenn es darum ging herauszufinden, wie die böse Königin dem lieben Schneewittchen, das sie in ihrem Haus aufgenommen hatten, dieses Mal wieder zugesetzt hatte. Am Ende aber halfen alle Tricks der Königin nichts, denn ein Zauberspiegel (Petra von Rotberg) lügt nun einmal nicht, wenn er sagt Frau Königin, ihr seid die schönste im Land, aber Schneewittchen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen ist noch tausend Mal schöner als ihr.
Gelungen war die Aufführung auch wegen einer Figur, die es im Grimmschen Märchen eigentlich gar nicht gibt. Hofnarr Tassilo (Bastian Nold) sorgt nicht nur am Hofe der Königin für manchen Spaßsondern nimmt die Zuschauer auch von Anfang an mit in das Stück, so dass es eigentlich schon begonnen hat, wenn viele noch gar nicht damit gerechnet haben.

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