Jesus Christ Superstar

Die Passion auf Deutschlands größter Freilichtbühne einmal anders: Die weltberühmte Rock-Oper Jesus Christ Superstar, komponiert von Andrew Lloyd Webber und getextet von Tim Rice, kommt in der Inszenierung von Manfred Straube auf die Bühne. Alle Aufführungen sind ausverkauft. Es spielt das Kammerorchester Ötigheim unter Matthias Hammerschmitt, verstärkt von einer Rockband. Der Hamburger Tenor Holger Marks wird als Jesus engagiert. Daneben aber sind bis auf wenige Ausnahmen, unter anderem Marc und Pascal Marshall als Judas, alle weiteren Rollen mit Ötigheimern besetzt. So spielt Martin Kühn den Kaiphas, Reinhard Danner und Roman Gallion geben Petrus. Paul Hug ist als Pontius Pilatus zu sehen, Horst Herrmann und Fritz Müller mimen Herodes, Kurt Tüg und Markus Köstel den Annas. Joseph Kühn übernimmt die Rolle des alten Mannes.

Handlung 

Szenisch dargestellt werden die letzten sieben Tage im Leben Jesu. Das bekannte Passionsgeschehen präsentiert sich dem Zuschauer allerdings aus ungewohnter Sichtweise, nämlich aus der Perspektive des Judas Iscariot. Dieser erwartet wie die meisten anderen in der wachsenden Anhängerschar Jesu, dass man bald stark genug sei, um die römische Besatzungsmacht überwinden zu können, und befürchtet, dass dieses politische Ziel aus den Augen verloren werde, wenn die Spekulationen um Jesus als Messias nicht bald ein Ende finden. Weil er die vom Volk erhoffte politische Rolle nicht einzunehmen bereit ist und statt dessen menschlich und damit unpopulär und politisch unklug handelt, indem er die Nähe der ehemaligen Beleumundeten Maria Magdalena duldet, die Händler aus dem Tempel vertreibt und sich mit dem jüdischen Klerus überwirft, hält ihn Judas nicht länger für tragbar. Auch die Ratsversammlung der Hohepriester beschließt, Jesus auszuschalten, da ihnen die neue Philosophie des Nazareners gefährlich zu werden droht. Judas ergreift die Initiative: Wie von Jesus vorhergesehen, verrät er den Aufenthaltsort und die Identität Jesu und ermöglicht so dessen Verhaftung und Hinrichtung. Verzweifelt erkennt Judas, dass sein Verhalten die von den gläubigen Juden zum Teil sehnsüchtig erwartete, aber in dieser Weise doch befürchtete Erfüllung der Schrift ausgelöst hat.

Rollenbesetzung

Inszenierung Manfred Straube
Musikalische Leitung
Matthias Hammerschmitt
Regieassistenz, Spielleitung
Bernadette Kölmel, Sabine Speck
Korrepetitor
Johann German
Kostüme
Helmi Henßler
Bühnenbild
Fridolin Müller
Choreografie
Andrei Golescu, Dagmar Jänner
Klangberatung
Prof. Dr. Eckhard Maronn
Maske
Karl-Heinz Kellermann, Karin Grün, Sabine Bott, Luzia Hettel-Rohrer, Nicole Schmeiser, Brigitte Reh, Diana Nellinger

PERSONEN

Jesus von Nazareth Holger Marks
Maria Magdalena
Jeanette Giese
Judas Ischariot
Marc Marshall, Pascal Marshall
Pontius Pilatus
Paul Hug
Kaiphas
Martin Kühn
Annas
Marcus Köstel, Kurt Tüg
Petrus
Reinhard Danner, Roman Gallion
Herodes
Horst Herrmann, Fritz Müller
Simon Zelotes
Reinhard Danner, Matthias Götz
1. Priester
Paul Kölmel, Paul Maier
2. Priester
Claus Weiers, Rudi Wild
3. Priester
Gerold Baumstark, Bernd Kessler
Mädchen am Feuer
Christina Gailfuß, Corina Kühn
Soldat
Walter Kühn, Thomas Weber
Ein alter Mann
Josef Kühn

Die Jünger Uwe Bäuerle, Stefan Brkic, Christoph Dettling, Michael Engel, Alexander Grünbacher, Günther Heidel, Christian Hunkler, Stefan Kessler, Andreas Kuhn, Alexander Mergl, Dominik Schnepf, Martin Sörensen, Thorsten Süverkrüp, Thomas Weber, Jacques Zeitvogel
Die Soul Girls
Anja Bäuerle, Romina Becker, Claudia Birnleitner, Christina Gailfuß, Susanne Kisela, Corina Kühn, Manuela Kühn, Jutta Kunzweiler, Sarah Liebler, Sabine Neck, Franziska Preiser, Johanna Rippel, Sonja Schwörer-Zeitvogel, Lucienne Werner

Großer und Junger Chor der Volksschauspiele Ötigheim
Rockband Bagger-Rüber Ensemble, Verantwortlich: Boris Björn Bagger
Das erweiterte Kammerorchester der Volksschauspiele Ötigheim, Einstudierung: Florian Ganz
Ballett, Volk, Statisterie der Spielergemeinschaft der Volksschauspiele Ötigheim

Rechte Felix Bloch Erben, Berlin

Pressestimmen

Pforzheimer Zeitung, 23. Juni 2003
DONNERNDER APPLAUS ALS LOHN FÜR WAGNIS

(…) Straube gelingen nicht nur eindrucksvolle Chor- und Ballettszenen, sondern auch die intimen Momente der Zweisamkeit zwischen Jesus und Maria Magdalena vorzüglich. Sein kluges Spiel zwischen Distanz und Nähe, zwischen Massenszene und Kammerspiel sorgt für einen Spannungsbogen, der das Stück über fast drei Stunden trägt. Mit großem Geschick und viel Einfallsreichtum nutzt er die zahlreichen Möglichkeiten der 174 Meter langen und 62 Meter tiefen Bühne (Bühnenbild: Fridolin Müller), sorgt ebenso für rasante Schauplatzwechsel, wie für überraschende optische Tricks.
Mit Matthias Hammerschmitt steht zudem ein Dirigent am Pult des erweiterten Kammerorchesters Ötigheim, dem nicht nur die Einbindung der Rockband, reiblungslos gelingt, sondern der auch als sichere Bank für die Solisten sowie den Großen und den Jungen Chor der Volksschauspiele fungiert. Hammerschmitt sorgt für engagiertes musizieren, für Wohlklang, Drive und Power.

Die Rheinpfalz, 28. Juni 2003
ERFOLGREICHER AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN

(…) Dem nazarenischen Kitsch seiner Kostümierung zum Trotz war der Profisänger Holger Marks eine vorzügliche Besetzung für die heikle Rolle des durchaus menschlichen Gottessohns. Mit ausgezeichneter Stimme meisterte er die hohen Schwierigkeiten der vertrackten Partie, und auch in Ton und Geste verzichtete er wohltuend auf die Allüre ausgestellter Heiligkeit – sehr zum Vorteil seiner eigenen Darstellung und ihrer Glaubwürdigkeit. (…) Das übrige Ensemble war, wie in Ötigheim üblich, mit hauseigenen Kräften bestückt. Dabei fiel vorallem Paul Hug als prägnanter, mit hohem dramatischem Druck aufwartender Pilatus auf, der in großen Szenen mit Christus packendes Format gewann. (…)

Nordelbische Kirchenzeitung, 20. Juli 2003
GEKFREUZIGT IN ÖTIGHEIM

(…) Für das Musical wurde eigens eine Rockband zusammengestellt, die im Wechsel mit einem Sinfonieorchester spielt. Obwohl schon ein stimmgewaltiger Chor vorhanden ist, musste ein weiterer Chor gegründet werden. Die 80 Jugendlichen stellen nun die unmittelbare Gefolgschaft Jesus dar. Aber ganz ohne Profis geht es dann doch nicht. In der Hauptrolle des Judas sieht und hört man den ausgebildete Tenor Marc Marshall, in der Zweitbesetzung seinen Bruder Pascal. Holger Marks spielt den Jesus. (…)

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