Wilhelm Tell

1939 stand wieder einmal Wilhelm Tell auf dem Spielplan. Die Regie wird dem Pforzheimer Hermann Klein übertragen. Alfons Leitz, Vertrauter Saiers, spielt den Geßler.

Pfarrer Josef Saier versucht, dem Einfluss der Reichstheaterkammer zu entgehen. Aus diesem Grunde ergeben sich immer wieder heftige Dissonanzenmit der nationalsozialistischen Behörde. Schließlich geht die Behörde sogar soweit, Josef Saier die Spielleitung entziehen zu wollen. Referatsleiter Brückner, überzeugter Nationalsozialist, schreibt an Josef Saier im Januar 1939: „Als Bühnenleiter kann ich ebenfalls nur einen Fachmann anerkennen, der die Mitgliedschaft der Reichstheaterkammer, Fachschaft Bühnen, Fachgruppe 1 besitzt. Ich kann einem Geistlichen, dessen Beruf ihm ganz andere Aufgaben zuweist, die ihm zu zu einer derartigen Nebentätigkeit  keine Zeit lassen, niemals für das Künstlerische Verantwortlichkeit zubilligen.“ Pfarrer Saier entgeht der offenen Konfrontation, geht auf die Vorgaben der Reichstheaterkammer ein, behält die Zügel jedoch letztlich selbst in der Hand.

Die Spielzeit wurde jedoch wegen dem deutschen Überfalls auf Polen (01. September 1939) wie schon 1914 frühzeitig abgebrochen. Der Spielbetrieb ruhte aufgrund des 2. Weltkrieges bis 1946.

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