Der Drache

Schauspiel auf der kleinen bühne

In dem Politmärchen geht es um Machtmissbrauch und um Menschen, die sich mit dem Leben in Angst und unter ständiger Kontrolle arrangieren müssen. In Ötigheim wurde Der Drache von jungen Nachwuchsspielern des Ötigheimer Theatervereins im Theaterwinter 2016/17 insgesamt acht Mal gezeigt.

Zu Fuß fünf Jahre entfernt, in den schwarzen Bergen, gibt es eine große Höhle und in dieser Höhle liegt ein Beschwerdebuch. Nur wenige Menschen haben je darin gelesen. Zu diesen wenigen gehört der fahrende Ritter Lanzelot. Wer aber einmal in dieses Buch hineinsah, der findet keine Ruhe mehr. Der mischt sich in fremde Angelegenheiten, der hilft, wem geholfen werden muss, und vernichtet, was vernichtet werden muss. Für den berufsmäßigen Helden Lanzelot ist also alles ganz einfach: Er wird den dreiköpfigen Drachen töten, der über die Kleinstadt herrscht, in die der Zufall ihn geführt hat. Damit wird er gleichzeitig die schöne Jungfrau Elsa retten, die dem Drachen geopfert werden soll und deren Schicksal es sein soll, vor Ekel zu sterben. Aber die Einwohner der kleinen Stadt wollen gar nicht vor ihrem Drachen gerettet werden: Wir haben uns an ihn gewöhnt. Er lebt schon vierhundert Jahre bei uns. Dazu kommt, dass sich der fahrende Ritter Hals über Kopf in die schöne Elsa verliebt hat…

Ironisch, tiefgründig und mit viel Humor thematisiert Schwarz Gerechtigkeit, Zivilcourage und die Frage, in wie weit Einzelne etwas verändern können. In den 1940ern in der Sowjetunion geschrieben, hat Der Drache an Aktualität und Brisanz bis heute nichts eingebüßt – sieht man genau hin, gibt es „Drachen“ überall auf der Welt.

Aufgrund des großen Erfolges wird das Stück in der Saison 2017/18 wiederaufgenommen! Weitere Informationen über den kommenden Spielplan der kleinen bühne folgen in Kürze!

Fotos

Rollenbesetzung

Regie Sebastian Kreutz
Regieassistenz Felix Behringer
Bühne Michael Lerner
Licht Lukas Späth
Maske Karl Heinz Kellermann, Amelie Wellige
Soufflage Felix Behringer
Kostüme Schneiderei der VSÖ
Ton Steffen Sachsenmaier

PERSONEN

Der Drache Judith Herz
Lancelot Anna Beckert
Scharlemann, Archivar Torben Frey
Elsa, seine Tochter Leah Patzelt
Bürgermeister Lucy Schindele
Heinrich, dessen Sohn Julian Baumstark
Kater Sarah Becker
Esel Torben Frey
Gefängniswächter Madeleine Kühn
Freundinnen Elsas Leonora Mihajlov, Lisa Kary, Alexandra Schiefer
Stadtbevölkerung & Soundgruppe Lukas Tüg, Chase Tolbert, Melanie Thilenius, Leonora Mihajlov, Madeleine Kühn, Sven Engel

Pressestimmen

ETLICHE REGISTER VON EMOTIONEN
Badisches Tagblatt, 20. Februar 2017

Heftige Gefühle schlugen auf der Kleinen Bühne hohe Wellen am Samstagabend. Die jungen Akteure des Telldorfs spielten sich durch etliche Register der menschlichen Emotionen, waren in ihren intensiven Darstellungen sehr realistisch. Der Drache darf als bislang darstellerisch eindringlichste Arbeit des Volksschauspiele-Nachwuchses betrachtet werden.
Es ging darum, welchen Preis ich zahlen muss, um in unserer Gesellschaft zu funktionieren, als einigermaßen normal angesehen zu werden und unbeschadet durch den Tag zu kommen, wie Pfarrer Erich Penka in seinem Grußwort sagte.Der hauptberufliche Mime Sebastian Kreutz stellte als Regisseur des Spiels um das Menscheln angesichts des knechtenden Drucks durch Obrigkeiten ein Theaterprojekt vor, das auf einer Bühne mit professionell agierenden Schauspielern nicht besser hätte umgesetzt werden können.
Los ging es für die Premierengäste zum Vorglühen im Foyer, wo Torben Frey den Wartenden die Zeit bis zum Beginn der Aufführung verkürzte und gleichzeitig einen Vorgeschmack darauf gab, was man bei Kreutz gelernt hatte.
Fast monochrom in Grau, Anthrazit, Schwarz und Weiß ließ dieser die Akteure im Zimmertheater auftreten. Rot war als rarer Farbtupfer dabei. Die Eintönigkeit der Kostüme und spärliche Bühnenausstattung waren kein Manko. Sie gaben den Zuschauern Raum, sich vollständig auf die Darsteller zu konzentrieren und sich einzufühlen in deren Furcht, Angst, Hysterie, Freude, Liebe, Durchgeknalltheit, Heroismus, Ironie und Falschheit. Humor durfte nicht fehlen, denn Der Drache war gespickt mit feinsinnigem Witz und mitunter blankem Unsinn.
Überragend spielten Anna Beckert (Lancelot), Lucy Schindele (Bürgermeister) und Judith Herz (Drache). Eindruck hinterließen Torben Frey (Scharlemann/Esel) sowie Sarah Becker (Kater). Der absolute Knaller bot sich in Gestalt der Soundgruppe. Lukas Tüg, Chase Tolbert, Melanie Thilenius, Leonora Mihajlov, Madeleine Kühn und Sven Engel gaben mit vollem Stimmeinsatz und diversen Gebrauchsartikeln buchstäblich alles, um das Stück mit der szenisch abgestimmten Geräuschkulisse auszustatten. Wahre Meisterleistungen waren dabei der Flug des Drachens über die Stadt sowie der Zweikampf zwischen Lindwurm und draufgängerischem Helden.
Der russische Märchendichter und Bühnenautor Jewgeni Schwarz konzipierte seinen Drachen ganz klassisch. Er hat Krallen, drei Köpfe, spuckt Feuer und fordert jedes Jahr als Opfergabe eine Jungfrau aus der Stadt, in deren Nähe er seit 400 Jahren haust und die komplett unter seinem Kommando steht. Man hat das Leben mit dem Drachen akzeptiert, sich arrangiert. Schließlich schreckt er Feinde ab und hat eine Choleraepidemie abgewendet, indem er das Wasser eines Sees abkochte. Die Angst vor dem Drachen regiert die verkrüppelten Seelen. Deren Widerstand liegt im Koma. Als der professionelle Held das Monster zur Strecke bringt, wittert der Bürgermeister Morgenluft: Der Selige hat sie so erzogen, dass sie jedem gehorchen, der die Zügel in die Hand nimmt. Die Moral: Ist ein Drache weg, steht der nächste schon parat. Die Welt ist voller Drachen, egal in welcher Gestalt. (Manuela Behrendt)

MACHTMISSBRAUCH UND UNTERTANEN
Badische Neueste Nachrichten, 20. Februar 2017

Schrilles Pfeifen. Pianoklänge. Auf dem Klavier döst, mit blonder Lockenmähne, der kluge Kater Miezi (energisch: Sarah Becker). Miau! Im Hintergrund funkeln zwei große Augen, während ein schwarzgewandeter Chor auf der sparsam ausgestatteten, ganz in düsterem Schwarz und kontrastierendem Weiß gestalteten Bühne (Michael Lerner) das Lied Immer lebe der Drache, immer lebe das Städtchen – und auch wir immerdar schmettert. Regisseur Sebastian Kreutz und 18 Nachwuchs-Darsteller der Volksschauspiele Ötigheim lassen in der „Kleinen Bühne“ ein tyrannisches Untier fauchen. Mit enormer Spielfreude zauberten sie am Wochenende das gesellschaftskritische Stück Der Drache auf die Bretter und feierten am Samstag eine mit nicht enden wollendem Applaus und Bravo-Rufen bedachte Premiere.
Gebannt verfolgen die Besucher die witzige, mit vielen originellen Einfällen und herrlich ironischen Dialogen gewürzte Neuinszenierung, die in satirischer Form Machtmissbrauch und Untertanengeist anprangert. Vor allem aber erleben sie junge Darsteller, die sich mächtig ins Zeug legen und die Märchenkomödie des russischen Autors Jewgeni Schwarz zu einem echten Theatererlebnis machen. Selbst die Gänge neben den Besucherrängen und das Publikum werden ins Spiel integriert. Überall Action. Fast drei Stunden lang volle Verausgabung. Man spürt, wie intensiv sie sich mit den Figuren und Themen der zeitlosen Parabel befasst haben. Das Politmärchen zeigt, wie Diktaturen funktionieren, wie sich Menschen mit einem Leben unter ständiger Angst und Kontrolle arrangieren, wie ihnen vermeintliche Sicherheit geboten wird, um sie an der kurzen Leine halten zu können.
Seit 400 Jahren terrorisiert ein dreiköpfiger Drache eine Stadt. Judith Herz spielt das Untier in Menschengestalt mal als altes gebrechliches Männlein mit Maske, mal als rothaarig-feurige Megäre. Einmal im Jahr fordert der Drache eine Jungfrau als Opfer, bis der junge Ritter Lancelot (unerschrocken-lässig in Punker-Kluft mit Irokesenfrisur: Anna Beckert) im Ort auftaucht. Der Drachentöter verliebt sich in die schöne Jungfrau Elsa (überzeugend: Leah Patzelt als züchtig-naive, aber standhafte Heldin) und fordert den Drachen zum Kampf. Der willigt siegesgewiss ein, aber bloß weil er von Elsa verlangt, dass sie den Ritter vorher mit einem Messer tötet. Doch die in Lancelot verliebte Tochter des Archivars Scharlemann (als hochanständigen, aber reichlich überkandidelter Widerständler: Torben Frey) weigert sich. Ihre drei Freundinnen – gespielt von Leonora Mihajlov, Lisa Kary und Alexandra Schiefer – stehen ihr als durchgeknalltes Pop-Trio zur Seite. Die unterwürfigen Stadtbewohner alias Lukas Tüg, Chase Tolbert, Melanie Thilenius, Leonora Mihajlov, Madeleine Kühn und Sven Engel (auch als Soundgruppe gefordert) sind nicht begeistert. Die meisten sind längst zu gefügigen Figuren mutiert. Beim dramatischen Kampf am Himmel besiegt Lancelot den Drachen. Die Köpfe rollen – in Form dreier großer weißer Luftballons, auf die Gesichter projiziert werden. Der Mob skandiert „Wir sind das Volk“. Lancelot selbst wird beim Kampf schwer verwundet und verschwindet spurlos.
Die einst treuen Gefolgsleute des Drachen ergreifen jetzt selbst die Macht. Das Volk verfällt dem nächsten Diktator: Der ebenso verrückte wie karrieresüchtige Bürgermeister (urkomisch und absolut überragend: Lucy Schindele als Ti Amo trällernder Schultes, der seinen Verstand unter den Beinen eines Besuchers sucht) wird Präsident, lässt sich als Befreier feiern und will die Zwangsvermählung mit Elsa. Sein aus demselben Holz geschnitzter Sohn Heinrich (als aalglatter Lackaffe im feinen grauen Zwirn: Julian Baumstark) ist jetzt Bürgermeister. Am Ende kehrt der verschollene Ritter als versehrter Veteran auf die Bühne zurück. Die neuen Machthaber werden im Kampfgetümmel getötet. Der Chor singt Immer lebe Lancelot, immer lebe die Elsa, immer lebe das Städtchen – und auch wir immerdar. (Ralf Joachim Kraft)

DER DRACHE FAUCHT BALD IN ÖTIGHEIM
Badische Neueste Nachrichten, 20. Januar 2017

Nicht einschlafen! Bitte noch einmal mit etwas mehr Temperament, weist Regisseur Sebastian Kreutz seine jungen Darsteller an. Und schon schwebt das Mädchen viel spritziger über die Bühne im Zimmertheater der Volksschauspiele. Dort laufen die Proben für die Neuinszenierung der Märchenkomödie Der Drache von Jewgeni Schwarz auf Hochtouren. Am Samstag, 18. Februar, um 20 Uhr feiert das Schauspiel des russischen Autors in der Kleinen Bühne Premiere und wird bis 18. März in insgesamt acht Aufführungen zu erleben sein.
Zur Probe haben sich 18 Nachwuchsspieler eingefunden und all jene, die vor und hinter den Kulissen im Einsatz sind. Bevor Kreutz mit den Darstellern die Szenen durchgeht, dabei immer wieder selbst auf die Bühne kommt und Manöverkritik übt, gibt’s ein Aufwärmprogramm mit Lockerungsübungen. Der renommierte Staatsschauspieler arbeitet seit zwei Jahren als Sprach- und Stimmcoach mit den Ötigheimer Talenten. Sein eigenes Können stellte er auf dem Tellplatz als Mozart-Widersacher Salieri und schillernder Monsieur Thénadier in den Lüdi-Inszenierungen Amadeus (2015) und Les Misérables (2016) unter Beweis.
Der Schauspielprofi will die jungen Leute mit seiner Leidenschaft für den Beruf anstecken, lehrt sie die Grundlagen und Feinheiten des Theaterspielens. „Ich lege großen Wert auf die Sprache und möchte, dass sich die jungen Leute als Persönlichkeiten weiterentwickeln, sich etwas trauen, authentisch sind und wahrhaftige Töne auf die Bühne bringen“, sagt er. Intensiv haben sich seine „Schützlinge“ in den bisherigen Proben mit den Figuren und den Themen befasst, die in dem 1943 in der damaligen Sowjetunion unter dem Eindruck des Nationalsozialismus geschriebenen Politmärchen behandelt werden.
Unter Stalin wurde die Märchenparabel nach zwei öffentlichen Generalproben verboten. Das blieb sie 17 Jahre lang. Dann wurde sie vor allem im Osten Deutschlands als Einlassung des Theaters zum Thema „Diktatur und Untertanengeist“ gefeiert. Ab 1989 gelangte sie immer seltener in die Spielpläne. Nach der Wende wollte man nichts mehr mit den Russen zu tun haben, erklärt Kreutz, der das Stück als ironisch, tiefgründig, humorvoll, im Grunde zeitlos, aber wieder hochaktuell beschreibt. Es geht in dem Dreiakter, der in satirischer Form politische und ideologische Verhältnisse anprangert, um Machtmissbrauch und um Menschen, die sich mit einem Leben in Angst und unter ständiger Kontrolle arrangieren müssen. Es gehe um Gerechtigkeit, Zivilcourage und um die Frage, inwieweit Einzelne sich zur Wehr setzen, sich befreien und etwas verändern können.
Dies alles wird in einer farbenfrohen Märchenwelt verortet, in der es dem fahrenden Ritter Lancelot (Anna Beckert) gelingt, den Drachen (Judith Herz) zu töten und die schöne Jungfrau Elsa (Leah Patzelt) zu retten. Doch in der befreiten Kleinstadt hält sich die Begeisterung in Grenzen. Schließlich hatte sich die Bevölkerung schon an das Untier gewöhnt und feiert den Falschen als Helden. Nachdem Lancelot enttäuscht die Stadt verlassen hat, ist ein neuer Drache schnell gefunden.
Sebastian ist voller Tatendrang und Energie. Er schafft es immer wieder, uns zu motivieren und mitzureißen, selbst nach einem anstrengenden Tag, schwärmt Julian Baumstark, der im Stück den Bürgermeister-Sohn Heinrich spielt. Nicht nur sprachlich hat er uns weit gebracht, wir lernen auch viel über uns selbst, setzen uns intensiver mit den Figuren auseinander. Wenn man begriffen hat, wie eine Figur tickt, kommt das Spielen von selbst. Ähnlich sieht das auch Lancelot-Darstellerin Anna Beckert. Wir arbeiten mit ihm ganz anders als wir es bisher gewohnt waren. Er erwartet, dass wir uns selbst einbringen, uns Gedanken machen und uns auf der Bühne nicht verstellen, sondern ganz natürlich sind. (Ralf Joachim Kraft)

HUMOR, IRONIE UND TIEFGANG
Badisches Tagblatt, 18. Januar 2017

In der Talentschmiede der Volksschauspiele dreht sich momentan alles um eine hübsche Jungfrau in Lebensgefahr, einen hehren Recken und einen dreiköpfigen Lindwurm. Die junge Riege von Akteuren im Telldorf steckt mitten in den Proben für das politische Märchen Der Drache.
Es ist keine Geschichte für Kinder, aber auch kein Psychodrama, sagt Regisseur Sebastian Kreutz. Viel Humor, Ironie und Tiefgang verpackte der sowjetische Autor Jewgeni Schwarz in seine um 1943 entstandene Story, die im Stalin-Regime nach zwei öffentlichen Generalproben verboten wurde. Schwarz thematisiert in seinem Stück Gerechtigkeit, Zivilcourage und die Frage, inwieweit Einzelne etwas verändern können.
Für die Kleine Bühne adaptierte Kreutz die Parabel vom Umgang mit dem Druck von oben als ein Spiel, das aus etlichen Katastrophen mit viel Humor besteht. Zeitlos und aktuell ist Der Drache allemal, denn Drachen in Menschengestalt gibt es überall, sieht man nur genau hin, wie es einer Ankündigung der VSÖ heißt.
Zwar ist der Lindwurm im Stück die zentrale Figur, aber es geht um alle anderen Charaktere um ihn herum, erklärt Kreutz. Ist der Recke wirklich der helfende Held oder hat er andere Absichten? Will die holde Jungfrau überhaupt gerettet werden? Strebt die Stadt tatsächlich nach Befreiung von dem Untier? Humorvoll beleuchtet die Geschichte den Menschen als Gewohnheitstier, der ungenügende Situationen kritisiert, dem es jedoch schwerfällt, den Mut zu finden, dem gewohnten Trott zu entfliehen.
Der Mensch ist ein Wesen voller Widersprüche, sagt Kreutz. Fans der Volksschauspiele ist er spätestens seit Les Misérables ein unvergesslicher Begriff. Seine Darstellung des Monsieur Thénardier war überragend. Vor zwei Jahren stand er als Antonio Salieri in Amadeus auf dem Tellplatz, zeigte mit der brillanten Verkörperung des vor Neid zerfressenen Komponisten, was ein Mime draufhat, der den Titel Staatsschauspieler trägt.
Dem Ötigheimer Schauspielnachwuchs begegnet Kreutz als Regisseur sowie als Sprach- und Stimmcoach jovial auf Augenhöhe. Die Arbeit mit Seb ist viel wert, sagt Lukas Tüg. Dieses Empfinden fange bereits bei den Entspannungs- und Lockerungsübungen vor der eigentlichen Probe an. Man lernt über sich selbst viel Neues, wächst ein Stück weit über sich hinaus, weil man sich Dinge traut und selbstbewusster wird, erklärt Madeleine Kühn. Melanie Thilenius hat die Erfahrung gemacht: Wir sprechen nicht einfach den Text, sondern lernen, eins zu werden mit der Person, die wir darstellen, bringen dabei aber auch einen Teil von uns selbst ein. Bei Der Drache sind die Drei Teil der sechsköpfigen Soundgruppe, die alle Geräusche für die Aufführung macht. Dazu gehört das schreckliche Brüllen des Untiers ebenso wie das mächtige Rauschen seiner Schwingen beim Flug über die Stadt.
Neben dem Sound gestalteten die jungen Leute das Layout des Programmfaltblatts und sind auch außerhalb des Scheinwerferlichts in Regieassistenz und Soufflage aktiv. (Manuela Behrendt)