Münchhausen

Sein wahres Leben in 15 Lügengeschichten

Jeder kennt einige der höchst abenteuerlichen Erlebnisse des Baron Münchhausen: Seinen Ritt auf der Kanonenkugel, die Liebe zur russischen Zarin, die Wette mit dem osmanischen Sultan und seine Reisen zum Mond. War das alles erlogen – oder erträumt? Oder doch die reine Wahrheit? Möchten wir nicht solche Geschichten glauben? Können wir dem grauen Alltag durch sie nicht wenigstens für einen kurzen Moment entfliehen?

Erich Kästner, der trotz Schreibverbots der Nazis, von Joseph Goebbels selbst 1941 den Auftrag erhielt, unter Pseudonym ein Drehbuch zum Münchhausen-Stoff zu verfassen, meinte dazu: Der Mensch mit der stärkeren Einbildungskraft erzwingt sich ganz einfach eine reichere Welt.

Die Macht des als ob kann uns überleben helfen oder uns daran hindern überhaupt am Leben teilzunehmen. Kinder erobern mit ihr die Welt, Schauspieler verdienen mit ihr Geld und Wahnsinnige finden sich ihretwegen in gepolsterten Räumen ohne Fenster wieder.

Was für ein Dilemma: eine verlogene Welt gibt uns das Gefühl zu ersticken, aber eine Welt ohne Lügen, hätte keine Räuber und Gendarm Spiele zwischen wilden fünfjährigen Dreikäsehochs, keine kleinen dicken ungelenken Prinzessinnen, keinen herzzerreißenden Malvolio, keine zauberhaften Komplimente, keine irrsinnigen, überraschenden Erfindungen, die keiner braucht und alle lieben, keine Träume und kein Theater. Da gibt es nämlich noch die andere Seite des Lügens, die die uns zu Menschen macht. Das andere Lügen, das ankämpft gegen die Grausamkeit der Welt und die Unerbittlichkeit der Wahrheit.

Regie führt Johanna Schall, Premiere wird am 22. Juni 2019 gefeiert. Der Vorverkauf startet am 5. Dezember 2018.