Chorfestival Baden

Vokale Vielfalt ein voller Erfolg

Am 25. Mai präsentierte Moderator Marc Marshall das Internationale Chorfestival Baden. Bereits zum sechsten Mal zeigten Chöre aus aller Welt mit ansteckender Freude und Begeisterung ihre Kulturen an den unterschiedlichsten Konzertorten in ganz Baden. Wieder fand das Highlightkonzert des Festivals auf Deutschlands größter Freilichtbühne in Ötigheim statt.

In diesem Jahr waren vier Kontinente vertreten: Asien, Afrika, Amerika und Europa. Die Bangkok Voices, einer der besten Chöre Thailands, präsentierten ihre gewaltigen Stimmen mit extra für das Chorfestival arrangierten Stücken aus Südostasien, aber auch Popmusik war von dem 30-köpfigen, gemischten Chor zu hören. Eine japanische Chorformation präsentierte Musik aus dem Land der aufgehenden Sonne. Aus Südafrika kam der Lesedi Show Choir mit seinen afrikanischen Rhythmen auf die Bühne. Vox Populi Project, ein Profivokalensemble aus Mexiko präsentierte Mittelamerikanische Folklorearrangements und feine Popklänge. Der Kammerchor Austrums aus Riga entführte in die geheimnisvollen Sphären baltischer Gesangskunst. Neben dem Gastgeber, dem MGV 1863 Ötigheim war aus Deutschland der Freiburger Popchor Twäng! geladen, der die Stimmung im weiten Rund der Freilichtbühne einheizte. Gemeinsam sangen alle Chöre unter anderen ein Werk vom musikalischen Direktor des Chorfestivals Matthias Böhringer, das die groβen sozialen und umweltbezogenen Aufgaben unserer heutigen Gesellschaft beschreibt und damit perfekt zum Spirit des Chorfestivals passt. Im Anschluss an die Veranstaltung fand im Zuschauerbereich die Abschlussfeier des Chorfestivals statt, an dem alle Chöre nochmal ihr Können zeigten und gemeinsam die internationale Zusammengehörigkeit feierten. 

Fotos

Pressestimmen

Badisches Tagblatt, 27. Mai 2019
KLANGWELTEN IN PERFEKTION

Nach fünf Konzertstationen zelebrierte der Tross des sechsten Internationalen Chorfestivals Baden am Samstag mit pulsierender Lebensfreude und Vokalkunst zur Halbzeit im Telldorf eine glühende Huldigung an den Chorgesang. Der dreistündige Höhepunkt der Veranstaltungsreihe mit Klangwelten in Perfektion aus vier kulturell verschiedenen Kontinenten fand traditionell auf der Naturbühne der Volksschauspiele statt. Die Völkerverständigung in canto unter dem Leitmotiv Spirit, Qualität, Internationalität und Vielfalt gelang beispielhaft.Zum Finale vereinten sich sieben Chöre im Zeichen der weltverbindenden Musik, stimmten die Hymne Spirit of Brotherhood an. Matthias Böhringer, musikalischer Leiter des Festivals, hatte sie auf Basis der Worte der UN-Menschenrechtskonvention von 1948 komponiert.Die zugängliche, emotional opulente Melodie flankierte Moderator Marc Marshall mit der Deklamation des ersten Artikels der Charta: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie (?) sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen“. Nach wenigen Takten traf das in warmem Kolorit angelegte Werk den Nerv der gut 2 000 vom Zauber der internationalen Darbietungen überschäumend begeisterten Zuschauer. Als man diese zum Singen der Hymne einlud, war der Stimmenverbund zu vorgerückter Stunde ein ergreifender Glanzpunkt im ohnehin brillant entflammten Lüster des Konzerts.Dessen Eröffnung gestalteten als Gastgeber, Organisator, Ausrichter und Festivalgründer die Chöre des Männergesangvereins Ötigheim. Die 50 Frauen von Belle Amie intonierten ein mehrstimmiges, modernes Gloria. Der Riversong der vokal hervorragend aufgestellten 60 Männer entbot einen Gruß an die Traditionsmusik Irlands. Marc Marshall beließ es nicht bei der reinen Navigation durch den vielseitigen Abend, sondern beglückte das Publikum mit seiner besonderen Vokalkunst. Gleich zu Beginn entlockte er den mitmachbereiten Zuschauern ein stabiles Hintergrundsummen zu When a Child is Born, der Originalversion des eingedeutschten Hits Tränen lügen nicht. Durch die mitunter professionelle Ausbildung der internationalen Gäste, aber auch den jungen vitalen Popchor Twäng! aus Freiburg bewegten sich Gesang und Choreografien auf hohem Showniveau. Die deutsch-japanische Kooperation Tsubasa bezauberte mit virtuosem Klavierspiel, einer mächtigen Trommel und meisterhaft gesungenen Einblicken in japanische Volkslieder.Die Faszination am lettischen Kammerchor Austrums lag in den freundlichen Gesichtern der Choristen und deren kristallklaren Stimmen. Mit unbändiger Ausgelassenheit punkteten der südafrikanische Lesedi Show Choir und dessen Leiter Thabang Mokoena. Dass es keine große Menge braucht, um Exquisites zu leisten, bewies das mexikanische Vox Populi Project mit nur sieben Vokalisten. Thailändische Musik, ein Spiritual und der Abba-Hit Dancing Queen waren von den Bangkok Voices unter dem Dirigat von Kittiporn Tantrarungroj zu hören.Das Quintett Brass 4.1 bildete mit Posaune, Horn, Tuba und zwei Trompeten den ins-trumentalen Kontrapunkt der rundum gelungenen Veranstaltung, der sich für die Ausführenden eine Aftershow-Party anschloss. (Manuela Behrendt)

Badische Neueste Nachrichten, 27. Mai 2019
KÜNSTLER TROTZEN BLITZ UND DONNER

Die Akteure aus vier Kontinenten verschmolzen im Finale des Abschlusskonzerts beim sechsten Internationalen Chorkonzert Baden auf der Bühne der Volksschauspiele mit den 2 100 Besuchern im Publikum. Nach drei Stunden Chorauftritten auf höchstem Niveau klatschten die Gäste und sangen immer wieder den Refrain des Werkes Spirit Of Brotherhood, das der musikalische Leiter des Festivals, Matthias Böhringer, komponiert hatte, mit.
Seit dem Auftaktkonzert im Baden-Badener Weinbrennersaal dabei sind der Ötigheimer Bürgermeister Frank Kiefer und Margret Mergen, die Oberbürgermeisterin von Baden-Baden. Kiefer würdigte das herausragende organisatorische Engagement von Matthias Böhringer mit zahlreichen Helfern des MGV Ötigheim. Allein schon den Großteil der 700 Teilnehmer privat oder in Jugendherbergen unterzubringen, sei eine ehrenamtliche Meisterleistung. Mich fasziniert die wahnsinnige Hilfsbereitschaft und das professionelle Sponsoring, das der Verein im Ehrenamt auf die Beine gestellt hat, so Kiefer.
Bereits vor dem Beginn des Abschlusskonzerts mit sieben Chorformationen sorgte das Quintett Brass 4.1.für Stimmung und Akteure aus Afrika hatten einen Stand mit geschmackvollen Souvenirs aufgebaut. Das Bindeglied zwischen den Auftritten stellte Moderator Marc Marshall locker und professionell dar. Der Barriton ließ es sich nicht nehmen, begleitet von Uwe Metzler und seiner Gitarre, aktiv zu sein. Ob bei A Child Is Born (Tränen lügen nicht) oder einem Harry Belafonte-Medley, Marshall war der richtige Mann am richtigen Platz.
Blitz, Donner, Windböen und Regen begleiteten das Geschehen im Hintergrund der geschützten Vorbühne der Volksschauspiele. Formationen aus der ganzen Welt wurden zu musikalischen Botschaftern für die Völkerverständigung und zu einer Chorfamilie. Der Männerchor und die Frauen von BelleAmie vom MGV Ötigheim hatten mit der Europahymne und Die Gedanken sind frei stilecht den musikalischen Reigen begonnen. Dann ging es Schlag auf Schlag und gerade nach einsetzender Dunkelheit bildete die beleuchtete Kulisse der Burg im Hintergrund den passenden Rahmen.
Die Abwechslung, welche die Gruppen Tsubasa (Japan), Koris Austrums (Lettland), der Lesedi Show Choir (Südafrika), Vox Populi (Mexiko), die Bangkok Voices (Thailand) und der Popchor Twäng aus Freiburg boten, riss das Publikum mit. Da sorgten die sich übertragende Körpersprache in den Gruppen und auch viele Kostüme für internationalen Augenschmaus.
Auch hier zahlte sich die vorausgegangene Organisation des Teams um Matthias Böhringer aus. Nach dem furiosen Finale, bei dem der Regen endlich aussetzte, ging es noch weiter. Auf einer Zusatzbühne im Publikumsbereich wurde eine fetzige Aftershow-Party nach Maß für alle gefeiert. So konnten die Gäste sichtlich zufrieden die Heimreise antreten. (Rainer Wollenschneider)